Hilfe beim EU-Antrag

Unter dem sperrigen Namen Operationelles Programm verbirgt sich ein Quell an Infos für deinen EU-Antrag, der dir eine gute Hilfe sein kann. Wie – das erfährst du in diesem Beitrag.

Wo EU nicht drauf steht ist doch oft EU drin

Vielleicht denkst du jetzt, das brauch ich nicht, EU-Anträge stelle ich nicht. Täusche dich da nicht, in vielen Töpfen ist EU drin, auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht danach aussieht.

Du denkst vielleicht, dass du einen Antrag beim Land oder beim Bund stellst, weil der ja schließlich ausgeschrieben hat, aber bei genauerem Hinsehen stellst du fest, dass das Förderprogramm aus Mitteln des ESF (Europäischer Sozialfonds) oder des EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) gefördert wird. Ein gutes Beispiel ist Akti(F) für Familien, eine Ausschreibung des BMFSFJ (Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend) oder LEADER, eine Förderung aus Mitteln des ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes).

Was ist ein Operationelles Programm?

Rollen wir das Feld mal ein bisschen von hinten auf: Ein Operationelles Programm ist ein zentrales Planungsdokument eines Landes oder eines Bundeslandes für die gesamte EU-Förderperiode. Die geht immer über sieben Jahre, 2014-2020, in Kürze gefolgt von der neuen Förderperiode 2021-2027.

Im Operationellen Programm findest du Ziele der Förderung, Infos zur Zielgruppe, zum Handlungsbedarf, mögliche Maßnahmen und vieles mehr. Diese Aufzählung lässt dich vielleicht schon vermuten, warum ich dir das Operationelle Programm ans Herz lege, solltest du einen EU-Antrag schreiben. Doch bevor wir da genauer einsteigen, gibt’s erst noch ein paar hilfreiche Hintergrundinfos.

Hintergrund

Operationelle Programme gibt es in den sogenannten Strukturfonds. Das sind europäische Fördertöpfe, die lokal vor Ort in den einzelnen Mitgliedsstaaten fördern. So wie du in einem Antrag genau beschreiben musst, was du mit den Fördergeldern machen wirst, müssen das auch die Mitgliedstaaten tun, wollen sie Gelder aus den Strukturfonds erhalten. Das nennt man das Operationelle Programm, es wird bei der EU eingereicht und von der Europäischen Kommission genehmigt

Fast alle Operationellen Programme findest du auf Landesebene. Mit den Geldern aus den Strukturfonds können Bundesländer da fördern, wo die Probleme am größten sind. Das ist von Region zu Region verschieden, die Länder können hier eigene Schwerpunkte setzen und tun das auch in ihren OPs. Deshalb unterscheiden sich auch die Operationellen Programme der einzelnen Bundesländer. Was in Rheinland-Pfalz gefördert wird, muss in Bremen nicht förderfähig sein.

Welche Strukturfonds gibt es?

Die Strukturfonds heißen im Amtsdeutsch Europäische Investitions- und Strukturfonds, abgekürzt ESI-Fonds, hier gibt es gleich drei, die für gemeinnützige Organisationen interessant sind.

Zu diesen dreien gehört

  • der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE),
  • der Europäische Sozialfonds (ESF) und
  • der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER).

Ergänzt wird die Liste um

  • den Europäischer Meeres- und Fischereifonds (EMFF) und
  • den Kohäsionsfonds (KF)

Übrigens: Was bei den Strukturfonds das Operationelle Programm ist, ist bei den Aktionsprogrammen der Programmleitfaden. Wenn du nun wissen willst, was denn ein Aktionsprogramm ist – das sind die zentral von Brüssel verwalteten Programme wie AMIF, LIFE oder ERASMUS +. Mehr dazu erfährst du im Beitrag  . Willst du mehr zum ESF wissen, schau in den Beitrag EU-Fördermittel – ein Überblick .

So, das war aber nun genug Hintergrund, lass uns nun genauer schauen, was dir ein Operationelles Programm nutzen kann.

Bewertung eines EU-Antrages

EU-Anträge sind ein bisschen wie Klassenarbeiten, es gibt ein Bewertungsschema, nach dem deine Ausführungen mit Punkten bewertet werden, maximal kannst du 100 Punkte bekommen. Im Gegensatz zu manchen Klassenarbeiten ist hier die Transparenz aber hoch, in der Ausschreibung findest du meist eine Aufstellung, für welchen Teil des Antrags es wie viele Punkte gibt. Ich finde das hilfreich, denn dann weiß ich, wo der inhaltliche Schwerpunkt des Antrags liegt, nämlich da, wo es die meisten Punkte gibt.

Dann gibt es immer wieder auch Abschnitte des Antrags, die nicht so hoch bewertet sind, wie zum Beispiel die Berücksichtigung der Querschnittsziele, Nachhaltigkeit des Projektes, Gender und so weiter.  Zu Gender gibt es übrigens auch einen Beitrag im Blog.

Die Konkurrenz bei solchen Ausschreibungen ist meist hoch, besonders, wenn es um fünf- oder sechsstellige Fördersummen geht. Es gilt also, keinen Punkt liegen zu lassen und auch bei den niedriger bewerteten Fragen gute Inhalte abzuliefern. Und damit dir das gelingt, ist ein Blick in das Operationelle Programm wirklich hilfreich.

Infoquelle für deinen Antrag

Kommen wir schließlich zum eigentlichen Werbeblock für das Operationelle Programm. Ich schrieb es eingangs schon, du findest hier

  • Hintergrundinformationen zur Ausgangslage, die den Handlungsbedarf begründen
  • Mögliche Förderaktivitäten, ausführlich beschrieben, mit Zielgruppe und Zielen von Aktivitäten
  • Infos zu den Querschnittszielen Nichtdiskriminierung, Gleichstellung von Männern und Frauen, Nachhaltigkeit und Chancengleichheit

Ausrichtung des Antrags

Nutze diese Quelle! Sie zeigt dir zum einen die Richtung, die dein Antrag gehen sollte und ergänzt den Text der Ausschreibung. Mit den Hintergrundinfos, die du hier findest, ist dir klarer, welches Problem die Ausschreibung angehen will und du kannst deinen Antrag passgenauer ausrichten.

Fachlichkeit zeigen

Zum anderen kannst du Schlüsselwörter oder Sätze aus dem Operationellen Programm in deinen Antrag einfließen lassen. Damit zeigst du, dass du dich in dem Inhalt der Ausschreibung auskennst, zeigst deine Fachlichkeit, und das kann deinem Antrag nur nutzen.

Inhalte klären

Nicht zuletzt hilft dir das Operationelle Programm auch an der ein oder anderen Stelle der Ausschreibung – wie zum Beispiel den Querschnittszielen – wenn du keine Ahnung hast, was genau du denn hier nun hinschreiben sollst. Und ehe du ins allgemeine Geschwafel abdriftest, schau lieber mal dort rein.

Hinweis zum Schluss

Wenn ich einen EU-Antrag schreibe, schaue ich immer ins dazugehörige Operationelle Programm. Allerdings lese ich es nie ganz, denn es ist schon etwas umfangreicher und auch nicht die spannendste Lektüre. Meist überfliege ich den Eingangsteil und schaue, ob bei den allgemeinen Hintergrundinfos was für meinen Antrag dabei ist. Dann prüfe ich im Inhaltsverzeichnis, wo die Inhalte meiner Ausschreibung beschrieben werden, springe direkt dorthin und picke mir die Formulierungen raus, die für meinen Antrag hilfreich sind. Ich formuliere meist ein bisschen um, einfach copy und paste ganzer Abschnitte solltest du vermeiden.

Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

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In diesem Beitrag stelle ich dir fünf Stiftungen vor, die Kunst und Kultur fördern, vier davon arbeiten regional, aber vielleicht ist ja genau deine Region dabei.

Das Operationelle Programm

Unter dem sperrigen Namen Operationelles Programm verbirgt sich ein Quell an Infos für deinen EU-Antrag, der dir eine gute Hilfe sein kann. Wie – das erfährst du in diesem Beitrag.

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