Freiwilligendienste, Praktika und Arbeitsstellen

Das Europäische Solidaritätskorps ist ein recht junges Programm der EU, es fördert in der EU und über ihre Grenzen hinaus freiwilliges Engagement von jungen Menschen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Mehr zu den Zielen, Möglichkeiten und der Finanzierung des Programmes erfährst du in diesem Beitrag.

Ziele des Europäischen Solidaritätskorps

Mit seiner Förderung möchte das Europäische Solidaritätskorps ein deutliches Zeichen für ein solidarisches und soziales Europa setzen. Jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren können sich in solidarischen Aktivitäten engagieren, sie können gestalten, lernen und etwas für die Gemeinschaft bewegen.

Die Erfahrungen aus diesem Engagement sollen sie in vielerlei Hinsicht stärken und ihre persönliche, soziale, bürgerschaftliche, kulturelle oder berufliche Entwicklung fördern. Das wiederum soll sich positiv auf ihre aktive Bürgerschaft, die Beschäftigungsfähigkeit und den Übergang in den Arbeitsmarkt auswirken.

Unterstützt werden sie dabei von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Einrichtungen.

Wissenswertes zum Programm

Das Europäische Solidaritätskorps ist aus Erasmus+ hervorgegangen, und ein ganz neues Programm der EU. 2019 gibt es viele Einführungs- und Informationsveranstaltungen, die über die Inhalte und Möglichkeiten des Solidaritätskoprs vor Ort informieren. Bist du am Programm interessiert, ist es empfehlenswert, eine solche Informationsveranstaltung zu besuchen, die Termine findest du hier 

In jedem EU-Land gibt es eine Agentur, die das Programm im Auftrag der EU-Kommission umsetzt. In Deutschland ist das die Nationalagentur JUGEND für Europa

Förderfähige Aktivitäten

Es gibt drei Aktivitäten, die durch den Europäischen Solidaritätskorps gefördert werden. Dies sind

1. Freiwilligentätigkeiten

2. Solidaritätsprojekte

3. Praktika und Arbeitsstellen

Freiwilligentätigkeiten

Junge Menschen engagieren sich in Europa, entweder in einem individuellen Freiwilligendienst oder in einem Freiwilligenteam, gemeinsam mit anderen. In der Regel dauert ein Freiwilligendienst zwischen zwei und zwölf Monaten. Für junge Menschen mit geringeren Chancen sind kürzere Projekte ab zwei Wochen möglich.

Solidaritätsprojekte

Bei den Solidaritätsprojekten handelt es sich um lokale Initiativen, die eigenständig von einer Gruppe junger Menschen initiiert und umgesetzt werden. Sie dauern zwischen zwei und zwölf Monaten.

Praktika und Arbeitsstellen

Die Praktika dauern in der Regel zwischen zwei und sechs Monaten. Junge Menschen können hier praktische und berufliche Erfahrungen erwerben, die ihnen den Übergang in eine Ausbildung oder eine reguläre Beschäftigung erleichtern.

Arbeitsstellen sind immer Vollzeittätigkeiten. Hier erwerben junge Menschen Kompetenzen, die sie für ihren Beruf brauchen, ihre Beschäftigungsfähigkeit soll so gefördert werden. Eine solche Tätigkeit muss mindestens drei und darf höchstens zwölf Monate dauern.

Länder, in denen Projekte durchgeführt werden können

Abhängig vom Förderformat können Projekte in unterschiedlichen Ländern durchgeführt werden:

Freiwilligenprojekte können in den EU28-Mitgliedstaaten und Island, Liechtenstein, Mazedonien, Norwegen, Türkei sowie den benachbarten Partnerländern durchgeführt werden.

Solidariätsprojekte können in den Teilnehmenden Ländern durchgeführt werden, dazu gehört neben den EU-Mitgliedstaaten aktuell auch die Türkei, demnächst vermutlich auch die EFTA-Staaten

Praktika und Arbeitsstellen können nur in den EU28-Mitgliedstaaten durchgeführt werden.

Weitere Angebote zur Unterstützung

Neben diesen Fördermöglichkeiten bietet das Europäische Solidaritätskorps noch viele weitere Unterstützungsmöglichkeiten für Freiwillige und Organisationen. Dazu gehören zum Beispiel

  • Off und Online-Trainings,
  • Vernetzungsangebote für Freiwillige und Organisationen,
  • sprachliche Unterstützung,
  • administrative Unterstützung für junge Menschen und Organisationen,
  • eine ergänzende Versicherung,
  • Unterstützung vor und nach den Einsätzen sowie
  • die Nutzung des Youthpass zur Dokumentation und Anerkennung der Lernergebnisse.

Du siehst also, hier gibt es ein umfassendes Paket, das deiner Organisation hilft, ihr Projekt in guter Qualität umzusetzen.

Hilfe bei der Planung

Auch bei der Planung deines Projektes wirst du unterstützt, das Team von JUGEND für Europa steht dir gerne beratend zur Seite. Sie sehen sich nicht als Prüfbehörde, die deine Anfragen bewilligt oder ablehnt, sondern möchten mit den antragstellenden Organisationen zusammenarbeiten. Du brauchst also keine Sorge zu haben, dass die Chancen deines Antrages sinken, wenn du dich vorab beraten lässt und viele Fragen hast. 

Im Gegenteil ist es sogar so, dass vorher besprochene Projekte bessere Bewilligungschancen haben, da bei der Prüfung eines solchen Antrages ein Kontext einfacher hergestellt werden kann –das Team kennt die Organisation und ihr Vorhaben ja aus der Beratung. Nutze also dieses Angebot!

Zweistufiger Antrag

Der Antrag beim deutschen Solidaritätskorps ist zweistufig: Nachdem du dich im Antragsportal registriert hast, musst du deine Organisation akkreditieren, um ein Qualitätssiegel zu erhalten.

Das Qualitätssiegel

Bei der Akkreditierung beschreibst du, wie die Einsatzstelle angelegt ist, ob alles regelkonform ist, ob der Freiwillige gut betreut wird und so weiter. Auch hier kannst du dich von JUGEND für Europa wieder beraten lassen. Die Bearbeitung durch die Agentur dauert circa vier bis sechs Wochen.

Nach erfolgreicher Akkreditierung erhältst du ein Qualitätssiegel, das ist Voraussetzung für eine Antragstellung. Plane also dafür ausreichend Zeit ein.

Der Antrag

Für den Antrag gibt es drei Fristen:

  1. Im Februar für Projektbeginn zwischen 01.05. und 30.09.
  2. Im April für Projektbeginn zwischen 01.08. und 31.12.
  3. Im Oktober für Projektbeginn zwischen 01.01. und 31.05..

Die genauen Fristen kannst du hier nachschauen 2019 endet die Frist am 01.Oktober 2019

Die Antragsfristen enden immer um 12.00 Uhr, geht dein Antrag um 12.01 Uhr ein, hast du leider die Frist verpasst. Achte hierauf also genau. Dein Antrag wird zunächst auf Vollständigkeit geprüft, fehlt noch etwas, wird sich das Team der Nationalagentur bei dir melden und du hast Gelegenheit, nachzubessern.

Es empfiehlt sich also, nach dem Einreichen eines solchen Antrages den Spam-Ordner genau im Blick zu halten. Wenn du nämlich auf eine Rückmeldung der Nationalagentur nicht reagierst, ist das das endgültige Aus für deinen Antrag. Und das wäre ja ärgerlich.

Förderchancen

Anträge werden nach einem festgelegten Punkteschema bewertet, dein Antrag muss mindestens 60 von 100 Punkten erreichen. Schau dir diese Bewertungskriterien genau an und berücksichtige sie auf jeden Fall in deinem Antrag.

Da das Programm neu ist, liegen noch nicht so viele Anträge vor, erreichst du 60 Punkte, sind deine Förderchancen derzeit gut.

Förderhöhe

Nach eigener Aussage ist das europäische Solidaritätskorps die Fördermöglichkeit mit der höchsten Förderung im Bereich der Freiwilligendienste. Gefördert wird über Pauschalen. Diese gibt es für

Reisekosten – 20-1500 €, abhängig von der Distanz

Taschengeld

Projektmanagement – Kosten für Planung und Koordinierung, einmalig 225 € pro Freiwilligen

Aktivitäten – Kosten für Vorbereitung, Begleitung, Unterkunft, Verpflegung, Sprachkurs, Fahrtkosten vor Ort

Die Pauschale für Taschengeld und Aktivitäten werden pro Monat bewilligt, ihre Höhe hängt ab von dem Land, in dem der Einsatz stattfindet. Infos dazu findest du im Programmleitfaden  ab Seite 32.

Kosten für Impfungen, Visa oder besondere Zeugnisse können zusätzlich beantragt werden. Außerdem können auch Mittel für ergänzende Aktivitäten zur Steigerung der Wirkung auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene beantragt werden.

Sonst noch Wissenswert

Ich sagte es bereits, das Programm ist noch neu. Deshalb sind noch nicht alle Dokumente ins deutsche übersetzt, auch das Antragsformular ist – noch – in englischer Sprache. Wann die deutsche Version kommt, ist noch unklar. Du kannst es aber nichtsdestotrotz in deutscher Sprache ausfüllen, lediglich das Summary – drei Fragen – muss englisch sein.

Alle weiteren Infos findest du auf der Seite des Europäischen Solidaritätskorps oder wende dich an das Team von JUGEND für Europa .

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Wer schreibt hier?

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Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

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