Erste Förderausschreibung – Fördersumme bis 100.000 Euro

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt hat ihre erste Ausschreibung veröffentlicht, auf die du dich bis zum 01. November mit deinem Projekt bewerben kannst. Es gibt drei verschiedene Förderschwerpunkte Was du dabei beachten solltest, erfährst du in diesem Beitrag.

Wissenswertes zur Deutschen Stiftung für Ehrenamt und Engagement

Die Deutsche Stiftung für Ehrenamt und Engagement ist brandneu, sie wurde im März 2020 gegründet. Ihr Ziel ist die Stärkung des Ehrenamtes insbesondere im ländlichen und strukturschwachen Raum. Die Stiftung arbeitet auf Bundesebene und erhält jährlich vom Bund ein Budget für ihre Aufgaben.

Zu diesen gehört

  • Hilfe bei der Vernetzung der freiwillig Engagierten vor Ort
  • Service-Angebote zur Organisation von bürgerschaftlichem Engagement,
  • Förderung von Innovationen im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements und des Ehrenamtes, ein Schwerpunkt liegt hier auf der Digitalisierung,
  • Beratung zu rechtlichen Fragen oder Fördermitteln im Bereich des ehrenamtlichen Engagements,
  • Fortbildungen und Unterstützung bei der Gewinnung von Nachwuchs,
  • Vernetzung von Bund, Ländern, Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Nun hat sie die erste Ausschreibung veröffentlicht, das Förderprogramm ‚Engagement fördern. Ehrenamt stärken. Gemeinsam wirken.‘ Getreu ihren Zielen richtet sich diese Ausschreibung an ländliche und strukturschwache Räume.

Solltest du dich nun fragen, ob deine Region da auch dazu gehört, schau dir die Anlage zum Förderleitfaden an, hier sind alle Ortschaften und Regionen aufgelistet, die als ländlich oder strukturschwach gelten. 

Das Programm hat ganz interessante Inhalte verbunden mit einer wirklich guten Förderung. Lass uns mal einen Blick drauf werfen.

Schwerpunkte des Förderprogramms

Das Förderprogramm ‚Engagement fördern. Ehrenamt stärken. Gemeinsam wirken.‘ hat drei Schwerpunkte:

1. Innovation und Digitalisierung in der Zivilgesellschaft

2. Nachwuchsgewinnung

3. Struktur- und Innovationsstärkung in strukturschwachen und ländlichen Räumen

Es ist grundsätzlich möglich, jeweils einen Antrag pro Schwerpunktthema zu stellen. Was genau sich hinter den einzelnen Schwerpunkten verbirgt, schauen wir uns jetzt an.

Innovation und Digitalisierung in der Zivilgesellschaft

Ziel dieses Förderschwerpunktes ist es, gute Voraussetzungen für digitale Teilhabe in der Zivilgesellschaft zu schaffen und digitale Infrastruktur im bürgerschaftlichen Engagement und Ehrenamt auf- oder auszubauen.

Möglich ist hier die Förderung von

  • Kosten für Hardware wie PC-Ausstattung, Smartphone, Tablet, Webcam oder Zubehör
  • Kosten für Software, die interne Prozesse oder die Kommunikation mit Engagierten in Zeiten der Pandemie verbessert oder zur Gewinnung neuer Mitglieder und Engagierte beiträgt, um auf die aktuelle Krisensituation reagieren zu können.
  • Honorare zum Beispiel für Programmierung, Design und Beratung
  • Personalkosten für Maßnahmen, die interne Prozesse und die Kommunikation mit Engagierten und Nutzerinnen und Nutzern der Angebote verbessern oder neue Engagierte gewinnen.
  • Kosten für begleitende Qualifizierungsangebote wie Coaching, Fort- und Weiterbildungsangebote
  • Kosten für Unterstützungsmaßnahmen zum Beispiel zur Organisationsentwicklung und Rechtsberatung im Bereich des Datenschutzes. Derlei Maßnahmen sollten helfen, den praktischen Umgang mit modernen Technologien zu erlernen, neues Wissen zu generieren sowie effizientere Prozesse im Rahmen der Digitalisierung einzuführen.

Hier wie auch in den anderen beiden Schwerpunkten wird eine Verwaltungskostenpauschale von 10% der Projektkosten bewilligt. Diese Pauschale musst du nicht mit Belegen nachweisen.

Kommen wir zum zweiten Schwerpunkt:

Nachwuchsgewinnung

Hier geht es um innovative Wege der Nachwuchsgewinnung sowie die Absicherung von bestehenden Engagement- bzw. Ehrenamtstrukturen in der andauernden Corona-Pandemie. Besonders Kinder und Jugendliche sowie Seniorinnen und Senioren sollen an gemeinnützige Engagement- und Ehrenamtsstrukturen herangeführt werden — nicht zuletzt, um bestehende Angebote zu erhalten.

Möglich ist hier die Förderung von Wochenend- und Freizeitangeboten oder Sach- und Personalkosten für Projekte in diesem Bereich.

Struktur- und Innovationsstärkung von Engagement und Ehrenamt in strukturschwachen und ländlichen Räumen

In diesem Schwerpunkt möchte die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt gute Rahmenbedingungen für Engagement und Ehrenamt explizit in strukturschwachen und ländlichen Räumen fördern. Im Fokus stehen dabei neue Ideen, die gemeinnütziges Engagement- und Ehrenamtsstrukturen schaffen, aufrechterhalten oder ausbauen.

Die Stiftung fördert hier

  • Fach- und sachbezogene Qualifizierungs- und Beratungsleistungen für Engagierte und ehrenamtlich Tätige.
  • Personal- oder Sachkosten für Projekte aus diesem Themenfeld.

So, das sind die drei Förderschwerpunkte der aktuellen Ausschreibung. Was du sonst noch wissen solltest, folgt hier:

Förderhöhe

Die Deutsche Stiftung für Ehrenamt und Engagement fördert Projekte mit bis zu 100.000 Euro. Bei Gesamtkosten bis 5.000 Euro liegt die Förderquote bei 90%, dein Eigenanteil also bei 10%. Projekte mit höheren Gesamtkosten werden mit 80% gefördert, entsprechend liegt dein Eigenanteil bei 20%. Hinzukommt die Verwaltungskostenpauschale von 10%, aber das weißt du ja schon.

Wissenswertes zur Förderung

  • Deinen Antrag versendest du per Post, er muss bis spätestens 01. November bei der Stiftung eingehen.
  • Der Antrag muss rechtsverbindlich unterschrieben sein, sonst wird er direkt aussortiert und du hast dir die Arbeit umsonst gemacht. Wer vertretungsberechtigt ist und unterschreiben darf, steht im Vereinsregisterauszug.
  • Es gibt viele Infos der Deutschen Stiftung für Ehrenamt und Engagement einen Förderleitfaden und eine Förderrichtlinie. Sie helfen dir bei deiner Kostenaufstellung. Auch wenn sie keine prickelnde Lektüre sind, lies sie unbedingt durch. Ganz besonders gilt das, wenn du eine Bewilligung erhalten hast. Hier gibt es nämlich noch ein paar Fallstricke, die dich am Ende die Förderung kosten könnten. Ich drucke mir sowas immer aus und markiere die relevanten Stellen, damit mir nichts durchgeht. 
  • Du musst die Fördergelder für dein Projekte bis zum 15. Dezember 2020 abrufen, sonst verfallen sie. Beim Mittelabruf kannst du alle Kosten angeben, die bis dahin angefallen sind, zusätzlich diejenigen, die du voraussichtlich in den nächsten sechs Wochen ausgeben wirst.
  • Beachte unbedingt den Bewilligungszeitraum, alle Kosten, die außerhalb des Bewilligungszeitraumes anfallen, werden nicht gefördert! Lies dir dazu den Beitrag   durch, er hilft dir, diesen Stolperstein zu umgehen.
  • Ich schrieb es schon, die Deutsche Stiftung für Ehrenamt und Engagement versteht sich als Servicestelle, solltest du also Fragen haben, melde dich dort und lass dich beraten.

Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

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