Das Bundesprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ geht in die nächste Runde und fördert überall da, wo bisher noch keine Allianzen bestehen. Näheres zur Förderung erfährst du in diesem Beitrag.

Das Bundesprogramm

Über die Wichtigkeit des Themas „Demenz“ muss ich hier glaub ich keine weiteren Worte verlieren, klar ist, dass der Anteil der dementen Menschen in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Das Bundesprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ ist Teil der Nationalen Demenzstrategie, mit der die Bundesregierung auf diese Entwicklung reagiert.

Die Fördermöglichkeit von lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz ist nicht neu, 2012 bis 2018 lief das Programm schon einmal und hat bundesweit rund 500 Allianzen gefördert. In der anschließenden Wirkungsanalyse zeigte sich, dass die meisten dieser Allianzen auch nach der Förderung weiterbestehen und gute Arbeit leisten.

150 Allianzen – fünf Förderrunden

2020 hat die Bundesregierung das Programm deshalb nochmal neu aufgelegt, es läuft bis 2024 und soll 150 weitere lokale Allianzen in insgesamt fünf Förderrunden fördern. Sie sollen dort entstehen, wo es noch an Strukturen zur Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen fehlt. Angesiedelt ist das Programm beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Ziele der Förderung

Ich glaube, jeder kennt jemanden, der von Demenz betroffen ist, und hat eine Vorstellung davon, wie belastend das für die ganze Familie sein kann. Das Bundesprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ möchte deshalb die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und von ihren Angehörigen dauerhaft verbessern.

Die lokalen Allianzen sollen dazu beitragen, dass Menschen mit Demenz möglichst lange im vertrauten Umfeld bleiben können, soziale Kontakte pflegen und halten und sich so, wie sie sind, in die Gemeinschaft einbringen können.

Zu den Zielen des Programms gehören diese:

  • Die Diagnose Demenz darf nicht zum Ausschluss aus der Gemeinschaft führen.
  • Informationen zu Demenz, zum Alltag mit der Erkrankung, zu Möglichkeiten der Selbstbestimmung und Teilhabe sollen verstärkt in die Gesellschaft getragen werden.
  • Betroffene und ihre Familien sollen gehört werden und sich einbringen können.
  • Menschen mit Demenz sollen frühzeitig aufgefangen und langfristig verlässlich begleitet werden. Angehörige sollen entlastet werden.
  • Neue Angebote sollen entstehen, bestehende ausgebaut und Akteure vernetzt werden.
  • Kommunen und Regionen werden aktiv, um sich auf die stetig wachsende Zahl von Menschen mit Demenz einzustellen und zukunftsfähig zu bleiben. Dies wird möglich durch die Einbindung verschiedener Akteure und die Koordination, Entwicklung und Erprobung von Angeboten.

Förderschwerpunkte und förderfähige Maßnahmen

Mit Hilfe der Förderung sollen bestehende Netzwerke für Menschen mit Demenz weiterentwickelt werden oder neue entstehen. Förderfähige Aktivitäten dieser Allianzen sind zum Beispiel diese:

  • Unterstützung pflegender Angehöriger, z. B. durch Präventions- und Entlastungsangebote, bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, auch in Kooperation mit Unternehmen und teilstationären Einrichtungen
  • Unterstützung im Alltag, z. B. durch Ausbau der ehrenamtlichen Besuchsdienste und der Alltagsbegleitung in Einrichtungen sowie der Nachbarschaftshilfe
  • Förderung der Teilhabe von Menschen mit Demenz, z. B. über Kultur-, Sport- und Bildungsangebote
  • Unterstützung für Menschen in einem frühen Stadium der Erkrankung; Schaffung von inklusiven Angeboten für Menschen mit und ohne Demenz (Vermeidung von Stigmatisierung und Ausgrenzung), etwa durch Öffnung der Vereine und Kultureinrichtungen, gemeinsame Cafés, Mittagstische, auch virtuelle Treffen.

Wenn das den Funken der Inspiration bei dir noch nicht in Gang gesetzt hat, dann geh doch mal auf die Seite der Netzwerkstelle für lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Hier kannst du davon profitieren, dass das Programm schon länger läuft und dir die Projekte anderer Allianzen anschauen. Vielleicht sind dort Ideen dabei, die bei dir vor Ort genau richtig wären.

Die Netzwerkstelle Demenz

Die Netzwerkstelle „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ unterstützt bundesweit lokale Demenznetzwerke in ihrem Engagement und begleitet die Lokalen Allianzen in ihrer Arbeit. Sie organisiert die Vernetzung der Projekte und regelmäßigen Austausch, so können Projekte von den gegenseitigen Erfahrungen profitieren.

Gut für dich: Die Netzwerkstelle berät auch bei der Antragstellung für lokale Allianzen. Diesen Service solltest du unbedingt nutzen.

Eckdaten zur Förderung

Lokale Allianzen werden mit bis zu 30.000 Euro für drei Jahre gefördert, pro Jahr gibt es 10.000 Euro, Förderfähig sind Personal- und Sachausgaben. Danach ist aber nicht alles vorbei, die weitere Finanzierung soll dauerhaft über die Pflegeversicherung laufen. Derzeit stehen für derartige Netzwerke in der Pflegeversicherung zehn Millionen Euro jährlich zur Verfügung, ab 2022 soll die Summe durch das Bundesgesundheitsministerium weiter angehoben werden.

Förderrunde 1 und 2

Die Förderrunden 1 und 2 sind im Juni und September 2020 schon gelaufen, macht aber nichts, es folgen ja noch drei weitere. Wenn sie für dich interessant sind, solltest du dich für den Newsletter der Netzwerkstelle anmelden, damit du den Termin nicht verpasst. Nutze die Zeit bis dahin, um dein Projekt vorzubereiten. Die Fristen in solchen Ausschreibungen sind meist nicht lang, den Stress kannst du dir ersparen, wenn du frühzeitig planen kannst.

Wer kann einen Antrag stellen?

Grundsätzlich kannst du nur dann einen Antrag stellen, wenn es in deiner Gegend noch keine lokale Allianz für Menschen mit Demenz gibt. Das ist nachvollziehbar, Doppelförderung wäre ja unsinnig.

Dann deutet das Wort „Allianz“ ja schon drauf hin, hier geht es nicht darum, dass deine Organisation sich eine gute Maßnahme für Menschen mit Demenz überlegt, vielmehr ist hier ein lokales Netzwerk gefragt.

Ein wichtiger Akteur ist darin die Kommune, sie muss aktiv beteiligt sein. Das weitere Feld kann dann recht bunt sein:

  • Bürgerinnen und Bürger,
  • Vereine, Initiativen,
  • Wohlfahrtsverbände,
  • Kirchengemeinden
  • weitere lokale Akteure wie Arztpraxen, Krankenhäuser oder Unternehmen,
  • Mehrgenerationenhäuser,
  • Seniorenbüros,
  • Bildungs- und Kultureinrichtungen.

Dabei ist die Mitwirkung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen besonders erwünscht und wichtig, um bedarfsgerechte Unterstützung zu ermöglichen und Teilhabe zu fördern.

Weitere Infos

Wenn du dich in diesem Feld engagieren möchtest, findest du Infos rund um die Förderung bei der Netzwerkstelle Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz. Ich schrieb es schon, sie beraten dich dort auch bei der Antragstellung, solltest du einen solchen bei der nächsten Förderrunde stellen wollen.

Außerdem findest du hier aber auch viele Materiealien und Projektbeispiele sowie Kontaktadressen weiterer Beratungsstellen zum Beispiel auf Länderebene. Ein Blick lohnt sich also auf jeden Fall.

Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

Mentoring Fördermittelanträge

Willst du lernen, wie du einen Förderantrag schreibst? Oder besser werden bei dem, was du schon tust?

Dann biete ich dir das Mentoring-Programm Fördermittelanträge an mit Leitfäden, Übungsanträgen und Einzelcoaching.

Interessiert? Hier erfährst du mehr:

Mentoring Fördermittelanträge

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