Demokratieförderung des Bundes
Viel wird dieser Tage über Förderprogramme im Bereich Demokratie geredet – werden sie zusammengekürzt, können sie ihren Zweck überhaupt noch erfüllen?
Dazu schauen wir uns einmal eines der größten Bundes-Förderprogramme für Demokratieförderung an: Zusammenhalt durch Teilhabe
Was ist Zusammenhalt durch Teilhabe?
„Zusammenhalt durch Teilhabe“, kurz Z:T, ist ein Programm des Bundesministeriums des Innern und für die Umsetzung ist die Bundeszentrale für politische Bildung, kurz bpb, verantwortlich. Seit 2010 fördert das Programm Projekte, die Demokratie stärken und Extremismus entgegenwirken.
In seiner Anfangszeit richtete sich die Förderung nur an Projekte in Ostdeutschland. Doch seit 2017 werden auch Projekte in westdeutschen Bundesländern unterstützt.
Demokratieförderung im Alltag
Die Prämisse ist simpel, das Programm setzt dort an, wo Menschen im Alltag zusammenkommen: im Sportverein, bei der Feuerwehr, in kirchlichen Strukturen oder anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen. Hier übernehmen sie Verantwortung, treffen Entscheidungen und handeln miteinander aus, wie sie zusammenleben wollen. Zusammenhalt durch Teilhabe unterstützt sie dabei mit Fördermitteln, Beratung und fachlicher Begleitung.
Besonders im Blick sind ländliche oder strukturschwache Regionen. Vereine und Verbände sind hier häufig wichtige Anlaufstellen und haben großen Einfluss auf das örtliche Zusammenleben. Das Programm möchte sie darin stärken, Beteiligung zu ermöglichen und Diskriminierung, Extremismus und Menschenfeindlichkeit entgegenzutreten.
Nun aber zum Aufbau des Programms.
Die drei Säulen von Zusammenhalt durch Teilhabe
Zusammenhalt durch Teilhabe ist in drei Programmsäulen gegliedert, die jeweils eigene Förderaufrufe veröffentlichen. Einen Antrag kannst du nur dann stellen, wenn ein Förderaufruf offen ist. Die Programmsäulen verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte, die ich dir hier kurz gegenüberstelle:
Säule 1: Demokratische Vereins- und Verbandsarbeit stärken
Säule 2: Neue Methoden und Materialien zur Demokratiestärkung und politischen Bildung erproben
Säule 3: Begegnung und Austausch zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen fördern
Die drei Säulen bilden den inhaltlichen Rahmen des Programms. Innerhalb dieses Rahmens legen die jeweiligen Ausschreibungen fest, welche Themen, Ziele und Maßnahmen gefördert werden. Die Schwerpunkte können sich von Ausschreibung zu Ausschreibung unterscheiden. Ob und unter welchen Bedingungen du eine Förderung beantragen kannst, ergibt sich deshalb aus dem jeweiligen Förderaufruf.
Wichtig für dich: In allen drei Säulen geht es um die Förderung von Modellprojekten. Schauen wir uns die einzelnen Säulen aber nun genauer an.
Säule 1: Demokratische Vereins- und Verbandsarbeit stärken
Hier geht es um die Frage, wie Vereine und Verbände ihr Vereinsleben demokratisch und offen für unterschiedliche Menschen gestalten können. Dabei geht es allerdings nicht um Veränderungen in großen Organisationen, die Modellprojekte sollen vor allem in den regionalen und örtlichen Untergliederungen der geförderten Landesstrukturen wirken.
Wichtig ist in dieser Säule von Zusammenhalt und Teilhabe außerdem, dass die Angebote für und mit den Menschen vor Ort entwickelt werden. Sie müssen also partizipativ sein.
Drei Themen stehen im Mittelpunkt:
- Beteiligung ermöglichen: Mitglieder sollen sich einbringen und Entscheidungen mitgestalten können.
- Mit Extremismus und Menschenfeindlichkeit umgehen: Vereine sollen klare Handlungsmöglichkeiten für entsprechende Einstellungen und Vorfälle entwickeln.
- Vielfalt stärken: Unterschiedliche Menschen sollen im Vereinsleben sichtbar sein und mitwirken können.
Grundlage ist ein demokratischer Aufbau der Organisation. Die Projekte sollen zu einem diskriminierungsfreien und vielfältigen Miteinander beitragen, im Verein und darüber hinaus.
Für deine Arbeit bedeutet das: Es geht sowohl um die Beteiligung innerhalb der Organisation als auch um ihre Wirkung auf das Zusammenleben vor Ort.
Säule 2: Neue Wege zur Demokratiestärkung erproben
Die zweite Säule im Programm Zusammenhalt und Teilhabe fördert Modellprojekte zur Demokratiestärkung und politischen Bildung, die gesellschaftliche Probleme oder Fragen aufgreifen. Dabei geht es um demokratische Praxis in Vereinen und Verbänden oder um die Beteiligung der Menschen im Gemeinwesen.
Modellprojekte sollen zeigen, wie sich Demokratie in ländlichen oder strukturschwachen Regionen mit neuen Methoden und Materialien stärken lässt. Die Ergebnisse sollen auch für andere Organisationen oder Orte nutzbar sein.
Für deine Projektidee sind deshalb zwei Fragen besonders wichtig:
- Welches gesellschaftliche Problem möchtest du bearbeiten?
- Und was können andere aus den erprobten Methoden und deinen Erfahrungen lernen?
- Welche Themen dabei im Einzelnen aufgegriffen werden, wird durch die Ausschreibungen konkretisiert.
Säule 3: Begegnung und Austausch vor Ort
In der dritten Säule von Zusammenhalt und Teilhabe geht es um Begegnung und Austausch zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Menschen können beispielsweise verschiedenen Generationen angehören, unterschiedliche Herkunftsgeschichten haben oder verschiedene Lebensentwürfe und Weltanschauungen mitbringen.
Über persönlichen Kontakt und Austausch sollen im Projekt Vorurteile abgebaut und der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden. Dabei sollen auch Menschen, die bislang wenig vertreten sind, darin gestärkt werden, sich einzubringen und ihr Umfeld mitzugestalten.
Auch in Säule 3 geht es um Projekte vor Ort in ländlichen oder strukturschwachen Regionen. Sie sollen Möglichkeiten schaffen, miteinander in Kontakt zu kommen und unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Wie diese Begegnungen gestaltet werden und welche Gruppen angesprochen sind, konkretisieren die jeweiligen Ausschreibungen.
Für wen ist Zusammenhalt durch Teilhabe interessant?
Welche Organisationen angesprochen sind, hängt von der jeweiligen Säule ab. In Säule 1 stehen gemeinnützige Vereine und Verbände im Mittelpunkt, die landesweit oder überregional tätig sind.
Für Säule 2 nennt die Richtlinie rechtsfähige, gemeinnützige, nichtstaatliche Institutionen. Dazu können beispielsweise Bildungsträger gehören.
Säule 3 richtet den Blick auf lokale und regionale Vereine, Initiativen und Kommunen.
Dabei solltest du unterscheiden, ob deine Organisation selbst einen Antrag stellen oder als Partner an einem Projekt mitarbeiten möchte. Die Antragsberechtigung richtet sich nach der jeweiligen Säule und den geltenden Förderbedingungen. Für einen kleineren Verein kann deshalb auch die Zusammenarbeit mit einem Verband oder Bildungsträger interessant sein.
Fazit
Das Programm unterstützt demokratische Vereins- und Verbandsarbeit, die Erprobung neuer Methoden und die Begegnung zwischen unterschiedlichen Gruppen. Besonders im Blick stehen dabei ländliche oder strukturschwache Regionen.
Wenn du in diesen Bereichen arbeitest, lohnt es sich, das Programm im Blick zu behalten. Die drei Säulen geben dir eine erste Orientierung und ob deine Idee am Ende förderfähig ist, hängt von der jeweiligen Ausschreibung ab.
Neue Ausschreibungen stellen wir dir in Aktuelles vor, die Seite von Zusammenhalt und Teilhabe findest du hier. Wenn du dich auch über ein weiteres Programm zur Demokratieförderung informieren möchtest, schau dir unseren Beitrag zu Demokratie leben! an.
Viel Erfolg!
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Wer schreibt hier?

Monika Vog
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Daniel Vog
Zertifizierter Fördermittelmanager
Wir sind Monika und Daniel. Gemeinsam schreiben wir hier im Blog über Fördermittel für gemeinnützige Projekte – von der ersten Projektidee bis zum Verwendungsnachweis.
Monika bringt über 25 Jahre Praxiserfahrung im Fördermittelbereich ein, Daniel sein Fachwissen als zertifizierter Fördermittelmanager. Gemeinsam teilen wir in unseren Blog-Beiträgen unser Wissen und unsere Erfahrungen aus der Praxis.
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