Förderung von Modellprojekten gegen linke Gewalt und Extremismus
Bis zu 100.000 Euro – Einreichung der Projektskizze bis 15. November 2026
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) fördert mit einer aktuellen Förderausschreibung neue Ansätze der politischen Bildung, die sich mit linker Gewalt, linker Radikalisierung und linkem Extremismus beschäftigen.
Wie können Menschen lernen, politische Konflikte demokratisch und gewaltfrei auszutragen? Wo liegen die Grenzen zwischen legitimem Protest, zivilem Ungehorsam und politisch motivierter Gewalt? Und wie kann politische Bildung dabei helfen, Radikalisierungsprozesse zu erkennen und kritisch zu hinterfragen?
Mit ihrer Förderausschreibung möchte die Bundeszentrale für politische Bildung Antworten auf diese Fragen finden und sucht dazu innovative Bildungsprojekte, die neue Methoden entwickeln und ausprobieren.
Die Ziele der Ausschreibung
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie politische Bildung Menschen dabei unterstützen kann, gesellschaftliche Konflikte besser zu verstehen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und demokratische Handlungsmöglichkeiten zu nutzen.
Laut Ausschreibung der bpb sollen die Projekte diese Ziele verfolgen:
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Wissen über Erscheinungsformen, Akteure, Ideologien und aktuelle Debatten im Themenfeld vermitteln,
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Problembewusstsein schaffen, zur Reflexion eigener Positionen, Haltungen und Grenzen anregen und Ambiguitätstoleranz fördern,
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Urteils-, Handlungs- und Konfliktfähigkeit sowie Handlungssicherheit stärken,
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demokratische Handlungsoptionen und Strategien der gewaltfreien Konfliktbearbeitung vermitteln und erproben.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen demokratisch legitimem Protest, zivilem Ungehorsam und extremistischer Gewalt. Die Projekte sollen diese Unterschiede verständlich machen und zur eigenständigen Urteilsbildung beitragen.
Wichtiges Kriterium – die Lebenswelt der Teilnehmenden
Der bpb ist besonders wichtig, dass die geförderten Projekte nicht nur theoretisches Wissen vermitteln. Sie sollen gesellschaftliche Fragen, lokale Konflikte oder persönliche Erfahrungen aufgreifen, die für die jeweilige Zielgruppe relevant sind.
Entscheidend ist, dass du dein Bildungsangebot auf die Menschen zuschneidest, die du erreichen möchtest. Die Methoden müssen zur Zielgruppe, zum Thema und zu den Bildungszielen passen. Die Teilnehmenden sollen nicht nur neues Wissen erwerben, sondern auch lernen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, eigene Standpunkte kritisch zu reflektieren und demokratische Handlungsmöglichkeiten zu nutzen.
Die Teilnehmenden sollen sich aktiv mit unterschiedlichen Sichtweisen beschäftigen, eigene Positionen hinterfragen und lernen, politische Konflikte demokratisch und gewaltfrei auszutragen. Dabei geht es auch darum, die Unterschiede zwischen demokratisch legitimem Protest, zivilem Ungehorsam und extremistischer Gewalt zu erkennen und zu verstehen.
Wie das in der Praxis aussehen kann, verdeutlicht die bpb an einem Beispiel:
Ein lokaler Konflikt um bezahlbaren Wohnraum könnte als Ausgangspunkt für ein Bildungsprojekt dienen. Die Teilnehmenden könnten gemeinsam untersuchen, welche Formen des Protests legitim sind, wo ziviler Ungehorsam beginnt und wie Feindbilder oder die Rechtfertigung von Gewalt entstehen. Gleichzeitig könnten sie überlegen, welche demokratischen Möglichkeiten sie haben, um ihre Interessen zu vertreten.
Welche Projekte werden gefördert?
Die Förderung richtet sich an sogenannte Modellprojekte. Dazu gehören Vorhaben, die neue Methoden oder Konzepte entwickeln, in der Praxis testen und anschließend anderen Organisationen zur Verfügung stellen.
Es reicht also nicht aus, ein bereits bestehendes Bildungsangebot unverändert fortzuführen.
Zu möglichen Themen, die sich für eine Förderung eignen, gibt die bpb diese Vorschläge:.
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Strategien zur Beeinflussung demokratischer Diskurse und zur strategischen Entgrenzung zwischen demokratischen und extremistischen Akteuren, etwa in gesellschaftlichen Protestbewegungen;
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Antisemitismus in historischen und aktuellen linken Kontexten, seine Bezüge zu anderen extremistischen Ideologien sowie Zusammenhänge mit Desinformation und Verschwörungsideologien, insbesondere in sozialen Medien;
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antidemokratische und antipluralistische Reaktionen auf gesellschaftliche Krisen sowie Radikalisierungsprozesse; dabei können insbesondere Grenzen legitimen Widerstands thematisiert werden;
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Gewaltanwendung und Gewaltlegitimation durch linksextremistische Akteure sowie damit verbundene Feindbildkonstruktionen, beispielsweise gegenüber Sicherheitsbehörden, Infrastruktur, Wirtschaftsunternehmen oder politischen Gegnern;
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Akteure, ihre Positionen und Ziele sowie historische Wurzeln und ideologische Kontinuitäten vor dem Hintergrund aktueller Konflikte;
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die Wahrnehmung der Rolle des Staates und seiner Institutionen im Umgang mit Linksextremismus.
Auch andere Themen sind möglich, solange sie zu den Zielen der Ausschreibung passen.
Welche Bildungsformate kommen infrage?
Denkbar sind beispielsweise:
- Workshops und Fortbildungen: Bildungsangebote für Menschen, die selbst in der politischen Bildung tätig sind.
- Aufsuchende Bildungsarbeit: Angebote, die Menschen dort erreichen, wo sie sich aufhalten, beispielsweise in Jugendzentren, Vereinen oder Online-Communities.
- Lokale Bildungsprojekte: Formate, die gesellschaftliche Konflikte vor Ort aufgreifen und Möglichkeiten der demokratischen Beteiligung vermitteln.
- Historisch-politische Bildungsarbeit: Angebote, die historische Entwicklungen mit aktuellen politischen Fragen verbinden.
- Gemeinsam entwickelte Bildungsformate: Projekte, bei denen Teilnehmende aktiv an der Gestaltung mitwirken.
Entscheidend ist, dass die gewählte Methode zur Zielgruppe und zum Bildungsziel passt und an der Lebenswelt der Teilnehmenden ansetzt. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber das ist ein wichtiger Aspekt, den du in deinem Antrag beachten und klar herausstellen solltest.
Gut zu wissen: Die reine Produktion eines Podcasts, einer Ausstellung oder einer Veröffentlichung reicht für eine Förderung nicht aus. Im Mittelpunkt muss der politische Bildungsprozess stehen. Medien und andere Produkte können Teil eines Projekts sein, wenn die Teilnehmenden sie gemeinsam erarbeiten.
Wer kann die Förderung beantragen?
Grundsätzlich können sich rechtsfähige Organisationen aus Deutschland bewerben. Die Ausschreibung richtet sich allerdings insbesondere an Träger der politischen Bildung. An die fachlichen Kenntnisse und Erfahrungen der Antragstellenden stellt die bpb nämlich besondere Anforderungen:
Antragstellende sollten über fundierte Kenntnisse in den Themenfeldern linker Gewalt, linker Radikalisierung und linkem Extremismus sowie über die damit verbundenen aktuellen Debatten verfügen. Sie sollen außerdem praktische Erfahrung in der Konzeption und Durchführung politischer Bildungsangebote nachweisen.
Achte also darauf, dass du deine Fachlichkeit gut ausweist.
Kooperationen mit anderen Organisationen sind möglich.
Wie hoch ist die Förderung?
Für ein Modellprojekt kannst du insgesamt bis zu 100.000 Euro beantragen. Die Mindestfördersumme liegt bei 50.000 Euro.
Die Förderung verteilt sich auf die Jahre 2027 und 2028. Pro Jahr kannst du maximal 50.000 Euro erhalten. Die Projektlaufzeit beträgt zwischen 12 und 18 Monaten.
Dein Projekt darf frühestens am 1. Juni 2027 und muss spätestens am 1. August 2027 beginnen. Bis zum 31. Dezember 2028 muss es abgeschlossen sein.
Förderfähig sind Personal- und Sachkosten, genaueres dazu findest du in der Ausschreibung.
Wie kannst du die Förderung beantragen?
Das Bewerbungsverfahren besteht aus zwei Phasen.
Phase 1: Projektskizze bis zum 15. November 2026
Zunächst reichst du eine kurze Projektskizze ein. Dafür stellt die bpb eine Vorlage bereit.
Phase 2: Vollständiger Förderantrag bis zum 17. Januar 2027
Bis zum 6. Dezember 2026 informiert die bpb die ausgewählten Organisationen darüber, dass sie einen vollständigen Förderantrag einreichen dürfen. Mit dieser Aufforderung erhalten sie auch die notwendigen Antragsunterlagen, den vollständigen Antrag müssen die ausgewählten Organisationen dann bis zum 17. Januar 2027 einreichen.
Wichtig: Einen vollständigen Förderantrag kannst du nur stellen, wenn die bpb dich nach der ersten Bewerbungsphase ausdrücklich dazu auffordert.
Die Bewertungskriterien
Projektskizzen werden danach bewertet, ob die Projektidee nachvollziehbar begründet ist, die Methoden zur Zielgruppe passen und die geplanten Maßnahmen tatsächlich zur Stärkung demokratischer Handlungsmöglichkeiten beitragen.
Für deine Bewerbung bedeutet das: Beschreibe möglichst konkret, welches Problem du mit deinem Projekt bearbeiten möchtest, wen du erreichen willst und warum dein gewählter Bildungsansatz dafür geeignet ist. Erkläre außerdem, was an deiner Idee neu ist und wie andere Organisationen später von deinen Erfahrungen profitieren können. Plane auch ausreichend Zeit für die begleitende Evaluation ein. Die bpb empfiehlt, dafür etwa fünf bis zehn Prozent der Arbeitszeit der Projektmitarbeitenden vorzusehen.
Alle Details zur Ausschreibung und die Vorlage für deine Projektskizze findest du auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung.
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Wir sind Monika und Daniel. Gemeinsam schreiben wir hier im Blog über Fördermittel für gemeinnützige Projekte – von der ersten Projektidee bis zum Verwendungsnachweis.
Monika bringt über 25 Jahre Praxiserfahrung im Fördermittelbereich ein, Daniel sein Fachwissen als zertifizierter Fördermittelmanager. Gemeinsam teilen wir in unseren Blog-Beiträgen unser Wissen und unsere Erfahrungen aus der Praxis.
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