Fünfte und vorerst letzte Förderwelle – Frist 19. Mai 2023

Das Bundesprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ geht in die letzte Runde und fördert überall da, wo bisher noch keine Allianzen bestehen. Näheres zur Förderung erfährst du in diesem Beitrag.

Das Bundesprogramm

Über die Wichtigkeit des Themas „Demenz“ muss ich hier glaub ich keine weiteren Worte verlieren, klar ist, dass der Anteil der dementen Menschen in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Das Bundesprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ ist Teil der Nationalen Demenzstrategie, mit der die Bundesregierung auf diese Entwicklung reagiert.

Die Fördermöglichkeit von lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz ist nicht neu, 2012 bis 2018 lief das Programm schon einmal und hat bundesweit rund 500 Allianzen gefördert. In der anschließenden Wirkungsanalyse zeigte sich, dass die meisten dieser Allianzen auch nach der Förderung weiterbestehen und gute Arbeit leisten.

150 Allianzen – fünf Förderrunden

2020 hat die Bundesregierung das Programm deshalb nochmal neu aufgelegt, es läuft bis 2026 und soll 150 weitere lokale Allianzen in insgesamt fünf Förderrunden fördern. Sie sollen dort entstehen, wo es noch an Strukturen zur Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen fehlt. Angesiedelt ist das Programm beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Aktuell läuft die fünfte Förderwelle und damit die vorerst letzte Möglichkeit, von der Förderung zu profitieren.

Ziele der Förderung

Ich glaube, jeder kennt jemanden, der von Demenz betroffen ist, und hat eine Vorstellung davon, wie belastend das für die ganze Familie sein kann. Das Bundesprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ möchte deshalb die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und von ihren Angehörigen dauerhaft verbessern.

Die lokalen Allianzen sollen dazu beitragen, dass Menschen mit Demenz möglichst lange im vertrauten Umfeld bleiben können, soziale Kontakte pflegen und halten und sich so, wie sie sind, in die Gemeinschaft einbringen können.

Zu den Zielen des Programms gehören diese:

  • Teilhabe von Menschen mit Demenz fördern,
  • Menschen mit Demenz begleiten, nachdem sie die Diagnose erhalten haben und sich in einem frühen Stadium der Demenz befinden/ehrenamtliche Erstbegleitung,
  • Unterstützung im Alltag und von pflegenden Angehörigen.

Förderschwerpunkte und förderfähige Maßnahmen

Mit Hilfe der Förderung sollen bestehende Netzwerke für Menschen mit Demenz weiterentwickelt werden oder neue entstehen. Ich zitiere hier mal aus der Förderrichtlinie:

Mithilfe Lokaler Allianzen für Menschen mit Demenz sollen vernetzte Angebote entstehen oder weiterentwickelt werden. Haupt- und/oder ehrenamtlich arbeitende Träger sollen Teilhabe fördern und niedrigschwellige Unterstützung schaffen und dabei mit bestehenden Strukturen der Pflege, Versorgung und Teilhabe von Menschen mit Demenz zusammenarbeiten. Gefördert werden der Auf- und Ausbau Lokaler Allianzen in den Regionen, in denen es noch an Unterstützungsnetzen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen fehlt. Dabei geht es um eine nachhaltige Etablierung der Netzwerke auch über den Förderzeitraum hinaus, unter anderem durch Begleitung und Unterstützung durch die Netzwerkstelle der BAGSO.

Förderfähige Aktivitäten dieser Allianzen sind zum Beispiel diese:

  • Förderung der Teilhabe von Menschen mit Demenz, zum Beispiel über
    • Sport-, Kultur-, Bildungs- und Urlaubsangebote,
    • generationenübergreifende Angebote,
    • Angebote, die sich an Menschen mit Demenz mit Migrationshintergrund und ihre Angehörigen oder an Geflüchtete richten,
    • inklusive Angebote für Menschen mit und ohne Demenz zum Abbau von Stigmatisierung, gegen Rückzug und Ausgrenzung – etwa durch Öffnung der Vereine und Kultureinrichtungen, gemeinsame Cafés, Mittagstische, virtuelle Treffen;
  • Unterstützung von Menschen mit Demenz nach Erhalt der Diagnose und in einem frühen Stadium der Erkrankung, insbesondere durch ehrenamtliche Erstbegleitung;
  • Unterstützung im Alltag, zum Beispiel durch Auf- und Ausbau von Nachbarschaftshilfe, Selbsthilfegruppen, Helferkreisen und ehrenamtlichen Besuchsdiensten in Einrichtungen;
  • Unterstützung pflegender Angehöriger, zum Beispiel durch Präventions- und Entlastungsangebote, Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, auch in Kooperation mit Unternehmen und teilstationären Einrichtungen.

Dein Projekt sollte mindestens eine der hier genannten Aktivitäten enthalten und sich natürlich auch nach dem Bedarf vor Ort richten. 

Wenn das den Funken der Inspiration bei dir noch nicht in Gang gesetzt hat, dann geh doch mal auf die Seite der Netzwerkstelle für lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Hier kannst du davon profitieren, dass das Programm schon länger läuft und dir die Projekte anderer Allianzen anschauen. Vielleicht sind dort Ideen dabei, die bei dir vor Ort genau richtig wären.

Die Netzwerkstelle Demenz

Die Netzwerkstelle „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ unterstützt bundesweit lokale Demenznetzwerke in ihrem Engagement und begleitet die Lokalen Allianzen in ihrer Arbeit. Sie organisiert die Vernetzung der Projekte und regelmäßigen Austausch, so können Projekte von den gegenseitigen Erfahrungen profitieren.

Gut für dich: Die Netzwerkstelle berät auch bei der Antragstellung für lokale Allianzen. Diesen Service solltest du unbedingt nutzen.

Eckdaten zur Förderung

Lokale Allianzen werden mit bis zu 30.000 Euro für drei Jahre gefördert, pro Jahr gibt es 10.000 Euro, Förderfähig sind Personal- und Sachausgaben. Danach ist aber nicht alles vorbei, die weitere Finanzierung soll dauerhaft über die Pflegeversicherung laufen. 2020 standen für derartige Netzwerke in der Pflegeversicherung zehn Millionen Euro jährlich zur Verfügung, ab 2022 sollte die Summe durch das Bundesgesundheitsministerium weiter angehoben werden. Ob das passiert ist, weiß ich aber nicht.

Wer kann einen Antrag stellen?

Grundsätzlich kannst du nur dann einen Antrag stellen, wenn es in deiner Gegend noch keine lokale Allianz für Menschen mit Demenz gibt. Das ist nachvollziehbar, Doppelförderung wäre ja unsinnig.

Dann deutet das Wort „Allianz“ ja schon drauf hin, hier geht es nicht darum, dass deine Organisation sich eine gute Maßnahme für Menschen mit Demenz überlegt, vielmehr ist hier ein lokales Netzwerk gefragt.

Ein wichtiger Akteur ist darin die Kommune, sie muss aktiv beteiligt sein. Das weitere Feld kann dann recht bunt sein:

  • Bürgerinnen und Bürger,
  • Vereine, Initiativen,
  • Wohlfahrtsverbände,
  • Kirchengemeinden
  • weitere lokale Akteure wie Arztpraxen, Krankenhäuser oder Unternehmen,
  • Mehrgenerationenhäuser,
  • Seniorenbüros,
  • Bildungs- und Kultureinrichtungen.

Dabei ist die Mitwirkung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen besonders erwünscht und wichtig, um bedarfsgerechte Unterstützung zu ermöglichen und Teilhabe zu fördern.

Weitere Infos

Wenn du dich in diesem Feld engagieren möchtest, findest du Infos rund um die Förderung bei der Netzwerkstelle Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz. Ich schrieb es schon, sie beraten dich dort auch bei der Antragstellung, solltest du einen solchen bei der nächsten Förderrunde stellen wollen.

Außerdem findest du hier aber auch viele Materiealien und Projektbeispiele sowie Kontaktadressen weiterer Beratungsstellen zum Beispiel auf Länderebene. Ein Blick lohnt sich also auf jeden Fall.

Für die aktuelle Ausschreibung musst du deinen Antrag bis zum 19. Mai 2023 einreichen. Alle Infos dazu sowie die Förderrichtlinie findest du hier.


Du hast noch Fragen?

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