Förderung bis 10.000 Euro – keine Eigenmittel notwendig

Seit Juni 2022 hat Aktion Mensch ein neues Förderprogramm aufgelegt, das Kunst und Kultur-Projekte für verschiedene Zielgruppen fördert. Was genau hier förderfähig ist und worauf du in diesem Programm achten musst, erfährst du in diesem Beitrag.

Das fördert Kunst und Kultur für alle

Kurz gesagt fördert das Programm partizipative Vorhaben im Bereich Kunst und Kultur. Partizipation ist in diesem Fall ein wichtiges Stichwort, das du bei deinem Antrag beachten musst, doch dazu später mehr. Erst werfen wir einen Blick auf die möglichen Inhalte deines Projektes. Das könnten zum Beispiel diese sein:

  • Theater und Tanz
  • Film und Audio – zum Beispiel einen Podcast oder Radiobeitrag erstellen
  • Musik – zum Beispiel Chorprojekte, Instrument lernen
  • Kunst – zum Beispiel Töpferkurse
  • Handwerk – zum Beispiel Nähen, Stricken, Schreinern

Die Zielgruppe

Aktion Mensch ist ein Förderer, der aktiv für Inklusion eintritt, ganz klar also, dass Menschen mit Behinderung zur Zielgruppe gehören. Eine weitere Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche. Gut ist, für einen Antrag in diesem Programm muss deine Organisation nicht anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe sein.

Darüber kannst du auch Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten in dein Projekt einbinden. Diese Zielgruppe beschränkt sich auf

  • wohnungslose Menschen, also Menschen, die keinen eigenen Mietvertrag haben, in Unterkünften wohnen oder ähnliches
  • Menschen, die aus einer geschlossenen Einrichtung entlassen wurden
  • Menschen mit gewaltgeprägten Lebensumständen

Schauen wir uns nun die Förderhöhe an.

2 X 5.000 Euro für dein Projekt

Das Gute vorweg: Für dein Projekt musst du keine Eigenmittel mitbringen, Kunst und Kultur für alle fördert bis zu 100% deiner Projektkosten. Die Förderung ist in zwei Module á 5.000 Euro aufgeteilt.

Modul 1 – Die Projektkosten

Das erste Modul fördert die direkten Projektkosten, also Material, Raummiete, Öffentlichkeitsarbeit oder Künstlerhonorare. Letztere dürfen bis zu 60 € pro Stunde betragen. Auch eine Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche ist förderfähig.

Für diese Kosten gibt es maximal 5.000 €. Dein Projekt darf auch etwas teurer sein, dann musst du die restlichen Kosten aus Eigenmitteln oder über weitere Förderer aufbringen.

Modul 2 – Kosten der Barrierefreiheit

Das zweite Modul fördert mit bis zu 5.000 Euro die Barrierefreiheit deines Projektes. Denk dran, du bist hier bei Aktion Mensch, die sich sehr für Inklusion einsetzt. Das solltest du in deinem Projekt auch ermöglichen, eine wesentliche Voraussetzung dafür ist die Barrierefreiheit.

Barrierefreiheit meint dabei nicht nur einen barrierefreien räumlichen Zugang, auch technische, digitale und sprachliche Barrieren für optimale Zugangsbedingungen können über diese Förderung abgebaut werden. Das könnte zum Beispiel ein Gebärdendolmetscher sein für Menschen mit Hörbehinderung, oder Kosten für die Gestaltung der Werbematerialien in einfacher Sprache.

Diese Kosten sind nur in Kombi mit Modul 1 förderfähig, nur Modul 2 beantragen kannst du nicht.

Die Besonderheiten von Kunst und Kultur für alle

Zwei Besonderheiten hat dieses Programm, die du bei deiner Projektgestaltung berücksichtigen musst: Dein Projekt muss partizipativ sein und zum Abschluss des Projektes wünscht Aktion Mensch Rückmeldung deiner Teilnehmenden über einen Feedbackbogen.

Feedback der Teilnehmenden

Fangen wir mit letzterem an. Aktion Mensch möchte das Förderprogramm Kunst und Kultur für alle stetig verbessern und benötigt dazu die Rückmeldung der Teilnehmenden. Keine Sorge, du musst jetzt keine Feedbackbögen entwickeln, das hat Aktion Mensch bereits erledigt und dabei auf einfache Sprache geachtet. Dein Job ist es, dafür zu sorgen, dass möglichst viele Teilnehmende den Feedbackbogen auch ausfüllen. Er ist wie gesagt als Learning für Aktion Mensch und die Projektträger gedacht, negative Auswirkungen auf die Förderung deines Projektes hat er nicht.

Partizipatives Projekt

Der zweite Punkt, auf den Aktion Mensch sehr viel Wert legt, ist, dass dein Projekt partizipativ angelegt ist. Das heißt, dass deine Zielgruppe ihre Ideen und Wünsche von Beginn an mit einbringt und diese auch im Projekt berücksichtigt werden. Dazu musst du keine lange Vorbereitungsphase einplanen, eine einfache Abfrage, was deine Zielgruppe möchte, worauf sie Lust hat, solltest du aber schon durchführen.

Sonst noch wissenswert

Ein paar weitere wissenswerte Infos gibt es außerdem zu Kunst und Kultur für alle:

Das Programm läuft vorerst vom 15.06.2022 bis zum 15.06.2023, bis dahin kannst du deinen Antrags stellen. Möglicherweise wird es verlängert, dann findest du eine Info hier auf dem Blog.

Die Antragstellung ist sehr einfach gehalten, es gibt 14 Fragen, von denen 11 per Kreuzchensetzung zu beantworten sind. Lediglich drei Fragen haben freie Textfelder. Bei diesen Felder solltest du dir aber Mühe geben, denn das sind die Teile deines Antrages, die das Kuratorium sieht, wenn es über die Bewilligung entscheidet.

Dein Projekt kann bis zu 12 Monate laufen, achte darauf, dass es auch wirklich ein Projekt ist, sich also von deiner Regelarbeit abhebt und zeitlich begrenzt ist.

Den Antrag stellst du online, alle weiteren Infos zu Kunst und Kultur für alle und den Link zur Antragstellung findest du hier.


Du hast noch Fragen?

1. Finde viele weitere Fördermöglichkeiten über die Schlagwortwolke

Rechts in der Seitenleiste findest du die Schlagwortwolke. Klicke auf den Begriff, der dich interessiert und finde jede Menge weiterer Fördermöglichkeiten oder aber ein Thema, zu dem du mehr wissen willst, wie zum Beispiel Projekttransfer, Gender Mainstreaming oder die Belegliste. Probier´s aus!


2. Finde Themen über die Suchfunktion

Hast du eine bestimmte Fördermöglichkeit im Kopf oder einen bestimmten Begriff, zu dem du mehr wissen willst, dann nutze die Suchfunktion. Du findest sie oben rechts im Blog, sie verbirgt sich hinter der kleinen Lupe.


3. Finde Hilfen zur Antragstellung in der Rubrik „Der Antrag“ 

In der Rubrik „Der Antrag“ findest du viele Tipps zum Schreiben deines Antrages; wie du einzelne Elemente formulierst, Projektziele festlegst, Indikatoren entwickelst oder was du zu Gender oder Nachhaltigkeit schreiben kannst und vieles mehr.

Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

Mentoring Fördermittelanträge

Willst du lernen, wie du einen Förderantrag schreibst? Oder besser werden bei dem, was du schon tust?

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