Kurzanleitung: Zwei Basics für einen guten Förderantrag

Du willst einen Förderantrag schreiben und brauchst jetzt mal schnell einen Hinweis, wie und womit du anfangen sollst? Dann bis du in diesem Beitrag richtig! Er beschränkt sich auf zwei elementare Hinweise, die dir den Start erleichtern und für einen guten Antrag wichtig sind.

Willst du mehr in die Tiefe gehen auch andere Elemente des Förderantrages kennen lernen und Beispiele zu ihrer Formulierung haben empfehle ich dir den Beitrag Die wichtigsten Elemente deines Fördermittel-Antrages.

Wie gut muss mein Förderantrag sein?

Gott sei Dank muss ein Antrag nicht immer höchsten Ansprüchen genügen. Ich kenne Förderer, die sehr entspannt mit Anträgen umgehen. So manches Mal ist im persönlichen Kontakt schon alles geklärt, der schriftliche Antrag ist dann eine reine Formalität, die nicht mehr maßgeblich für die Förderung ist.

Ich kenne aber auch genug Förderprogramme, in denen das anders ist, so zum Beispiel in den großen Stiftungen, wie der Bosch-Stiftung, oder in öffentlichen Förderprogrammen, besonders, wenn EU-Gelder dahinterstehen. Die Konkurrenz ist dort groß, neben deinem Antrag gibt es viele andere wirklich gut formulierte Förderanfragen. Dein Antrag sollte da mithalten können.

So schreibst du einen guten Förderantrag

Ganz kurz gesagt gibt es zwei Dinge, die du auf jeden Fall bei der Formulierung deines Antrages beachten solltest:

1. Lies die Förderrichtlinien des Programmes oder der Stiftung aufmerksam durch.

2. Sorge für einen guten Dreiklang von Ausgangssituation, Zielen und Maßnahmen deines Projektes

Warum die Richtlinien lesen?

Wenn ich einen Förderantrag schreibe, gehört das zu den ersten Dingen, die ich tue: Ich recherchiere und lese alles, was mir Auskunft über Förderziele und Förderverhalten des Zuschussgebers gibt. In der Regel findet sich das auf der Homepage deines Förderers, den Rest erledigt die Suchmaschine.

Warum ist das wichtig?

Nur wenn du weißt, welcher inhaltliche Schwerpunkt deinem Förderer wichtig ist, kannst du die Formulierungen deines Antrages danach ausrichten. Und das steht in den Förderrichtlinien. Besonders bei öffentlichen Förderprogrammen werden, die Richtlinien häufig sogar eigens für das Programm formuliert.

Sie sind einer Goldgrube an Infos, die dir helfen können, dein Projekt auf die Ziele des Förderers auszurichten, Hier findest du auch wichtige Zusatzinfos, wie zum Beispiel, dass Kooperationen mit xy gerne gesehen werden, dass Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema deines Förderers ist oder er Wert auf die Einbeziehung einer bestimmten Zielgruppe legt, oder, oder, oder…

Weißt du das, kannst du es bei der Formulierung berücksichtigen und einen Antrag schreiben, in dem der Förderer sein Anliegen wiederfindet. Für gute Förderchancen eine wichtige Voraussetzung.

Denk immer daran: Letzten Endes muss dein Antrag dem Fördergeber zusagen und nicht dir. Dafür musst du wissen, was ihm wichtig ist. Je genauer, desto besser. Die Förderrichtlinien sind dafür die beste Quelle. Nutze sie.

Der Dreiklang von Ausgangssituation, Zielen und Maßnahmen

Formuliere deinen Förderantrag so, dass diese drei Punkte aufeinander abgestimmt sind, ineinandergreifen, einer inneren Logik folgen. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt.

Immer wieder sehe ich Anträge, bei denen diese innere Logik nicht stimmt: Die Ausgangssituation ist umfangreich beschrieben, steht aber in keinem inneren Zusammenhang mit den Zielen oder dieser Zusammenhang ist nicht deutlich genug erkennbar. Schaffst du es, hier einen roten Faden reinzubringen, bist du auf dem besten Weg zu einem guten Antrag. Wie machst du das?

So fängst du an, zu formulieren

Bei vielen Projekten steht am Anfang die Idee zu konkreten Aktivitäten, die durchgeführt werden sollen. Lass uns also an dieser Stelle ansetzen:

1. Du hast konkrete Maßnahmen im Kopf, die durchgeführt werden sollen.

Beispiel: Du willst einen Väter-Kinder-Tag zu einem bestimmten Thema durchführen

2. Definiere die Ziele, die du mit diesem Maßnahmen erreichen willst.

Achtung: Hier passieren sehr häufig Fehler, weil Ziele und Maßnahmen vertauscht werden. Das Ziel ist NICHT, einen Väter-Kinder-Tag durchzuführen. Das ist deine Aktivität, die zum Ziel führen soll.

Ein Ziel könnte vielmehr sein, Väter und Kinder zum Thema xy zu sensibilisieren. Sei hier möglichst konkret. Gut ist, wenn deine Ziele auch messbar sind, also wenn du angeben kannst, wie viele Menschen du erreichen willst. Denke daran, mit deinem Projekt wirst du nicht die Gesellschaft verändern, sondern immer nur einen Beitrag zu einer Veränderung leisten.

3. Begründe die Notwendigkeit deines Ziels in deiner Ausgangssituation

Ist die zum Beispiel die Sensibilisierung für Thema xy dein Ziel, dann MUSS in der Ausgangssituation beschrieben werden, welche gesellschaftlichen, sozialen oder politischen Probleme mit dem Thema xy einhergehen. Idealerweise stellst du die Auswirkungen so dar, dass deine Maßnahmen eine gute Lösung für dieses Problem bieten.

Versteh mich nicht falsch, hier geht es nicht darum, Tatsachen zu verdrehen, sondern einen logischen Weg aufzuzeigen, der von A über B nach C führt. Bei der Beschreibung der Ausgangssituation solltest du deine Ziele und Maßnahmen immer im Hinterkopf haben. Jede geplante Aktivität deines Projektes sollte hier seine Wurzel haben. 

Zusätzlich beschreibst du in der Ausgangssituation deinen Zugang zur Zielgruppe.

Übrigens: Ich schreibe hier von der Ausgangssituation, du findest dafür auch andere Bezeichnungen, wie ‚Begründung/Beschreibung des Bedarfs‘, ‚Problemlage‘ oder ähnliches. Gemeint ist im wesentlichen das gleiche. 

Ein konkretes Beispiel

Angenommen, du planst ein Projekt zur psychischen Gesundheit mit folgenden Eckdaten:

Zielgruppe: Familien

Maßnahmen: Veranstaltungen zu

  • Mobbing am Arbeitsplatz
  • Mobbing in der Schule
  • Mobbing in sozialen Medien
  • Burn-out oder Depressionen

Ausgangssituation: Du kannst hier Zahlen zu wachsenden psychischen Problemen bei Kindern und Erwachsenen nennen. Bleib dabei aber nicht stehen, wichtig ist, dass du auch konkret auf die Probleme und Auswirkungen von Mobbing eingehst, denn dazu planst du Maßnahmen. Das muss in der Ausganssituation erwähnt werden.Gleiches gilt für die Themen Burn-out und Depressionen.

In dem Beispielprojekt kannst du gut einen Zusammenhang zwischen Mobbing und Depressionen herstellen, vielleicht auf die Problematik der Schulverweigerung bei Kindern oder Jugendlichen und der sich daraus ergebenden Schwierigkeiten eingehen.

Ziele: Die Ziele folgen dann aus den Problemen, die du in der Ausgangssituation beschrieben hast und stehen dazu in einem engen Zusammenhang.

Beispiele: Eltern Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, wenn ihr Kind in der Schule gemobbt wird. Sensibilisierung für die Thematik, mögliche Maßnahmen bei eigener Betroffenheit vermitteln um psychische Gesundheit zu bewahren usw.

Fazit

Wenn du es schaffst, die Inhalte der Richtlinien in dein Projekt einzubauen und Ausgangssituation, Ziele und Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind, hast du die wichtigsten Schritte für einen guten Antrag geschafft.

Viel Erfolg!

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Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

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