So schaffst du dir mehr Auswahl

In diesem Beitrag erkläre ich dir, wie du den Blick auf dein Projekt verändern und damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kannst: Ein veränderter Blickwinkel schafft meist auch neue Fördermöglichkeiten, an die du bisher gar nicht gedacht hast. Er kann dir helfen, ein Projekt zu finanzieren, zu dem du bisher vergeblich nach Förderern gesucht hast. Er hilft dir aber auch, wenn du ein gut laufendes Projekt weiter finanzieren möchtest, dein auserkorener Zuwendungsgeber aber keine bereits begonnenen Maßnahmen fördert. Doch dazu später mehr.

Der Blick auf dein Projekt

Wenn du einen Förderantrag schreibst, solltest du immer versuchen, dein Projekt aus dem Blickwinkel deines Förderers zu betrachten. Welche Themen sind ihm wichtig? Nach welchen Kriterien entscheidet er über eine Förderung?

Mit diesen Fragen sind wir schon bei einem entscheidenden Punkt, nämlich den zwei Wegen, auf denen Zuwendungsgeber fördern.

So fördern Zuwendungsgeber

Grundsätzlich kann man zwei Arten unterscheiden, nach denen Zuwendungsgeber fördern:

1. Sie fördern bestimmte Zielgruppen

Beispiele hierfür wären das Kuratorium deutsche Altenhilfe, das Projekte rund um alte Menschen fördert. Oder Aktion Mensch, die Projekte rund um Menschen mit Behinderungen fördern.

Wichtig ist bei diesen Zuwendungsgebern, dass die zu fördernde Zielgruppe bei einem Projekt dabei ist, thematisch hast du dafür je nach Zuwendungsgeber mehr oder weniger Spielraum.

2. Sie fördern bestimmte Themen

Beispiele hierfür wären die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Projekte rund um das Thema Umwelt fördert. Oder der Katholische Fonds, der Projekte zum Thema Eine Welt und Nachhaltigkeit fördert.

Bei diesen Förderern musst du das richtige Thema treffen, während du bei der Zielgruppe mehr Spielraum hast.

Der Mix in deinem Projekt

Was heißt das nun aber für dein Projekt? Am besten gebe ich dir dazu ein Beispiel:

Du hast einen Mittagstisch für Kinder und suchst eine Finanzierung. Naheliegend ist es nun. Stiftungen oder Förderprogramme zu suchen, die die Zielgruppe Kinder und Jugend fördern. Und davon gibt es ja wahrlich genug. Wenn aus welchem Grund auch immer du hier aber keine Förderung findest, hast du zwei Möglichkeiten:

1. Du nimmst eine neue Zielgruppe dazu

2. Du stellst dein Projekt unter ein bestimmtes Thema

Eine neue Zielgruppe

Ich spinne jetzt mal ein bisschen rum, damit du verstehst, was ich meine:

Zielgruppe Kinder mit Migrations- oder Fluchthintergrund

Hast du diese Gruppe bei deinem Mittagstisch dabei, kannst du Förderer mit dem Ziel Integration und Migration anfragen, aus einem gemeinsamen Mittagstisch von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund lässt sich wunderbar ein Projekt zur Integration entwickeln.

Vielleicht kannst du sogar in Richtung Prävention von Radikalismus in seinen verschiedensten Ausprägungen gehen, das gemeinsame Essen bietet hier ja beste Möglichkeiten zum Verständnis einer anderen (Ess)Kultur.

Zielgruppe Senioren

Vielleicht kannst du deinen Mittagstisch erweitern und Senioren dazu einladen und ein generationsübergreifendes Projekt entwickeln. Damit öffnet sich dir die weite Welt der Zuwendungsgeber, die Senioren oder generationsübergreifende Projekte fördern. Oder Projekte zur lebendigen Nachbarschaft und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Du siehst, wie sich dadurch die Zahl deiner potentiellen Förderer vergrößert und sich dir ganz neue Förderer erschließen können. Diese Beispiele könnte ich jetzt noch weiterführen, zwei sollen aber genügen. Denn es gibt ja noch die zweite Möglichkeit:

Ein thematischer Fokus

Suche ein Thema, das zu deinem Projekt passt und sich konzeptionell einbinden lässt. Für den Mittagstisch wieder zwei Beispiele:

Thema gesunde Ernährung

Das Thema gesunde Ernährung bietet sich für einen Mittagstisch natürlich an und ist nicht so furchtbar innovativ. Aber auch hier gibt es Fördermöglichkeiten, die sich die Themen Gesundheit, Ernährung und Vorbeugung von Fettleibigkeit  auf die Fahne geschrieben haben.

Thema Nachhaltigkeit und Umwelt

Auch dieses Thema eignet sich gut für einen Mittagstisch, denn Ernährung und Nachhaltigkeit haben viele Berührungspunkte. Ob es nun um regionale Produkte geht, biologischen Anbau, Mindesthaltbarkeitsdaten, Konsum und Lebensmittelverbrauch, hier bietet sich ein weites Feld. Und weit ist auch das Feld der möglichen Förderer, die Projekte zu diesen Themen fördern.

Du siehst, auch diese Variante bietet dir zusätzliche Fördermöglichkeiten.

Den Blickwinkel für dein Projekt ändern

Wenn du den Blickwinkel auf dein Projekt änderst, kannst du viele neue Fördermöglichkeiten dazugewinnen. Das kann auch sehr hilfreich sein, wenn du auf der Suche nach einer Anschlussfinanzierung bist. Denn wenn du dein Projekt änderst, eine neue Zielgruppe dazu nimmst oder ein neues Thema einbindest, kannst du auch wieder neu Fördergelder beantragen.

Schau in deinem Projektumfeld, was für dein Projekt machbar ist. Welche neuen Zielgruppen sind erreichbar? Oder sogar schon TeilnehmerInnen deines Projektes? Welche Themen passen zu deinem Projekt? Gibt es Organisationen oder Vereine oder Initiativen, mit denen du kooperieren kannst, um Themen gut aufzustellen, die dir nicht liegen, oder um neue Zielgruppen zu erreichen?

Sei kreativ, denke quer und bleibe dabei auf dem Boden des Machbaren. Schließlich nutzt die beste Idee mit der höchsten Förderung nichts, wenn du sie nicht auch umsetzen kannst.

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Wer schreibt hier?

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Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

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