Damit ältere Menschen möglichst lange ihr Leben selbstständig gestalten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, bietet der Landesförderplan Alter und Pflege NRW viele Fördermöglichkeiten. Dazu gehören ehrenamtliche oder hauptamtliche Angebote zur Versorgung oder Unterstützung älterer Menschen, egal, ob sie zuhause wohnen oder in einer Einrichtung.

Was genau hier geht, erfährst du in diesem Beitrag.

Wissenswertes zum Landesförderplan Alter und Pflege

Der Landesförderplan Alter und Pflege ist nicht neu, zum Januar 2019 hat er aber seine Richtlinien deutlich verändert und das durchaus mit positiver Wirkung. Gab es vorher genau beschriebene förderfähige Maßnahmen, so hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales  NRW (MAGS) nun diese fünf Förderziele definiert und dazu beispielhafte Maßnahmen beschrieben.

  • Soziale Teilhabe am Leben der Gemeinschaft erhalten
  • Soziale Ausgrenzung insbesondere als Folge von Altersarmut vermeiden
  • Vereinsamung vermeiden
  • Ein möglichst selbstständiges Leben bis zum Lebensende ermöglichen
  • Gut erreichbare Versorgungsangebote schaffen

Der Vorteil: Mit der neuen Richtlinie gibt es viel mehr Flexibilität in der Förderung, die beiden Seiten zugutekommt, dem Antragsteller wie auch dem Ministerium. Der Landesförderplan fördert nur in Projekte in Nordrhein-Westfalen.

Schauen wir uns die fünf Förderziele mal an.

Die Schwerpunkte des Landesförderplans Alter und Pflege

Ich stelle dir hier die fünf Ziele des Landesförderplanes nur kurz vor, sollte eines davon für dich interessant sein, kannst du die Details in der Richtlinie nachschauen. Den Link dazu findest du wie immer am Ende des Beitrags.

Ich hatte es bereits geschrieben, zu jedem Förderschwerpunkt werden in der Richtlinie Beispiele förderfähiger Maßnahmen beschrieben. Wenn du weiterliest, denk daran, es sind Beispiele, hast du eine andere Idee, die inhaltlich zum Förderziel passt, so kann diese durchaus auch förderfähig sein.

Ziel 1: Strukturen unterstützen

In diesem Schwerpunkt werden altengerechte Versorgungsstrukturen gefördert, hier geht es darum, im Sozialraum Hilfsangebote für ältere Menschen aufzubauen und anzubieten. Gefördert werden hier zum Beispiel

  • Landesweite Koordination und Unterstützung von lokalen Engagement- und Selbsthilfestrukturen für ältere Menschen und pflegende Angehörige.
  • der Auf- und Ausbau und die Arbeit von „Pflegeselbsthilfegruppen“ und „Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe
  • Konzepte und Maßnahmen zum Auf- und Ausbau ehrenamtlicher Strukturen und zur professionellen Unterstützung von ehrenamtlich Tätigen und zu bürgerschaftlichem Engagement bereiten Personen.
  • Koordination von Angeboten zur Unterstützung im Alter.
  • Maßnahmen zur Stärkung und zum Erhalt von Selbsthilfekräften, auch im Vorfeld von Pflegebedürftigkeit zum Beispiel durch Bildungs- und Begegnungsangebote im wohnortnahen Umfeld der Menschen.
  • Maßnahmen und Konzepte zur Weiterentwicklung von Nahversorgungsangeboten, die eine selbstständige Lebensführung im Alter unterstützen. Dazu zählen u.a. ehrenamtliche (nachbarschaftliche) Hilfen in Kombination mit organisierten Unterstützungsangeboten sowie haushaltsnahe Dienstleistungsangebote.
  • Maßnahmen und Konzepte für strukturunterstützende digitale Angebote, Lösungen etc.

Ziel 2: Wissen fördern, Erkenntnisse verbreiten

Im Ziel 2 geht es darum, Wissen über die Lebenslagen von älteren Menschen und bestehenden Versorgungsstrukturen zu gewinnen, denn das ist notwendig, um nachhaltig planen zu können. Außerdem wird hier auch die Weitervermittlung von Wissen gefördert.

Beispiele sind

  • Die Entwicklung, Umsetzung, Übertragung und Verbreitung zielgruppenbezogener Konzepte, Erkenntnisse, Handlungsanleitungen, etc., z. B. für pflegebedürftige Menschen, für pflegende Angehörige oder für Menschen mit Migrationsgeschichte etc.
  • Die Entwicklung und Verbreitung generationenübergreifender Konzepte
  • Weiterentwicklung bestehender oder Erprobung neuer Versorgungsstrukturen (z. B. im Sinne einer sektorübergreifenden vernetzten Versorgung Pflegebedürftiger, zur Erprobung innovativer Personalkonzepte, zur Förderung passgenauer Bewegungs- und Rehabilitationsangebote zur Vermeidung, Verringerung oder Überwindung von Pflegebedürftigkeit).
  • Neue grundlegende quantitative und qualitative Forschungsansätze zur Gesamtsituation und zu besonderen Bedarfslagen älterer Menschen, Pflegebedürftiger und pflegender Angehöriger
  • Schulungs- und Qualifizierungsangebote für Ehrenamtlich im Bereich Pflege und Alter, auch für zugehende individuelle Angebote (Schulung, Begleitung, Coaching).

Ziel 3: Qualität und Transparenz von Beratung fördern

Die vielen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten bei Alter und Pflege sind sehr unübersichtlich, um hier die richtige Entscheidung treffen zu können, brauchen Menschen Beratung. Eine solche Beratung einfach und schnell finden zu können ist das Ziel dieses Förderschwerpunktes. Deshalb werden hier zum Beispiel diese Maßnahmen gefördert:

  • Landesweite Koordination und Unterstützung von lokalen Beratungsstrukturen für ältere Menschen und pflegende Angehörige (zum Beispiel Wohnberatung)
  • Internetportale, Angebotefinder, sonstige Maßnahmen mit den Ziel, Menschen zu erreichen
  • Konzepte zur qualitativen sektorübergreifenden Weiterentwicklung gesetzlicher Beratungsangebote oder zur Identifizierung von Lücken im Beratungsnetz
  • Entwicklung von Qualitätsmessinstrumenten für Beratungsangebote
  • Netzwerk- und Informationsstrukturen zu Hilfeangeboten nach § 45c SGB XI – insbesondere für Menschen mit Demenz, einschließlich der Koordination und der wissenschaftlichen Begleitung

Ziel 4: Mit digitaler Technik unterstützen und Zugänge zu (digitaler) Technik ermöglichen

Digitale Technik kann das Leben erleichtern und älteren oder pflegebedürftigen Menschen helfen, möglichst lange an ihrem gewünschten Ort leben zu können. Mit diesem Schwerpunkt möchte der Landesförderplan sie über solche Technik informieren und ihnen Zugänge ermöglichen.

Gefördert werden hier

  • Der Aufbau altersgerechter Kommunikationsmöglichkeiten
  • Notfallerkennungs- und Assistenz-Systeme zur sicheren Fortbewegung
  • Erhöhte Sicherheit zu Hause und unterwegs = Smart-Technologie
  • Die Entwicklung und Verbreitung von Konzepten nutzerorientierter technischer Assistenzsysteme um Arbeitsabläufe in der Pflege und sozialen Betreuung zu vereinfachen(„Entbürokratisierung“)
  • Die Recherche und Analyse von Wirkungen unterstützender (digitaler) Technik
  • Analysen der Nutzung von (digitaler) Technik der über 65-jährigen Menschen
  • Maßnahmen, um ältere Menschen an (digitale) Technik heranzuführen
  • Die Entwicklung ethischer Grundlagen für die Anwendung von (digitaler) Technik

Ziel 5: Teilhabe(gerechtigkeit) fördern

Unabhängig davon, ob ältere Menschen noch in der eigenen Wohnung leben oder in einer stationären Einrichtung sollen sie aktiv am gesellschaftlichen Leben in ihrem persönlichen Umfeld teilnehmen können. Auch dann, wenn sie finanziell nicht gut aufgestellt sind.

Das ist das Ziel, dieses Schwerpunktes, gefördert werden hier zum Beispiel

  • die Integration alter Menschen in allen Lebenslagen und die Verhinderung aller Formen der Ausgrenzung oder Abwertung älterer Menschen
  • Initiativen und Aktivitäten Älterer durch „Hilfe zur Selbsthilfe“
  • Unterstützung des aktiven Zusammenlebens sowie des Dialogs und der Solidarität der Generationen
  • Die Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen durch Begegnungsangebote und Beratung, Qualifizierung, Aktivierung und Partizipation
  • Nachbarschaftshilfen sowie stadtteilorientierten Angeboten in u.a. Stadtteiltreffs oder Begegnungszentren
  • ehrenamtliches und freiwilliges Engagement Älterer
  • die Öffnung stationärer Einrichtungen in den Stadtteil

So läuft der Antrag

Für Anträge gibt es keine Fristen, du kannst ihn jederzeit einreichen. Die Bewilligung dauert drei bis fünf Monate, Bewilligungsbehörde ist die Bezirksregierung Düsseldorf. Das Antragsformular, die Richtlinien und weitere Infos findest du hier. 

Die Förderquote liegt zwischen 50% und 80%, förderfähig sind Personal- und Sachkosten.

Wenn du nach weiteren Fördermöglichkeiten im Bereich Altenhilfe suchst, schau mal in den Beitrag Fördermöglichkeiten Altenhilfe, vielleicht findest du dort interessante Ergänzungen zum Förderplan Alter und Pflege.


Du hast noch Fragen?

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In der Rubrik „Der Antrag“ findest du viele Tipps zum Schreiben deines Antrages; wie du einzelne Elemente formulierst, Projektziele festlegst, Indikatoren entwickelst oder was du zu Gender oder Nachhaltigkeit schreiben kannst und vieles mehr.


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Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

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Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

Bei Fördermittel-wissenswert dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Zu diesen Themen schreiben Daniel, Katinka und ich regelmäßig Beiträge in diesem Blog.

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