Vier Offene Ausschreibungen auch für nationale Projekte

Gleichstellung der Geschlechter – Kinderschutz – Gewaltprävention – Kommunale Netzwerke

Das Programm „Citizens, Equality, Rights and Values“ (CERV) der Europäischen Union fördert Projekte zum Thema Unionswerte, Gleichstellung, Teilhabe und Gewaltprävention. Aktuell sind einige Programme zur Antragstellung geöffnet, sie greifen interessante und relevante Themen auf wie Gleichstellung der Geschlechter, Kinderrechte, Kinder-Gesundheit und Beteiligung von Kindern oder die Verhinderung und Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt und Gewalt gegen Kinder. Grund genug, dir hier einen kurzen Überblick über mögliche Förderinhalte zu geben.

Das Programm CERV

CERV ist ein Programm, das es in der alten EU-Förderperiode noch nicht gab, ich schrieb es gerade schon, CERV steht für Citizens, Equality, Rights an Values. Unter seinem Dach findest du die in der letzten Förderperiode noch eigenständigen Förderprogramme „Rechte, Gleichstellung und Unionsbürgerschaft (RGU)“ sowie „Europa für Bürgerinnen und Bürger (EfBB)“. CERV hat diese vier Aktionsbereiche:

1. Werte der Union – Schutz und Förderung von Unionswerten.

2. Gleichstellung, Rechte und Geschlechtergleichstellung – Förderung von Rechten, Nicht-Diskriminierung, Gleichstellung, einschließlich der Gleichstellung der Geschlechter.

3. Bürgerbeteiligung und Teilhabe – Förderung von Bürgerbeteiligung und Teilhabe am demokratischen Leben der Europäischen Union.

4. Daphne – Bekämpfung von Gewalt, einschließlich geschlechts­spezifischer Gewalt.

Willst du mehr zu diesem interessanten Programm wissen, lies dir den Beitrag CERV durch, dort habe ich das Programm ausführlicher beschrieben.

Sehr empfehlenswert ist außerdem die Internetseite der Nationalen Kontaktstelle von CERV, dir dir einen guten Überblick über alle Fördermöglichkeiten bietet.

Bei den Ausschreibungen wirst du sehen, dass die Antragsfristen angenehm lang sind, ich rate dir, trotzdem frühzeitig anzufangen. Wenn du schnell genug fertig bist, kannst du nämlich den Antragscheck der Nationalen Kontaktstelle nutzen. Das Team dort prüft deinen Antrag und gibt ihn dir mit Anmerkungen zurück, so dass du ihn noch einmal nachbessern kannst. Dazu muss er aber mindestens zwei Wochen vor Fristende bei der Kontaktstelle eingehen.

Hier geht`s jetzt weiter mit einem ersten Einblick in die aktuell offenen Ausschreibungen. Eigentlich hätte jede davon einen eigenen Beitrag verdient, aber ich wollte nicht vier Wochen lang nur über CERV berichten. Deshalb findest du hier Infos zu den wesentlichen Inhalten der jeweiligen Ausschreibung, ist sie für dich interessant, kannst du über den Link, den ich dir dazugebe, alle weiteren Details nachlesen. Fangen wir an:

Förderung der Gleichstellung der Geschlechter

Frist 29.02.2024 – Förderung mindestens 100.000 Euro

Dieses Förderprogramm hat noch eine kleine Unklarheit: Als Fristbeginn steht auf der Homepage der 12.12.2023, trotzdem hat es noch nicht den Status „Offen“, sondern ist noch als „Angekündigt“ vermerkt. Prüf das also nochmal nach, ehe du dich auf die Frist 24.02. verlässt. Im Zweifel wird sie aber ja eher später als früher liegen.

Der Titel des Programmes sagt es schon, hier geht es um die Gleichstellung der Geschlechter hinsichtlich der sogenannten Care-Work aber auch im Arbeitsumfeld und auf dem Arbeitsmarkt.

Ich zitiere von der Homepage CERV:

Ziel dieser Priorität ist es, folgendes zu unterstützen:

  • Förderung familienfreundlicher Praktiken in Unternehmen, wodurch Frauen und Männer dazu ermutigt werden, die neuen Rechte im Rahmen der Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in Anspruch zu nehmen (einschließlich Urlaub aus familiären Gründen, neue Formen der Arbeitsorganisation, Telearbeit und hybride Arbeitsformen, flexible Arbeitszeiten, Arbeitszeitverkürzung, Jobsharing usw.);

  • Vorbeugung und Schutz vor jeglicher Form der Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen während und nach der Schwangerschaft sowie von Frauen und Männern, die Urlaub aus familiären Gründen und flexible Arbeitsregelungen in Anspruch nehmen;

  • Schärfung des Bewusstseins für den Wert der Pflegearbeit

  • Infragestellung von Geschlechterstereotypen, die für die traditionelle Arbeitsteilung sorgen, mit dem Ziel,

    • eine gleichberechtigte Aufteilung der informellen Pflegearbeit (Betreuung der Kinder, Hausarbeit und Pflege von Angehörigen usw.) zu fördern

    • die Rolle der Männer bei der Übernahme von Betreuungs- und familiären Pflichten zu fördern und Männer zu ermutigen, Eltern- und Vaterschaftsurlaub zu nehmen;

    • den Wert der bezahlten Pflegearbeit zu fördern;

    • die Beteiligung von Männern an der (formellen und informellen) Pflegearbeit zu fördern, sowohl bei der Kinderbetreuung als auch bei der Langzeitpflege.

Dein Projekt kann bis zu 24 Monate laufen, willst du mehr zu dieser Ausschreibung wissen, findest du hier weiterführende Informationen.

Rechte des Kindes und Beteiligung von Kindern

Frist 26.03.2024 – Förderung mindestens 100.000 Euro

Dieser Aufruf stammt aus dem Aktionsbereich Bürgerbeteiligung und Teilhabe, CERV fördert Projekte mit einer Laufzeit bis zu 24 Monaten, nationale Projekte sind möglich, transnationale Projekte werden bevorzugt gefördert.

Förderfähige Inhalte sind diese:

Psychische Gesundheit von Kindern

Gesucht werden Projekte aus den Themenfeldern Prävention, Schutzes und Unterstützung von Kindern mit psychischen Problemen, ihr Schwerpunkt sollte darauf liegen,

  • Kindern Gehör zu verschaffen und sie zu beteiligen, zum Beispiel durch Peer-to-Peer-Initiativen oder Gemeinschaftsgruppen,
  • psychischen Problemen vorzubeugen und gute Gewohnheiten und Aktivitäten zur psychischen Gesundheit zu fördern zum Beispiel durch Schulung der Fachkräfte, die mit Kindern arbeiten,
  • Eltern, Lehr- und Pflegekräfte zu unterstützen und weiterzubilden.

Beachtung der Kinderrechtsperspektive in Maßnahmen auf nationaler und lokaler Ebene

In dieser Priorität geht es darum, Kinderrechte umzusetzen und die dafür notwendigen Instrumente zu entwickeln. Dazu gehören

  • zuverlässige und vergleichbare Daten über Kinder, Indikatoren oder Benchmarks für Kinderrechte zu sammeln,
  • Kinderrechte in Haushaltsplänen zu berücksichtigen, um angemessene Ressourcen für neue und bestehende Mechanismen zur Beteiligung von Kindern auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene zu schaffen, zu verbessern und bereitzustellen;
  • Strategien für die Rechte des Kindes auf nationaler und lokaler Ebene in Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteur:innen, einschließlich Kindern, Organisationen der Zivilgesellschaft, privaten und öffentlichen Akteur:innen zu entwickeln;
  • Bemühungen für eine bessere Umsetzung der EU- und internationalen rechtlichen Verpflichtungen auf nationaler und lokaler Ebene zu koordinieren.

Beteiligung und Teilhabe von Kindern

In dieser Priorität soll die umfassende und systemische Beteiligung von Kindern auf lokaler, nationaler und EU-Ebene gefördert werden. Projekte sollen dazu an der Child Participation Platform, ansetzen und ergänzende Maßnahmen auf nationaler oder lokaler Ebene durchführen, die die Beteiligung von Kindern ermöglichen oder stärken.  

Hier fördert CERV zum Beispiel

  • Schulungen und die Erstellung von Schulungsmaterialien für Fachkräfte,
  • die Konzeption und Umsetzung von Mechanismen zur Beteiligung von Kindern in Schulen, Stadträten und Kinderbeiräten sowie
  • die Einrichtung von Konsultationsmechanismen mit Kindern auf lokaler Ebene, sodass diese der Plattform (CPP) beitreten können.

Ziel der Maßnahmen ist es, die Bildung in den Bereichen Staatsbürgerschaft, Gleichheit (einschließlich der Gleichstellung der Geschlechter) und Teilhabe an demokratischen Prozessen zu stärken, Kinder in politische Diskussionen einzubinden und das Bewusstsein der Allgemeinheit für Kinderrechte zu schärfen.

Die Projekte müssen praxisorientiert sein und sich tatsächlich auf das Recht der Kinder und auf ihre Beteiligung auswirken.

Bewusstsein für demokratische Rechte, das in der Kindheit beginnt

Hier geht es CERV darum, Kindern schon frühzeitig demokratische Rechte und Prozesse zu vermitteln. Dazu sollen kreatives Lernen und moderne pädagogische – auch digitale – Methoden eingesetzt werden und traditionelle Methoden ergänzen.

Willst du mehr zu dieser Ausschreibung wissen, findest du hier weiterführende Informationen. 

Verhinderung und Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt und Gewalt gegen Kinder

Frist 24. April 2024 – Förderung mindestens 100.000 Euro

Auch dieser Aufruf hat trotz Fristbeginn 12.12. noch den Status „Angekündigt“. Prüfe das also noch einmal, solltest du hier einen Antrag stellen wollen. Projekte können bis zu 24 Monate laufen.

Die Überschrift beschreibt es schon, hier geht es darum, jegliche Form von geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie gegen Kinder und Jugendliche und andere gefährdete Gruppen zu verhüten und zu bekämpfen.

Förderfähig sind dazu

  • die Entwicklung von Instrumenten, die dabei helfen, frühe Anzeichen von häuslicher Gewalt und Gewalt gegen Kinder zu erkennen und zu bekämpfen;
  • die Sensibilisierung, auch über soziale Medien oder Pressekampagnen, Öffentlichkeitsarbeit und Stärkungsmaßnahmen, einschließlich Kommunikationstätigkeiten und Verbreitung von Informationen;
  • Kapazitätsaufbau und Schulung von Fachkräften und einschlägigen Interessenträger:innen, insbesondere Schulungsprogramme für Ausbilder:innen und Schulungstätigkeiten lokaler, regionaler und nationaler Behörden;
  • der Entwurf und die Umsetzung von Strategien und Protokollen, Entwicklung von übertragbaren Arbeitsmethoden und -instrumenten, Koordinierungsplattformen und -gruppen;
  • Konzeption von Diensten und Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs zu Opferhilfeleistungen;
  • Ermittlung und Austausch bewährter Verfahren, Zusammenarbeit, gegenseitiges Lernen, Entwicklung von Arbeits- und Lernmethoden, einschließlich übertragbarer Mentoring-Programme;
  • Erarbeitung von Leitfäden und Handbüchern für spezialisierte Unterstützungsdienste (z. B. am Arbeitsplatz, in Schulen, an Hochschulen, im Internet);
  • analytische Tätigkeiten wie Datenerhebung und -recherche sowie Erstellung und Implementierung von Instrumenten oder Datenbanken/Strategien und Systemen zur Datenerhebung

Antragstellende Organisationen werden ermutigt, bereits vorhandene Materialien (z. B. Tools, Projektergebnisse, Handbücher, Forschungsergebnisse, Studien, Mapping-Übungen, Berichte usw.) zu nutzen, zu verbreiten und darauf aufzubauen.

Bevorzugt werden Praxisprojekte zur Entwicklung und Umsetzung konkreter Maßnahmen. Willst du mehr zu dieser Ausschreibung wissen, findest du hier weiterführende Informationen. 

Kommunale Netzwerke

Frist 18. April 2024

Über diese Priorität soll der Austausch zwischen den Bürger:innen verschiedener Länder gefördert werden um gegenseitiges Verständnis und Toleranz zu stärken und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Perspektive zu erweitern und ein Gefühl europäischer Zugehörigkeit und Identität zu entwickeln.

Von den kommunalen Netzwerken wird erwartet, dass sie eine Reihe von Aktivitäten zu Themen von gemeinsamem Interesse durchführen, wie

  • Klima und Umwelt,
  • energiebezogene Fragen,
  • Solidarität und Migration,
  • kulturelle Vielfalt der Europäischen Union
  • europäische Werte und das kulturelle Erbe als Grundlage für eine gemeinsame Zukunft.

Zu den Aktivitäten im Zusammenhang mit kommunalen Netzwerken können Workshops, Seminare, Konferenzen, Schulungsmaßnahmen, Treffen von Expert:innen, Webinare, Sensibilisierungsmaßnahmen, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, Datenerfassung und Konsultationen, Entwicklung, Austausch und Verbreitung bewährter Verfahren zwischen Behörden und Organisationen der Zivilgesellschaft, Entwicklung von Kommunikationsinstrumenten und Nutzung sozialer Medien gehören.

Im Rahmen dieser Maßnahme werden Kommunen oder Regionen und Verbände, die langfristig zusammenarbeiten, aufgefordert, kommunale Netzwerke aufzubauen, um ihre Zusammenarbeit nachhaltiger zu gestalten und bewährte Verfahren auszutauschen.

Willst du mehr zu dieser Ausschreibung wissen, findest du hier weiterführende Informationen. 


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