ANBest-P verstehen: Verwendung der Zuwendung

Im ersten Teil dieser Reihe hast du erfahren, was die ANBest-P sind und warum du sie nicht einfach beiseitelegen solltest. Doch was bedeuten die Vorgaben eigentlich für deinen Projektalltag?

Spätestens wenn die ersten Ausgaben anfallen, du Angebote einholen musst oder sich im Projekt etwas anders entwickelt als geplant, hilft ein Blick in die ANBest-P. Hier findest du Antwort auf ganz praktische Fragen: Darfst du Mittel umschichten? Wann musst du die Förderstelle informieren? Und welche Unterlagen solltest du von Anfang an aufbewahren?Die gute Nachricht: Viele Anforderungen lassen sich problemlos erfüllen, wenn du sie von Anfang an im Blick hast.

Fördermittel sind an einen Zweck gebunden

Wenn du eine Förderung erhältst, wird das Geld nicht einfach für deine Organisation bewilligt. Es wird für ein bestimmtes Projekt und für die Maßnahmen bewilligt, die du im Antrag beschrieben hast.

In der Praxis kommt es allerdings häufig vor, dass sich Projekte anders entwickeln als geplant. Vielleicht benötigst du weniger Geld für Druckkosten als gedacht, dafür aber mehr für Honorare. Oder eine geplante Veranstaltung fällt aus und soll durch ein anderes Format ersetzt werden.

Solche Änderungen sind nicht ungewöhnlich. Trotzdem solltest du nicht davon ausgehen, dass du Fördermittel beliebig umschichten kannst.

Ein typischer Fehler besteht darin, Ausgaben eigenständig umzubuchen und die Förderstelle erst beim Verwendungsnachweis darüber zu informieren. Ob eine Änderung zulässig ist, hängt von den Vorgaben des jeweiligen Fördergebers ab. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig nachzufragen, wenn sich größere Abweichungen abzeichnen.

Die 20%-Regel

Es gibt eine Erleichterung, die viele nicht kennen: Nach Nr. 1.2 der ANBest-P dürfen einzelne Ausgabeansätze häufig um bis zu 20 Prozent überschritten werden, wenn die Mehrausgaben durch entsprechende Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen werden. Voraussetzung ist, dass der Zuwendungszweck dadurch nicht verändert wird.

Ein Beispiel: Für Honorare sind 5.000 Euro eingeplant, für Öffentlichkeitsarbeit 2.000 Euro. Im Projekt zeigt sich, dass du für die Öffentlichkeitsarbeit weniger Geld benötigst, dafür aber zusätzliche Honorarkosten entstehen. Unter den Voraussetzungen der ANBest-P kann eine solche Verschiebung innerhalb des Budgets zulässig sein, ohne dass dafür ein Änderungsantrag erforderlich wird.

Nicht jede Änderung lässt sich jedoch über die 20%-Regel auffangen. Manchmal verändern sich Projekte stärker als ursprünglich geplant. Vielleicht fällt ein wichtiger Projektbaustein weg, neue Aktivitäten kommen hinzu oder die Kosten verschieben sich deutlich zwischen den einzelnen Positionen. Manche Förderer lassen es auch nicht zu, dass du Personalkosten gegen Sachkosten verrechnest. Auch hier gilt: Frag im Zweifel nach.

Der Änderungsantrag

In Fällen, in denen die Änderung nicht über die 20%-Regel abgedeckt ist, kann ein Änderungsantrag notwendig werden. Damit informierst du die Förderstelle darüber, was sich im Projekt verändert hat und warum die Anpassung erforderlich ist. Das gilt natürlich auch für wesentliche inhaltliche Veränderungen in deinem Projekt. Je nach Fördergeber musst du dafür ein Formular ausfüllen oder die Änderungen schriftlich begründen. Schriftlich ist in diesem Fall gut, da du dann einen Nachweis hast, dass deine Änderung bewilligt wurde.

Wichtig ist vor allem der Zeitpunkt: Warte nicht, bis die Maßnahme bereits umgesetzt ist oder der Verwendungsnachweis ansteht. Förderstellen möchten Änderungen in der Regel vorab prüfen. Deshalb solltest du dich möglichst früh melden, sobald absehbar ist, dass die ursprüngliche Planung nicht mehr eingehalten werden kann.

Aus meiner Erfahrung sind Förderstellen bei nachvollziehbaren Änderungen oft deutlich flexibler, als viele AntragstellerInnen vermuten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Anpassungen rechtzeitig kommuniziert werden.

Im Zweifel gilt: Lieber einmal mehr Rücksprache halten als später eine unangenehme Überraschung erleben.

Wirtschaftlich handeln gehört zur Förderung dazu

Öffentliche Fördermittel bringen eine weitere Anforderung mit sich: Sie sollen wirtschaftlich und sparsam eingesetzt werden.

Das bedeutet nicht automatisch, dass du immer das günstigste Angebot wählen musst. Du solltest aber nachvollziehbar begründen können, warum du dich für einen bestimmten Anbieter oder eine bestimmte Anschaffung entschieden hast. 

Vielleicht möchtest du Technik anschaffen, eine Referentin beauftragen oder eine Dienstleistung einkaufen. In vielen Förderprogrammen musst du dafür mehrere Angebote einholen oder zumindest nachweisen können, dass du Preise verglichen hast.

Hier passieren in der Praxis immer wieder die gleichen Fehler. Angebote werden zwar eingeholt, später aber nicht mehr gefunden. Oder die Internetrecherche für Anschaffungen wird gar nicht dokumentiert, und später ist nicht mehr nachweisbar, warum die Entscheidung auf einen bestimmten Anbieter gefallen ist.

Deshalb lohnt es sich, Vergleichsangebote, Internetrecherche und Entscheidungsgrundlagen direkt abzuspeichern. Das kostet nur wenige Minuten und kann später viel Arbeit ersparen.

Dokumentation beginnt nicht erst am Projektende

Wenn das Projekt läuft, hat die Dokumentation oft keine hohe Priorität. Veranstaltungen müssen vorbereitet, Teilnehmende betreut und Aufgaben erledigt werden. Rechnungen landen dann schnell in einer Schublade oder irgendwo im E-Mail-Postfach.

Genau hier entstehen viele Probleme.

Denn am Ende des Projekts musst du nachweisen können, wofür die Fördermittel verwendet wurden. Je länger du mit der Ablage wartest, desto schwieriger wird es, fehlende Unterlagen wiederzufinden.

Am besten legst du von Beginn an eine einfache Struktur an. Sammle Rechnungen, Zahlungsnachweise und wichtige Unterlagen direkt an einem Ort. Das muss kein kompliziertes System sein. Oft reicht bereits ein klar strukturierter Ordner im Regal, auf dem Computer oder in der Cloud.

Ein häufiger Fehler besteht übrigens darin, nur die Rechnung aufzubewahren. Für Fördermittelgeber ist oft auch wichtig, dass die Zahlung tatsächlich erfolgt ist. Deshalb solltest du auch Kontoauszüge oder andere Zahlungsnachweise sichern. 

Gute Organisation spart Zeit und Nerven

Wenn man die ANBest-P zum ersten Mal liest, wirken sie oft umfangreich und kompliziert. Im Projektalltag geht es aber meist um einige wenige Grundprinzipien: Fördermittel zweckgebunden einsetzen, Entscheidungen nachvollziehbar dokumentieren und bei Unsicherheiten rechtzeitig nachfragen.

Beherzigst du diese Punkte, hast du schon einen großen Teil der Anforderungen erfüllt. Du musst also nicht jede Formulierung auswendig kennen. Viel wichtiger ist es, von Anfang an Strukturen zu schaffen, die dir die Umsetzung erleichtern.

Lege beispielsweise früh fest, wo Belege gespeichert werden, wer für Mittelabrufe zuständig ist und wie wichtige Fristen dokumentiert werden. Solche einfachen Routinen kosten wenig Zeit, helfen aber dabei, den Überblick zu behalten. Gerade bei größeren Projekten zahlt sich das aus. Denn je besser die Organisation während der Laufzeit funktioniert, desto entspannter wird später die Erstellung des Verwendungsnachweises.

Fazit

Die ANBest-P begleiten dein Projekt von der ersten Ausgabe bis zum Verwendungsnachweis. Viele ihrer Anforderungen wirken zunächst bürokratisch, betreffen aber ganz praktische Fragen des Projektalltags. Wenn du Ausgaben dokumentierst, wichtige Unterlagen systematisch ablegst und Änderungen frühzeitig kommunizierst, vermeidest du bereits viele typische Probleme.

Im nächsten Teil dieser Reihe geht es um den Mittelabruf und damit verbundene Fristen, wir werfen auch einen Blick auf Änderungen im Kosten- und Finanzierungsplan. Bleib also dran, damit du dein Projekt erfolgreich umsetzen kannst und keine Zuwendung verlierst.


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Wir sind Monika und Daniel. Gemeinsam schreiben wir hier im Blog über Fördermittel für gemeinnützige Projekte – von der ersten Projektidee bis zum Verwendungsnachweis.

Monika bringt über 25 Jahre Praxiserfahrung im Fördermittelbereich ein, Daniel sein Fachwissen als zertifizierter Fördermittelmanager. Gemeinsam teilen wir in unseren Blog-Beiträgen unser Wissen und unsere Erfahrungen aus der Praxis.

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