Bist du in der Entwicklungshilfe aktiv und hast du eine lokale Partnerorganisation, mit der du ein gemeinsames Projekt betreibst? Dann ist dieser Beitrag für dich interessant, denn ich stelle dir hier sieben Fördermöglichkeiten zur Finanzierung deines entwicklungspolitischen Auslandsprojektes vor.

EU, Bund, Stiftungen und Botschaften

Für entwicklungspolitische Projekte im Ausland gibt es viele verschiedene Fördermöglichkeiten, ich beschränke mich in diesem Beitrag auf diese zwei:

  • Förderung des Bundes über das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
  • Projektfonds der deutschen Botschaften im Ausland

Zur Förderung über Stiftungen wird es einen eigenen Beitrag geben, willst du vorab schon mehr wissen, dann schau in den Stiftungsreport ‚Entwicklungszusammenarbeit‘ des Bundesverbandes deutscher Stiftungen. Neben vielen interessanten Infos zur Stiftungsarbeit in diesem Bereich findest du dort auch über 50 Stiftungen, die sich die Entwicklungszusammenarbeit auf ihre Fahnen geschrieben haben. Vielleicht ist da für dich auch eine interessante dabei. 

Willst du mehr zu den anderen Fördermöglichkeiten wissen, so schau auf der Internetseite von Engagement Global nach. Dort findest du viele Infos zu Fördermöglichkeiten und vor allem auch Ansprechpersonen, die dich kompetent zu deinem Anliegen beraten können. 

Lass uns gleich in die Förderung des Bundes einsteigen.

Förderung des BMZ

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – kurz BMZ – hat ein ganzes Bündel an Fördermöglichkeiten für Projekte in der Einen Welt. Sechs davon werde ich dir vorstellen. Doch zunächst gilt es, einen Blick auf die Voraussetzungen zu werfen, die ein Träger beziehungsweise ein Projekt erfüllen müssen, um eine Förderung zu erhalten.

Voraussetzung für eine Förderung

Voraussetzung für eine Förderung ist zunächst mal die grundsätzliche Struktur deines Projektes. Dazu gehört, dass die Zielgruppe vor Ort partnerschaftlich am Projekt beteiligt ist, dass dein Projekt nachhaltig dazu beträgt, die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern und dabei die kulturellen, traditionellen und religiösen Gewohnheiten der Bevölkerung achtet. Kurzum, dein Projekt sollte die Basics der Entwicklungszusammenarbeit beachten.

Die DAC-Liste

Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass dein Projektland in der DAC-Länderliste gelistet ist. Das DAC ist das Development Assistance Committee der OECD. Ihm gehören 30 Länder und verschiedene internationale Organisationen an, wie die Weltbank, der Internationale Währungsfonds (IMF) und das United Nations Develpoment Program (UNDP). Die DAC-Liste ist eine von der OECD erstellte Liste von Ländern, die als Entwicklungsländer eingestuft werden. Öffentliche Mittel – und das sind die Mittel des BMZ natürlich – dürfen nur in Länder gehen, die offiziell als Entwicklungsländer eingestuft sind. 

Ziele für nachhaltige Entwicklung – SDG

Außerdem muss dein Projekt dazu beitragen, eines der Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Die Sustainable Development Goals (SDG) wurden von der UN festgelegt um, kurz gesagt, die Welt zukunftsfähig zu machen. Es sollte dir aber nicht schwerfallen, einen Bezug zu den insgesamt 17 SDGs herzustellen, denn hierzu gehören zum Beispiel Ziele wie

  • Frieden
  • Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft
  • Wasser und Verbesserung der Hygiene
  • Bildung
  • Armutsbekämpfung
  • Gesundheit
  • Klimawandel

Gemeinnützigkeit

Eine letzte Voraussetzung ist, dass der Träger eines Projektes seinen Sitz in Deutschland hat und gemeinnützig ist. 

Bevor wir zu den konkreten Fördermöglichkeiten kommen noch eine Info vorab: Das BMZ verteilt die Fördergelder nicht selber, sondern hat damit verschiedene Organisationen beauftragt. Bei Ihnen findest du weitere Infos, stellst dort deinen Antrag und wirst dort auch beraten. Zu jeder Fördermöglichkeit gebe ich dir die entsprechende Kontaktmöglichkeit, aber das kennst du ja schon aus dem Blog.

Los geht’s.

Der EZ-Kleinprojektefonds

Der EZ-Kleinprojektefonds trägt den sperrigen Titel ‚Förderung entwicklungswichtiger Vorhaben privater deutscher Träger‘. Hierhinter verbergen sich gleich drei Fördermöglichkeiten:

  • Förderlinie 10,
  • Förderlinie 25 und
  • Förderlinie 50.

Die Zahl beschreibt den maximalen Förderbetrag, also 10.000, 25.000 und 50.000 Euro. Für alle drei Förderlinien gilt

  • Die Förderquote liegt bei 75%
  • Du musst mindestens 10% Eigenmittel mit einbringen, die können aber aus Spenden stammen
  • Die restlichen 15 Prozent können von anderen Förderen stammen, allerdings nicht aus anderen öffentlichen Programmen
  • Das Projekt kann bis zu 12 Monate laufen
  • Die Verwaltungskosten können mit bis zu 4% der Projektkosten pauschal angesetzt werden

Förderfähige Kosten der EZ-Kleinprojektefonds

Auch die förderfähigen Kosten der drei Förderlinien sind gleich, hier sind sie:

  • Ausgaben für den Kauf eines Grundstücks und Baumaßnahmen
  • Ausgaben um Ausrüstung und Material oder Tieren zu beschaffen und zu transportieren,
  • Personalkosten und Betriebsausgaben für das Projekt
  • Ausgaben für Wissenstransfer, Aus- und Fortbildung im Rahmen des Projektes
  • Ausgaben für Projektbetreuungsreisen
  • Ausgaben um das Projekt zu evaluieren

Voraussetzung für die einzelnen Förderlinien

Soviel zu dem, was bei den drei Förderlinien gleich ist. Natürlich gibt es aber auch Unterschiede. Um einen Antrag in einer der Förderlinien stellen zu können, kommt es darauf an, wie hoch der Jahresumsatz deiner Organisation bei Auslandsprojekten ist und wie viel Erfahrung ihr mit solchen Projekten habt. Dieser ist bei den drei Förderlinien unterschiedlich.

Förderlinie 1: ca. ein Jahr Erfahrung in der Zusammenarbeit mit einem lokalen Träger und bis zu 10.000 Euro Jahresumsatz.

Förderlinie 2: ein bis drei Jahre Erfahrung in der Zusammenarbeit mit einem lokalen Träger und durchschnittlich mehr als 10.000 Euro Jahresumsatz.

Förderlinie 3: mindestens drei Jahre umfangreiche Erfahrung in der Zusammenarbeit mit einem lokalen Träger und in den letzten drei Jahren durchschnittlich mehr als 25.000 Euro Jahresumsatz.

Hier erhältst du Infos, Beratung und stellst deinen Antrag

Ich sagte es bereits, das BMZ hat mit der Förderung verschiedene Organisationen beauftragt. Für die EZ-Kleinprojekteförderung sind das die Schmitz-Stiftungen für alle Projektträger aus dem Westen Deutschlands und die Stiftung Nord-Süd-Brücken für alle ostdeutschen Projektträger.

Dort findest du die Richtlinien, weitere Infos und vor allem Ansprechpersonen, um dich beraten zu lassen.

Förderung über 50.000 Euro

Hast du ein Projekt in der Förderlinie 50 erfolgreich abgeschlossen, kannst du eine Förderung bis 500.000 Euro beantragen. Die Förderbedingungen sind die gleichen wie bei dem Kleinprojektefonds, hier kann dein Projekt aber bis zu vier Jahre laufen.

Für diese Förderung ist bengo bei Engagement Global zuständig. Hier bekommst du genauere Infos und Beratung, und hier stellst du auch deinen Antrag. 

Transportkostenzuschuss

Die vierte Fördermöglichkeit des BMZ ist der Transportkostenzuschuss. Er beträgt bis zu 20.000 Euro bei einer Förderquote von 75%. Gefördert wird der Transport von Sachspenden in ein Land der DAC-Liste, Voraussetzung ist, dass die Sachspenden

  • dazu beitragen, zusätzliches Einkommen zu schaffen,
  • Bildung verbessern und damit die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen
  • die Qualität der handwerklichen und praxisorientierten Berufsausbildung verbessern
  • die Produktivität kleiner handwerklicher und landwirtschaftlicher Betriebe steigern
  • die Versorgungsmöglichkeiten von Gesundheitseinrichtungen dauerhaft verbessern.

Unnötig, zu erwähnen, dass der Transport von veralteten Computern, Kleidung oder andere Dinge, die in dem Land selber hergestellt werden, nicht gefördert wird. Genaueres zu den Bedingungen findest du bei Engagement Global, hier stellst du auch einen Antrag. 

Fördermittel für migrantische Organisationen

Für Organisationen, die mehrheitlich von Migranten gegründet und geführt werden, gibt es eine besondere Fördermöglichkeit. Sie trägt den schönen Titel ‚ Diaspora-Organisationen als Brückenbauer und Wissensvermittler‘. Hier werden Projekte in 25 Ländern mit bis zu 44.000 Euro gefördert, die Förderquote liegt bei 90%. Primär geht es hier um Transfer von Wissen und Technologie, mit dem sich die Lebensbedingungen vor Ort verbessern können. Die Förderung von Ausstattung oder Materialien ist nur soweit möglich, wie sie zum Wissenstransfer benötigt wird.

Antragstellung

Zuständig für die Förderung ist das Zentrum für Internationale Migration und Entwicklung (CIM). Du kannst dort auch nicht jederzeit einen Antrag stellen, sondern musst warten, bis die jährliche Ausschreibung veröffentlicht wird. Wann das ist, erfährst du über CIM oder hier im Blog.

Das waren die sechs Fördermöglichkeiten des BMZ, kommen wir zu einer weiteren.

Der Projektfonds der deutschen Botschaften

Deutsche Botschaften haben einen (Kleinst)Projektefonds, mit dem sie lokale Projekte direkt vor Ort unterstützen können. Je nach Land haben sie unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte und unterschiedliche Förderhöhen, deshalb kann ich dir hier leider keine konkreten Ansagen machen. Die Förderung kann aber durchaus 10.000 Euro oder sogar mehr betragen. Weniger geht natürlich leider auch. Gut ist aber, dass hier auch dein Partner vor Ort Gelder beantragen kann.

Ein Wort zum Schluss

Das waren die sieben Fördermöglichkeiten für diesen Beitrag, aber wie gesagt, es gibt noch viele weitere Möglichkeiten. Das Thema Entwicklungszusammenarbeit im In- und Ausland wird auf dem Blog immer wieder aufgegriffen, also bleib dran ?

Wenn du noch Möglichkeiten weißt, die du mit anderen teilen möchtest, so tu das gerne über die Kommentare.

Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

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