Aktiv für Familien und ihre Kinder

Akti(F) Plus ist eine Fördermöglichkeit des ESF, der Projekte für Familien mit hohen Summen fördert. Voraussichtlich Ende Dezember 2022 wird das Antragsfenster geöffnet, einige wenige Wochen lang wird es dann möglich sein, Fördergelder zu beantragen. Es lohnt sich, vorab schon Antragsinhalte vorzubereiten, erste Infos zu dem Programm gebe ich dir in diesem Beitrag.

„Akti(F) Plus – Aktiv für Familien und ihre Kinder“

Akti(F) ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), das 2020 bereits in einer Modellvariante lief. Es wurde mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert und war sehr gut mit Fördergeldern ausgestattet: Mit mehr als 75 Millionen Euro wurden 40 Projekte geöfrdert, du siehst, hier geht es nicht um kleine Summen. Das Nachfolgeprogramm heißt nun Akti(F) Plus, es soll sich gegenüber dem Vorgängerprogramm nicht wesentlich verändern.

Die Richtlinie zu Akti(F) Plus soll am 20. Dezember 2022 veröffentlicht werden. Ein paar Infos gibt es schon vorab, von denen ich die hier berichte, damit du dich auf diesen Antrag gut vorbereiten und einige Eckpunkte einstielen oder Kooperationen anstoßen kannst.

Bekannte Inhalte des Programms Akti(F) Plus

Akti(F) Plus möchte mit seiner Förderung die Lebenssituation von Familien verbessern, die von sozialer Ausgrenzung und Armut bedroht sind und ihre soziale Teilhabe sichern.

Dazu sollen Familien der Zielgruppe ganzheitlich betreut werden, dies soll nicht zuletzt dadurch gelingen, dass die strukturelle und rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit der Akteure des SGB II, SGB III, SGB VIII und SGB XI vor Ort weiter verbessert wird. 

Diese beiden Inhalte muss dein Projekt abdecken, wir schauen uns das aber noch genauer an.

Zielgruppen von Akti(F) Plus

Zu den Zielgruppen des Programms gehören

  • Familien mit minderjährigen Kindern, die Leistungen aus dem SGB II oder dem SGB XII beziehen, dazu gehören auch ergänzende, aufstockende Leistungen
  • Familien, die Kinderzuschlag erhalten oder Anspruch darauf haben,
  • Familien, d.h. Eltern – bei Bedarf auch andere erwachsene Haushaltsmitglieder (z.B. Lebenspartner*innen) – und ihre Kinder, die von sozialer Ausgrenzung und Armut bedroht sind.
  • Besondere Zielgruppen wie beispielsweise Alleinerziehende oder Menschen mit Behinderungen.

Förderfähige Inhalte

Grundsätzlich geht es darum, die Lebenssituation von Familien in Armut zu verbessern, Eltern bei der Aufnahme und/oder Ausweitung einer Beschäftigung zu unterstützen und Kooperationsstrukturen für eine bessere Unterstützung der Familien auf- oder auszubauen.

Dazu sind folgende Inhalte förderfähig, die du genauso auf der ESF-Seite des Bundesfindest, den Link gibt´s wie immer zum Ende des Beitrages 

  • Ergänzende Unterstützung im Integrationsprozess für arbeitslose Eltern durch individuelle, ggf. aufsuchende, Beratungs-/Coachingangebote (Familiencoaches/ Lotsen/ Navigator*innenen/ Mentor*innen), die zusätzlich zu den Leistungen nach dem SGB III und SGB II erbracht werden. Im Zentrum der Beratung stehen dabei die individuellen oder familiären Problemlagen, die eine Beschäftigungsaufnahme oder eine Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit behindern, zum Beispiel weil sie die Inanspruchnahme von Leistungen zur Eingliederung in Arbeit oder zur Teilhabe am Arbeitsleben erschweren (z.B. eine eingeschränkte Mobilität, fehlende Kinderbetreuung, fehlende Alltagsstrukturierung oder Suchtprobleme).

  • Unterstützung von Eltern mit Behinderungen, insbesondere bei der bedarfsgerechten Inanspruchnahme von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder von begleitenden Hilfen im Arbeitsleben nach dem SGB IX. Die Beratungsleistungen werden in enger Abstimmung mit den zuständigen Agenturen für Arbeit, Jobcentern oder Rehabilitationsträgern erbracht.

  • Erwerbstätige Eltern sollen durch die Beratungs- bzw. Coachingangebote befähigt werden, ihre Beschäftigung beizubehalten und/oder ihre Beschäftigung zu einer bedarfsdeckenden Beschäftigung auszuweiten.

  • Darüber hinaus soll mit der Förderung ein Beitrag zur Verbesserung der strukturellen und rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit (z.B. SGB II, SGB III, SGB VII, SGB, VIII/KKG, SGB IX und SGB XII) vor Ort geleistet werden.

Kooperationen gefordert

Ich hatte es bereits eingangs beschrieben, Akti(F) Plus möchte die strukturelle und rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit der Akteure des SGB vor Ort weiter verbessern. Für dein Projekt bedeutet das, dass du Kooperationen mit den entsprechenden Akteuren vor Ort eingehst. Insbesondere mit dem lokalen Jobcenter ist eine Kooperationsvereinbarung zwingend notwendig. Am Antrag selbst soll sich das Jobcenter jedoch nicht beteiligen.

In der Richtlinie des Vorläuferprogramms wurden darüber hinaus auch folgende mögliche Kooperationspartner genannt:

  • Trägern der öffentlichen und freien Jugendhilfe
  • Agenturen für Arbeit
  • Sozialhilfeträgern
  • Träger der Eingliederungshilfe
  • Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit,
  • (Berufs-)Schulen,
  • Quartiersmanagement
  • Wirtschaftsakteuren (z. B. Unternehmen und Kammern)
  • Die gesetzliche Rentenversicherung und die gesetzlichen Krankenversicherungen in ihrer Eigenschaft als Rehabilitationsträger und Erbringer von Präventionsleistungen 

Der Antrag

Der Antrag im Förderprogramm Akti(F) Plus läuft über das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und ist zweistufig. Das heißt, zuerst läuft ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren. Das ist ein Antrag in abgespeckter Form, in dem du deine Projektidee samt Inhalten und Methoden darstellst. In der letzten Förderrunde war diese Interessensbekundung allerdings schon recht umfangreich, Projektinhalte und -ansätze wurden umfänglich abgefragt. Stell dich also darauf ein, dass das diesmal auch so sein wird und du definitiv mehr als 500 Zeichen pro Frage schreiben musst. Sicher ist sicher.

Nach der Prüfung deiner Interessensbekundung erhältst du Bescheid, ob du einen Antrag stellen kannst. Hast du diese Hürde geschafft, stehen deine Förderaussichten gut. Das heißt aber auch, dass du hier überzeugen musst und eine gute Projektidee abgeben solltest.

In der Regel kannst du im eigentlichen Antrag dann noch Details deines Projektes variieren, vielleicht ändert sich noch etwas an deinen Kosten, oder Durchführungsorte oder die Personalaufteilung. Die grundsätzliche Ausrichtung deines Projektes muss aber gleich bleiben.

Das Interessensbekundungsverfahren startet voraussichtlich am 20.12.2022, geförderte Projekte können frühestens zum 01.07.2023 starten. Diese Daten sind mit etwas Vorsicht zu genießen, Verzögerungen sind bei öffentlichen Antragsverfahren nichts ungewöhnliches. Auch darauf solltest du dich einstellen.

Sonst noch Wissenswert

Die Förderquote von Akti(F) Plus liegt voraussichtlich bei 90%, förderfähig sind Personalkosten, Sachkosten und Honorarkosten. Was genau geht und was nicht, musst du der Förderrichtlinie entnehmen. 

Willst du genauer wissen, was an Förderung möglich ist, an Maßnahmen gewünscht wird und worauf das BMAS besonders Wert legt, dann schaue dir die Ausschreibung des Vorgängerprogramms an. Wie gesagt, wahrscheinlich wird es im Nachfolgeprogramm keine grundsätzlichen Änderungen geben. Für das Vorgängerprogramm findest du auch Kriterien, nach denen die Projekte bewertet werden, auch eine interessante Lektüre, die ich dir ans Herz lege.

Infos zu Vorgängerprogramm Akti(F) für Familien findest du hier, Die Ausschreibung des aktuellen Programms Akti(F) Plus und Infos vorab dazu findest du hier.


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In der Rubrik „Der Antrag“ findest du viele Tipps zum Schreiben deines Antrages; wie du einzelne Elemente formulierst, Projektziele festlegst, Indikatoren entwickelst oder was du zu Gender oder Nachhaltigkeit schreiben kannst und vieles mehr.

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