Kategorie „Alte Schätze“

Über die Jahre haben sich im Blog viele Beiträge angesammelt, darunter einige Schätze, die es wert sind, gehoben und noch einmal gelesen zu werden. Einer davon ist dieser hier, „30 Sekunden für mein Projekt“, erstmals veröffentlicht im September 2019: 

So stelle ich mein Vorhaben kurz und überzeugend vor

In Gesprächen mit Förderern, Stiftungen oder Spenderinnen musst du immer wieder dein Projekt mit wenigen Worten überzeugend vorstellen. Hier zeige ich dir, wie du das machen kannst.

Kurz, knackig, ansprechend

Diese drei Worte beschreiben, wie die Kurzversion deiner Projektvorstellung aussehen sollte, denn nicht immer haben Menschen, die du von deinem Projekt überzeugen willst, Zeit oder Lust, dir 15 Minuten zuzuhören, während du ausführlich beschreibst, was du machen möchtest. Es ist deshalb wichtig, dass du eine Kurzversion in petto hast, die dein Projekt auf den Punkt bringt.

Kurz, knackig und ansprechend zu beschreiben fällt vielen Menschen schwer. Es ist so viel leichter, lange Sätze und viele Worte zu benutzen. Für das Gegenüber kann das manchmal ermüdend sein, willst du jemanden für dich und deine Idee gewinnen, solltest du das aber auf jeden Fall vermeiden.

Bereite deshalb eine Kurzversion für dein Projekt vor, die alles Überflüssige weglässt und die Essenz deines Projektes in ungefähr 30 Sekunden beschreibt. Dazu musst du etwas Zeit investieren, aber das Ergebnis lohnt, denn du kannst diese Kurzversion bei verschiedenen Gelegenheiten nutzen.

Vielseitig einsetzbar – deine Projekt-Kurzversion

Ich erspar dir und mir an dieser Stelle über kurze Aufmerksamkeitsspannen, Online-Leseverhalten oder abtörnende Textwüsten zu schreiben und nenne dir einfach die Möglichkeiten, zu denen du deine Projekt-Kurzversion einsetzen kannst, denn davon gibt es viele.

  • Deine Kurzversion solltest du nutzen, wenn du bei einer Stiftung oder einem anderen potentiellen Förderer anfragst, ob dein Projekt förderfähig ist. Du bist nicht der einzige, der sich hier meldet, es gilt also, die Zeit, die dir dein Gegenüber schenkt, gut zu nutzen.
  • Willst du Unternehmen als Förderer gewinnen, ist eine gute Kurzbeschreibung besonders wichtig. Du kannst hier davon ausgehen, dass dein Anliegen nicht auf der Agenda deiner Ansprechperson steht und mit ihrem Geschäft nichts zu tun hat. Willst du ihre Aufmerksamkeit und Mitarbeit gewinnen, musst du also schnell zum Punkt kommen
  • Kurzversionen kannst du zum Netzwerken nutzen oder im Gespräch mit Personen, die du für dein Anliegen gewinnen willst. Neben Spendern können das auch für dich wichtige Kontaktpersonen sein.
  • Schließlich kannst du Kurzversionen auch für deine Öffentlichkeitsarbeit nutzen, auf deiner Homepage, in deinen Flyern oder im Kontakt mit der Presse. Hier ist es wichtig, dass du einen kurzen Abriss deines Projektes bietest, im weiteren Verlauf deines Textes kannst du immer noch in die Tiefe gehen.

Du siehst also, es lohnt, eine Kurzversion deines Projektes zu erstellen. Du kannst dir damit das Wohlwollen und das Interesse vieler Menschen sichern. Doch wie gehst du das an?

So formulierst du deine Kurzversion

Zunächst einmal nimm dir Zeit für die Formulierung. Ich sagte es schon, einen großen Inhalt in einem kurzen Text zu packen ist eine Herausforderung, das wirst du nicht mal eben nebenher erledigen können.

In deiner Kurzversion solltest du diese Fragen beantworten:

Wie ist die Ausgangssituation, die du verändern willst? Gibt es ein besonderes Problem, auf das dein Projekt reagiert?

Wer ist deine Zielgruppe?

Welchen Nutzen bringt dein Projekt? Welche Wirkung bei der Zielgruppe? Welche Veränderung willst du erreichen?

Welche Methode nutzt du, um das zu erreichen?

Wo und wann willst du das Projekt durchführen?

Die Herausforderung: Beantworte diese Fragen mit ein bis maximal drei Sätzen. Und Schachtelsätze über drei Zeilen mit vier Einschüben und fünf Nebensätzen gelten nicht!

Laut dpa liegt die Satzlänge für die optimale Verständlichkeit bei 9 Wörtern, das ist arg wenig, mehr als zwanzig Wörter pro Satz solltest du aber vermeiden.

In der Kürze liegt die Würze

Vermutlich könntest du zu jeder Frage eine halbe Seite schreiben und sicher hast du beim ersten Versuch noch viel zu viele Wörter benutzt. Nun geht es also ans Streichen und Kürzen.

Es gibt sicher viele Details, die dir in deinem Projekt wichtig sind, viele Informationen, die du unbedingt mitteilen möchtest. Aber was ist wirklich der Kern deines Projektes? Deine Mission? Und was kannst du aus deiner ersten Formulierung streichen? Was braucht dein Gegenüber, damit in seinem Kopf ein Bild entsteht und was braucht er nicht?

Letzten Endes geht es nicht um das, was du alles wichtig findest, sondern um das, was dein Gegenüber braucht, um zu verstehen. Denke daran: Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.

5 Tipps zum Formulieren

Beachte bei deiner Formulierung diese Regeln:

1. Nutze soviel Aktiv wie du kannst und vermeide den Passiv bei deinen Verben

2. Nutze möglichst wenig Fachbegriffe und Fachwörter, bleibe einfach und klar bei deiner Beschreibung. Die Kurzversion deines Projektes ist kein Kurzkonzept, also verlasse die Konzeptwelt mit ihren Fachbegriffen und nutze eine alltägliche Sprache.

3. Beschreibe so, dass auch jemand, der keine Ahnung von deiner Projektwelt oder deiner Organisation hat, versteht, was du meinst. Stell dir vor, du würdest deine Kurzbeschreibung dem Supermarktkassierer vortragen, würde er sie verstehen?

4. Sprich die Erlebniswelt deines Gegenübers an, damit er mit seinen Erfahrungen an dein Projekt anknüpfen kann.

5. Beschreibe ansprechend und bildhaft, das hilft, damit dein Gegenüber deinen Gedanken folgt.

 30 Sekunden für dein Projekt

Hast du eine Formulierung fertig, dann teste sie. Prüfe zunächst, wie lang sie ist. Stell dir dazu einen Countdown ein und trage sie vor. 30 Sekunden ist der Richtwert, ist sie etwas länger, ist das kein Drama, aber mehr als zwei Minuten solltest du keinesfalls brauchen. In dem Fall musst du wohl nochmal ran.

Ist deine Kurzversion zeitlich ok, teste sie an anderen Personen. Idealerweise machst du das nicht bei Kollegen, die das Projekt oder die Arbeit eh kennen. Such dir dafür jemanden aus, der mit deiner inhaltlichen Arbeit nichts zu tun hat. Ich gehe dafür gerne zu den Kolleginnen aus der Finanzbuchhaltung oder jemandem aus meinem Freundeskreis oder meiner Familie. Sicher fällt dir dazu jemand ein.

Haben sie verstanden, was du sagen willst, hast du´s geschafft, herzlichen Glückwunsch! Vielleicht erhältst du hier auch noch das ein oder andere Feedback, das dir hilft, deine Kurzversion weiter zu verbessern.

Ergänzende Materialien

Denke daran, dass du neben der Kurzversion auch ergänzende Materialien brauchst. In der Regel erzählst du niemandem von deinem Projekt, weil du so gerne mit anderen Menschen sprichst, meist willst du ja etwas erreichen.

Für das Gespräch mit einem Förderer solltest du zum Beispiel eine ausführlichere Projektbeschreibung vorhalten und einen Finanzierungsplan haben, den du dann zeitnah zusenden kannst. Beim Netzwerken reicht die Übergabe deiner Visitenkarte, für Unternehmen solltest du eine auf sie zugeschnittene visuell ansprechende Version der Projektbeschreibung fertig haben, die du direkt nach dem Gespräch versenden kannst.

Viel Erfolg, und wenn du magst, setze deine Version gerne in die Kommentare!


Du hast noch Fragen?

1. Finde viele weitere Fördermöglichkeiten über die Schlagwortwolke

Rechts in der Seitenleiste findest du die Schlagwortwolke. Klicke auf den Begriff, der dich interessiert und finde jede Menge weiterer Fördermöglichkeiten oder aber ein Thema, zu dem du mehr wissen willst, wie zum Beispiel Projekttransfer, Gender Mainstreaming oder die Belegliste. Probier´s aus!


2. Finde Themen über die Suchfunktion

Hast du eine bestimmte Fördermöglichkeit im Kopf oder einen bestimmten Begriff, zu dem du mehr wissen willst, dann nutze die Suchfunktion. Du findest sie oben rechts im Blog, sie verbirgt sich hinter der kleinen Lupe.


3. Finde Hilfen zur Antragstellung in der Rubrik „Der Antrag“ 

In der Rubrik „Der Antrag“ findest du viele Tipps zum Schreiben deines Antrages; wie du einzelne Elemente formulierst, Projektziele festlegst, Indikatoren entwickelst oder was du zu Gender oder Nachhaltigkeit schreiben kannst und vieles mehr.

Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

Mentoring Fördermittelanträge

Willst du lernen, wie du einen Förderantrag schreibst? Oder besser werden bei dem, was du schon tust?

Dann biete ich dir das Mentoring-Programm Fördermittelanträge an mit Leitfäden, Übungsanträgen und Einzelcoaching.

Interessiert? Hier erfährst du mehr:

Mentoring Fördermittelanträge

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