Unser letzter Beitrag zur Stiftung Deutsches Hilfswerk ist noch von 2021 und damit inzwischen 5 Jahre alt. In der Zwischenzeit hat sich in der Förderlandschaft so einiges getan und natürlich hat sich auch die Stiftung Deutsches Hilfswerk verändert. Grund genug für uns, diesen Beitrag einmal zu überarbeiten und dich auf den neuesten Stand zu bringen: Was für Projekte fördert die Stiftung Deutsches Hilfswerk, welche Kosten sind förderfähig und wann kann ich einen Antrag einreichen – all das erfährst du hier.
Die Deutsche Fernsehlotterie – Stiftung Deutsches Hilfswerk
Die Deutsche Fernsehlotterie ist ein großer Player in der Förderlandschaft, 2025 hat sie soziale Projekte in Deutschland mit fast 71 Millionen Euro gefördert. Seit ihrer Gründung 1956 sind es 2,2 Milliarden Euro für über 11.000 Projekte in ganz Deutschland. Eine beeindruckende Zahl, wie ich finde.
Doch was hat die Stiftung Deutsches Hilfswerk damit zu tun? Im Grunde ist es so: Die Deutsche Fernsehlotterie nimmt das Geld ein, die Stiftung Deutsches Hilfswerk verteilt es und wickelt das gesamte Förderverfahren ab. Hier stellst du also deinen Antrag. Im weiteren Verlauf dieses Beitrages werde ich deshalb nur noch von der Stiftung Deutsches Hilfswerk – abgekürzt DHW – schreiben und nicht von der Deutschen Fernsehlotterie.
Fördermittel können von Organisationen beantragt werden, die gemeinnützig arbeiten und soziale Projekte umsetzen. Dazu gehören insbesondere Vereine, Verbände, Stiftungen sowie kommunale Träger.
Wichtig ist, dass dein Projekt einen klaren sozialen Zweck verfolgt und nachvollziehbar darstellt, welchen Beitrag es zur Verbesserung der Lebenssituation der Zielgruppe leistet.
Die Förderziele der Stiftung Deutsches Hilfswerk
Ich habe es vorhin schon angedeutet, die Stiftung Deutsches Hilfswerk fördert bundesweit soziale Projekte gemeinnütziger Träger, die das solidarische Miteinander stärken. Konkret sind das Projekte, die
- die Lebenssituation von Menschen verbessern, die aus sozialen oder gesundheitlichen Gründen benachteiligt sind
- sich positiv auf das Zusammenleben auswirken
- nachbarschaftliche Lebensräume aufwerten und
- ehrenamtliches Engagement stärken
Wichtig ist dabei immer, dass dein Projekt direkt bei der Zielgruppe angesiedelt ist und du zum Beispiel nicht ausschließlich mit Multiplikatoren arbeitest. Auch bei der Zielgruppe gibt es Einschränkungen. So muss sich dein Projekt immer an Menschen richten, die aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen benachteiligt oder davon bedroht sind.
Es kann nur eine geben…
Einige dieser Punkte erinnern stark an die Fördermöglichkeiten bei Aktion Mensch. Die Stiftung Deutsches Hilfswerk gehört wie Aktion Mensch auch zu den sogenannten Soziallotterien. Die Glücksspirale, die Bildungslotterie oder die Postcode-Lotterie gehören ebenfalls dazu.
Fördergelder der Stiftung Deutsches Hilfswerk kannst du nicht mit Fördergeldern anderer Soziallotterien kombinieren, du musst dich hier für einen Fördergeber entscheiden und deinen Antrag dann nur dort stellen. Planst du ein Projekt für Menschen mit Behinderungen, wäre Aktion Mensch natürlich die erste Wahl. So sieht es auch das DHW und will in einem solchen Fall von dir die Gründe wissen, warum du den Antrag nicht dort stellst.
Überlege dir also im Vorfeld, wo dein Antrag am besten aufgehoben ist. Zum Teil ergibt sich das schlicht durch die Fördermöglichkeiten der jeweiligen Soziallotterie. Dazu werfen wir nun einen Blick auf die Fördermöglichkeiten bei der Stiftung Deutsches Hilfswerk.
Das fördert die Stiftung Deutsches Hilfswerk
Das Förderspektrum der Stiftung deutsches Hilfswerk ist sehr breit, ich kann in diesem Beitrag nicht auf alle Details in den jeweiligen Bereichen eingehen, werde dir aber einen guten Überblick verschaffen. Wenn dich ein Feld besonders interessiert, findest du hier Links, um dich weiter zu informieren.
Aktuell gibt es beim DHW fünf verschiedene Förderprogramme
1. Soziale Projekte
2. Digitalisierung
3. Quartiersentwicklung
4. Soziale Innovation
5. Bau und Erstausstattung
Was genau in diesen Programmen gefördert wird, schauen wir uns jetzt an.
1. Soziale Projekte
Bei sozialen Projekten und Initiativen muss deine Zielgruppe gemäß den Zielen der Stiftung Deutsches Hilfswerk entweder aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen benachteiligt oder davon bedroht sein. Und Ziel des Projektes muss die Verbesserung der Lebenssituation der Zielgruppe sein. Darüber hinaus gibt es keine Einschränkungen, du hast also hier einiges an kreativer Freiheit zur Ausgestaltung deines Projektes und Auswahl der Zielgruppe.
Bei sozialen Projekten gibt es keine Obergrenze der Förderung. Die Förderquote liegt bei 80%, die Förderhöhe richtet sich nach dem Bedarf des Projektes und natürlich nach den förderfähigen Kosten. Dazu gehören Personalkosten, Honorarkosten und Sachkosten.
Gut ist, dass Personalkosten für neue Mitarbeitende, im Stundenumfang aufgestockte aber auch bereits beschäftigte Mitarbeitende förderfähig sind. Nicht förderfähig sind Personalkosten von vertretungsberechtigten Personen, also Geschäftsführerinnen, Vorstände und so weiter.
2. Digitalisierung
Hier könnte man denken, dass dieses Förderprogramm nicht wirklich in die soziale Ausrichtung der Stiftung Deutsches Hilfswerk passt. Doch die Förderrichtlinie macht unmissverständlich klar, dass auch dieses Programm für soziale Projekte gedacht ist.
Gefördert werden zwei Arten von Projekten:
- Entwicklung sozial wirksamer innovativer Technologien
- Anleitung, Unterstützung und Begleitung von Zielgruppen bei der Anwendung digitaler Technologien
Ähnlich wie im Programm für soziale Projekte muss auch hier dein Projekt die Lebenssituation der Zielgruppe direkt verbessern.
Die Entwicklung innovativer Technologien ist hier durchaus erwünscht, sollte aber partizipativ mit der Zielgruppe gedacht sein. Dabei gibt es verschiedene mögliche Anwendungsbereiche, von innovativen Apps zur Suchtprävention über die Aktivierung gesellschaftlichen Engagements hin zur Demokratisierung.
Die Fördermodalitäten sind identisch mit denen aus dem Programm Soziale Projekte.
3. Quartiersentwicklung
Bei der Quartiersentwicklung geht es um die gezielte Weiterentwicklung eines klar abgegrenzten Sozialraums – also eines konkreten Quartiers, Stadtteils oder einer vergleichbaren räumlichen Einheit. Dein Projekt muss sich genau auf diesen Raum beziehen und darf nicht losgelöst davon gedacht sein.
Anders als bei klassischen sozialen Projekten steht hier nicht eine einzelne Zielgruppe im Mittelpunkt. Stattdessen wird das Quartier als Ganzes betrachtet. Das bedeutet aber nicht, dass die Zielgruppe egal ist – sondern dass unterschiedliche Gruppen im Sozialraum zusammen gedacht werden, insbesondere auch Menschen, die sozial oder gesundheitlich benachteiligt sind.
Gefördert werden Vorhaben, die genau in diesem abgegrenzten Sozialraum ansetzen und dort Strukturen weiterentwickeln. Typisch ist, dass bestehende Angebote aufgegriffen und miteinander verbunden werden oder dass dort angesetzt wird, wo bislang Lücken bestehen.
Konkrete Ansätze können zum Beispiel sein:
- Aufbau oder Weiterentwicklung eines Quartierstreffpunkts
- Koordination und Vernetzung bestehender Angebote im Stadtteil
- Entwicklung gemeinsamer Formate für unterschiedliche Gruppen im Quartier
- Strukturen, die Engagement im Quartier dauerhaft ermöglichen
Wichtig ist dabei die Einbettung: Du musst zeigen, wie dein Projekt im Quartier verankert ist, welche Akteure es bereits gibt und wie dein Vorhaben genau in dieses Gefüge hineinwirkt.
Die Stiftung Deutsches Hilfswerk fördert auch in diesem Programm Personal-, Honorar- und Sachkosten mit einer Förderquote von 80%. Die konkreten Förderbedingungen sind allerdings vergleichsweise umfangreich. Ich empfehle dir daher, unbedingt einen Blick in die aktuellen Fördergrundsätze und Checklisten der Stiftung zu werfen, bevor du deinen Antrag vorbereitest. Den Link dazu gebe ich dir am Ende des Beitrages.
4. Soziale Innovation
Das Förderprogramm „Soziale Innovation“ unterscheidet sich deutlich von den klassischen sozialen Projekten. Während du dort ein konkretes Angebot für eine klar definierte Zielgruppe umsetzt, geht es hier darum, neue Ansätze zu entwickeln und zu erproben.
Das kann ein neuer Lösungsansatz für ein bekanntes Problem sein oder ein Modell, das es so im bisherigen System noch nicht gibt.
Gefördert werden Vorhaben, die
- neue Wege im Umgang mit sozialen Herausforderungen entwickeln
- bestehende Ansätze weiterdenken und in eine neue Form bringen
- modellhaft erprobt werden und übertragbar sind
Der entscheidende Unterschied zu sozialen Projekten liegt damit in der Zielsetzung: Du setzt hier kein fertiges Angebot um, sondern testest, ob ein neuer Ansatz funktioniert.
Das Programm ist dabei klar in zwei Phasen aufgebaut:
1. Pilotförderung
2. Modul Verstetigung
In der ersten Phase entwickelst und erprobst du deinen Ansatz. Hier geht es darum, herauszufinden, ob deine Idee in der Praxis funktioniert, welche Anpassungen nötig sind und welche Wirkung tatsächlich erzielt wird.
Wenn sich dein Ansatz bewährt hat, kannst du in eine zweite Phase übergehen. Ziel ist dann, das Projekt weiterzuentwickeln, zu stabilisieren und so aufzustellen, dass es langfristig bestehen oder übertragen werden kann.
Für dich heißt das: Du musst dein Projekt von Anfang an so denken, dass es über eine reine Testphase hinausgehen kann. Es reicht nicht, nur eine gute Idee zu haben – du solltest auch eine Perspektive für die Weiterentwicklung mitbringen.
Das hat auch Auswirkungen auf die Anforderungen. Dein Projekt muss gut begründet sein, du musst aber gleichzeitig offen damit umgehen, dass Ergebnisse nicht vollständig planbar sind. Es geht ausdrücklich darum, zu lernen, zu erproben und Ansätze weiterzuentwickeln.
Gefördert werden auch in diesem Programm Personal-, Honorar- und Sachkosten. Die Förderquote liegt ebenfalls bei bis zu 80 %, sodass du einen Eigenanteil einplanen musst.
Da es sich um ein vergleichsweise anspruchsvolles Programm handelt, empfehle ich dir, die Förderrichtlinien genau zu lesen und auch das Beratungsangebot der Stiftung zu nutzen.
5. Bau und Erstausstattung
Aktuell nimmt die Stiftung Deutsches Hilfswerk in diesem Förderbereich bis auf weiteres keine Anträge entgegen. Wie die anderen großen Soziallotterien kämpft auch sie mit einer größer werdenden Flut an Anträgen und wegen der schwächelnden öffentlichen Hand mit einer höheren Nachfrage.
Der Förderbereich selbst besteht jedoch weiterhin, dort sind aber frühestens im Winter 2026 wieder Anträge möglich. Du solltest außerdem davon ausgehen, dass sich die Förderbedingungen verändern werden.
Ein Blick auf die bisherigen Förderbedingungen hilft dir dennoch, ein Gefühl für die Anforderungen und Möglichkeiten in diesem Förderprogramm der Stiftung Deutsches Hilfswerk zu bekommen.
In diesem Programm geht es, wie der Name schon sagt, um folgendes:
- Bau-, Umbau- und Sanierungsmaßnahmen
- sowie die Erstausstattung sozialer Einrichtungen
Typisch war dabei, dass die baulichen Maßnahmen immer in ein soziales Gesamtkonzept eingebettet sein mussten. Es ging also nicht um das Gebäude an sich, sondern darum, welche sozialen Angebote dort umgesetzt werden.
Anders als bei den anderen Förderprogrammen der Stiftung Deutsches Hilfswerk gab es hier allerdings eine maximale Fördersumme, nämlich 300.000 Euro. Für Bauprojekte galt noch dazu eine maximale Förderquote von 33%, für eine Erstausstattung maximal 50%.
Aber wie gesagt, dort kannst du bis auf weiteres keine Anträge einreichen. Planst du einen solchen Antrag, solltest du auf jeden Fall regelmäßig die Website der Stiftung Deutsches Hilfswerk besuchen und nach Updates schauen. Dort findest du auch die jeweils gültigen Fördergrundsätze und Hinweise zur Antragstellung, sobald der Förderbereich wieder geöffnet wird.
Antragstellung und Ablauf
Die Antragstellung läuft bei der Stiftung Deutsches Hilfswerk ein wenig anders, als du es vielleicht gewöhnt bist. Zunächst musst du dich als Organisation im Online-Portal der Stiftung registrieren und deine Organisation verifizieren lassen. Ohne diese Freischaltung kannst du keinen Antrag einreichen. Dafür gibt es eigene Fristen, die du unbedingt im Blick behalten solltest.
Erst danach kannst du deinen Antrag vorbereiten und einreichen. Wichtig ist dabei: Die Stiftung arbeitet mit festen Antragsphasen. Du kannst deinen Antrag also nicht jederzeit einreichen, sondern nur innerhalb der vorgesehenen Zeitfenster im Sommer und Winter. Die Einreichungsfristen der beiden Fenster sind immer am 1. Januar und 1. Juli.
Hier findest du die Checklisten und Förderbedingungen der einzelnen Förderprogramme.
Fazit
Du siehst, die Stiftung Deutsches Hilfswerk ist ein vielseitiger Förderer und auf jeden Fall immer eine Überlegung wert, wenn du ein Projekt im sozialen Bereich planst.
Natürlich sind die Anträge dort immer mit etwas mehr Aufwand verbunden, gleichzeitig sind dort aber auch die Fördersummen höher als bei vielen anderen Förderern in Deutschland.
Schaue für mehr Infos hier auf der Webseite der Stiftung Deutsches Hilfswerk vorbei. Viel Erfolg!
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Mein Name ist Monika Vog,
ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.
In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:
- Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
- Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
- Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?
Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.
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