Tipps zur Zielgruppe für deinen Antrag 

Ich habe viele Jahre direkt miterlebt, wie selbstverständlich und intensiv sich Unternehmen mit ihrer jeweiligen Zielgruppe auseinandersetzen. Unternehmen versuchen herauszufinden, wie sie ticken und vorauszuahnen, was sie in Zukunft denken – und vor allem konsumieren wollen. Das hilft ihnen, ihre Produkte passgenau auszurichten und kann auch für deinen Projektantrag hilfreich sein.

Wenn du dein Projekt planst, plane deshalb auch genug Zeit ein, um dich deiner Zielgruppe zu nähern. Denn Du solltest

1. Deine Zielgruppe so eng wie möglich definieren 

2. Sie ein Stück weit erforschen. Sammle möglichst viele Informationen über sie.

3. Sie eng mit den Zielen und der Wirkung deines Projekts verbinden.

Die Zielgruppe eingrenzen

Förderer unterstützen nur selten Projekte, die versprechen möglichst „alle“ zu erreichen, sondern konzentrieren sich bei ihrer Unterstützung auf eng definierte Zielgruppen. Schau auf die Webseite des potenziellen Förderers, um herauszufinden, welche Zielgruppen er nennt und wie er sie eingrenzt. Um deiner eigenen Zielgruppe näher zu kommen, frage dich zum Beispiel:

  • Wie alt sind die Mitglieder der Zielgruppe?
  • Kannst du die Zielgruppe lokal verorten?
  • Wie ist ihre soziale und finanzielle Situation?  
  • Wie ist der Bildungsstatus ihrer Mitglieder?  
  • Gibt es etwas, was sie gemeinsam haben (z.B. Ausbildung, Herkunft)?
  • Welchen Herausforderungen stehen sie gegenüber und welche Stärken bringen sie mit?  

Denke auch daran, dass es für den Förderer besonders relevant ist, warum eine Zielgruppe benachteiligt oder schutzbedürftig ist. Stichwort: Versorgungslücke.

Direkte und indirekte Zielgruppen

Vielleicht gibt es mehrere direkte und indirekte Zielgruppen, die du mit deinem Projekt erreichen kannst. Wirf dazu einen kritischen Blick auf dein Vorhaben und prüfe, wer neben deiner direkten Zielgruppe noch von deinem Projekt profitiert, oder wer noch eingebunden ist in die Aktivitäten deines Projektes. So stehen dir vielleicht noch mehr, bislang ungeahnte Förderquellen offen.

Zur direkten Zielgruppe gehören die Personen, auf die die Aktivitäten des Programms direkt ausgerichtet sind. Bei ihnen soll auch die Wirkung erzielt werden. Denke daran, dass es bei ihnen auch Unterzielgruppen geben kann, wie zum Beispiel Kinder mit Förderbedarf für die du gesonderte Angebote anbietest.

Und dann gibt es noch die indirekte Zielgruppe. Das sind Personen im Umfeld der direkten Zielgruppen wie zum Beispiel Eltern von Kindern, für die du ein Projekt planst, sie werden mit dem Projekt ja auch erreicht.

Die Zielgruppe erforschen

Häufig bewegt sich deine Zielgruppe in einem geografisch eingegrenzten Bereich wie Städten, Stadtteilen oder Landkreisen. Dann helfen dir zum Beispiel aktuelle Zahlen des zuständigen Statistikamts weiter, um mehr über deine Zielgruppe zu erfahren. Schaue aber auch nach aktuellen Befragungen und Studien zu deiner Zielgruppe.

Planst du ein Projekt zum Thema Teilhabe und Demokratiestärkung empfehle ich dir sehr die Studie und die Typenkarten von More in Common. Sie haben anders als in traditionellen Untersuchungen, die Menschen nicht nach sozioökonomischen, demografischen oder parteipolitischen Kategorien einsortiert, sondern zunächst 4.000 Menschen in Deutschland mittels quantitativer und qualitativer Methoden viele Fragen gestellt.

Auf Basis ihrer subjektiven Verortung in der Gesellschaft, ihrer Perspektive auf das Land und ihren Grundüberzeugungen haben sie sie dann in folgende sechs Typen eingruppiert:

Die Offenen: Selbstentfaltung, Weltoffenheit, kritisches Denken

Die Involvierten: Bürgersinn, Miteinander, Verteidigung von Errungenschaften

Die Etablierten: Zufriedenheit, Verlässlichkeit, gesellschaftlicher Frieden

Die Pragmatischen: Erfolg, privates Fortkommen, Kontrolle vor Vertrauen

Die Enttäuschten: (Verlorene) Gemeinschaft, (fehlende) Wertschätzung, Gerechtigkeit

Die Wütenden: Nationale Ordnung, Systemschelte, Misstrauen

Mehr Informationen zu den sechs Typen, was sie unterscheidet und wo die einzelnen Personengruppen am Ehesten anzutreffen sind, findest du auf der More in Common Webseite oder im Blogbeitrag Alltagsorte von Zielgruppen.

Zugang zur Zielgruppe finden

Es ist am besten, wenn du bereits Erfahrungen mit deiner Zielgruppe gesammelt hast. Das heißt für den Förderer, dass du ein Stück weit weißt, worauf du dich mit deinem Projekt einlässt und deine genannte Zielgruppe auch erreichen kann. Wenn du für eine neue Zielgruppe ein Projekt umsetzen möchtest, dann ist es hilfreich, wenn du mit Partner*innen zusammenarbeitest, die diesen Zugang und Erfahrungen mit der Zielgruppe mitbringen.

Ergänzendes:

Der Begriff der Zielgruppe ist im Fördersektor sehr verbreitet. Kaum ein Antrag kommt ohne ihn aus. Aus diesem Grund widme ich mich diesem Thema auch. Aber ich möchte an dieser Stelle ergänzen, dass es Stimmen gibt, die ihn in Frage stellen. Zum einen, da mit seiner Verwendung zu wenig transportiert würde, dass die Zusammenarbeit in einem Projekt auf Augenhöhe passiert. Und das Zukunftsinstitut schreibt sogar, dass es in hyperindividualisierten Zeiten wenig Sinn machen würde in Zielgruppen zu denken. Dies nur als Hintergedanke.


Du hast noch Fragen?

1. Finde viele weitere Fördermöglichkeiten über die Schlagwortwolke

Rechts in der Seitenleiste findest du die Schlagwortwolke. Klicke auf den Begriff, der dich interessiert und finde jede Menge weiterer Fördermöglichkeiten oder aber ein Thema, zu dem du mehr wissen willst, wie zum Beispiel Projekttransfer, Gender Mainstreaming oder die Belegliste. Probier´s aus!


2. Finde Themen über die Suchfunktion

Hast du eine bestimmte Fördermöglichkeit im Kopf oder einen bestimmten Begriff, zu dem du mehr wissen willst, dann nutze die Suchfunktion. Du findest sie oben rechts im Blog, sie verbirgt sich hinter der kleinen Lupe.


3. Finde Hilfen zur Antragstellung in der Rubrik „Der Antrag“ 

In der Rubrik „Der Antrag“ findest du viele Tipps zum Schreiben deines Antrages; wie du einzelne Elemente formulierst, Projektziele festlegst, Indikatoren entwickelst oder was du zu Gender oder Nachhaltigkeit schreiben kannst und vieles mehr.


Du brauchst mehr Unterstützung?

Wenn dir das alles nicht weiterhilft, schau mal in die Rubrik Angebote. Wir unterstützen dich bei der Fördermittelsuche und der Antragstellung.

Schau dir unser Angebot an und melde dich gerne.

Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

Bei Fördermittel-wissenswert dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Zu diesen Themen schreiben Daniel, Katinka und ich regelmäßig Beiträge in diesem Blog.

Willst du mehr über uns und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

Mentoring Fördermittelanträge

Willst du lernen, wie du einen Förderantrag schreibst? Oder besser werden bei dem, was du schon tust?

Dann biete ich dir das Mentoring-Programm Fördermittelanträge an mit Leitfäden, Übungsanträgen und Einzelcoaching.

Interessiert? Hier erfährst du mehr:

Unsere Angebote

Du brauchst Hilfe bei der Suche nach dem passenden Förderer? Du willst professionelle Unterstützung beim Schreiben deines Antrags?

Wir unterstützen dich bei der Fördermittelsuche und der Antragsstellung.

Schau dir unser Angebot an:

Neue Beiträge in diesem Blog

  • Glühbirne

Nützliche Links

In diesem Beitrag stelle ich dir nützliche Links rund um Fördermittel und Projekte vor. Dazu gehören Links zu Stiftungen und Fördermöglichkeiten, kostenlosen Webinaren, Infos über EU-Förderung, digitalen Kommunikationsmöglichkeiten und andere, die ich wirklich gut finde.

  • Ein Auge, das durch eine Lupe schaut, vor gelbem Hintergrund

Aktuelle Citizen Science Förderung

Bis September 2024 könnt ihr euch bei der Hans Sauer Stiftung um das Förderprogramm Citizen Science bewerben, wenn ihr euch mit Themen rund um die soziale und ökologische Nachhaltigkeit in der Gesellschaft beschäftigt. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

  • Lächelnde Kinder

Wir sind stark

„Wir sind stark“, ist eine Sonderförderung der Sozialstiftung NRW und fördert Maßnahmen für benachteiligte Kinder und Jugendliche mit bis zu 20.000 Euro, ohne, dass du eigene Mittel mitbringen musst. Hier erfährst du mehr zu diesem Programm.

  • Gruppe von Kindern

Herzenssache e.V.

Über die Aktion ‚Herzenssache‘ können Projekte für Kinder, Jugendliche und ihre Familien in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gefördert werden. Sowohl die Fördersummen als auch die Förderbereiche sind recht attraktiv. In diesem Beitrag erfährst du, was hier möglich ist.

Monatliche Infos für dich

Willst du dich einmal im Monat schnell und einfach über alle neuen Beiträge im Blog informieren?

Willst du dabei auch Infos über eine interessante Stiftung erhalten?

Dann klicke hier

Der Blog im Netz:

Facebook, LinkedIn, reflecta, Xing