Förderaufruf für Projekte im Osten Deutschlands

Bis zum 20. März 2022 kannst du dich für die sechste Förderrunde von „Neulandgewinner. Zukunft vor Ort gestalten“ bewerben. Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern fördern gemeinsam mit der Robert-Bosch-Stiftung und dem Thünen-Institut für Regionalentwicklung Projekte im Osten Deutschlands. In dieser Förderrunde gibt zusätzliche Fördermöglichkeiten, hier erfährst du mehr dazu.

Worum geht´s bei Neulandgewinner?

Neulandgewinner ist ein besonderes Programm, denn hier werden nicht Organisationen gefördert, sondern Menschen mit guten Ideen für den Ort, in dem sie leben. Gesucht werden engagierte Macherinnen und Macher, die ein gesellschaftliches Problem in ihrem Heimatort gemeinsam mit anderen angehen wollen. Doch dazu gleich mehr, lass uns erstmal einen kurzen Blick auf die Bosch-Stiftung werfen, die das Programm initiiert hat und mit fördert.

Die Robert-Bosch-Stiftung

Die Robert-Bosch-Stiftung kann wohl mit Fug und recht als Big Player im Stiftungswesen bezeichnet werden, seit ihrer Gründung 1964 hat sie gemeinnützige Projekte mit rund 1,9 Milliarden Euro gefördert, eine sehr stolze Summe!

Die Bosch-Stiftung ist eine Unternehmensstiftung, sie hält rund 92 Prozent der Geschäftsanteile an der Robert Bosch GmbH und finanziert sich aus den Dividenden, die sie aus dieser Beteiligung erhält. Sie ist sowohl operativ als auch fördern tätig, das heißt, neben eigenen Projekten fördert sie auch die Projekte anderer. Dies sind ihre grundsätzlichen Themen:

  • Gesundheit,
  • Bildung,
  • Globale Fragen

Einen besonderen Schwerpunkt legt sie aktuell auf diese drei Themen:

  • Migration, Integration und Teilhabe,
  • Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Deutschland und Europa,
  • Zukunftsfähige Lebensräume.

Wenn dich das auch interessiert, schau auf der Seite der Bosch-Stiftung nach, dort findest du jede Menge Infos. In der aktuellen Förderrunde hat sich die Bosch-Stiftung aus der Durchführung des Programms zurückgezogen, das übernehmen jetzt das Thünen-Institut für Regionalentwicklung e. V. und der Neuland gewinnen e. V. 

Neulandgewinner – das wird gefördert

Bei der Ausschreibung Neulandgewinner hast du eine Chance, wenn deine Idee die Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit deines Dorfes oder deiner kleinen Stadt und die demokratische Teilhabe vor Ort verbessert. Das ist mal ein erster Ansatz, aber so wirklich konkret ist das ja noch nicht. Ich zitiere hier mal ein paar Auswahlkriterien aus der aktuellen Ausschreibung:

Auswahlkriterien
Ihr solltet mit Eurem Vorhaben
· eine konkrete gesellschaftliche Problemlage vor Ort praktisch verändern,
· dabei gemeinwohlorientiert arbeiten,
· lokal und gesellschaftlich wirken,
· ländliche Räume gestalten und stärken,
· die Möglichkeit zur Partizipation und Teilhabe anderer schaffen
· und Vorbild für andere sein wollen.
Euer Projekt sollte
· sich sinnvoll in den regionalen Kontext einbetten,
· eine realistische Perspektive auf Umsetzung
· und die Chance auf Verstetigung haben.

Ein Blick auf bisher geförderte Projekte zeigt dir die Bandbreite und gibt dir eine Vorstellung von dem, was möglich ist. Dazu gehörten

  • selbstverantwortete Bildungs- und Kulturangebote,
  • die Rettung von wichtigen Gebäuden im Heimatort,
  • die Daseinsvorsorge,
  • die aktiv gestaltete Energiewende,
  • die Integration von Geflüchteten,
  • sich Kümmern um Kinder, Jugendliche und Alte,
  • Mobilität neu denken,
  • Werkstätten aufbauen.

Diese Stichworte sollen dir einen Eindruck geben, worum es in dem Programm geht: Lösungen für Probleme vor Ort zu finden und aktiv anzugehen. Ziel ist es, das Leben für die Menschen insbesondere auf dem Land zu verbessern – immer in dem Bemühen, den Zusammenhalt und Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums zu stärken. Projekte, die im Wesentlichen aus dem Erwerb, Bau oder der Renovierung von Gebäuden bestehen, werden übrigens nicht gefördert, es muss schon eine konkrete Nutzung und ein Gewinn für die lokale Gemeinschaft in dem Vorhaben mitgedacht und gleichwertig mitgeplant sein.

Wenn dir diese Stichworte nicht reichen, schau doch mal ins Neulandgewinner-Programmhandbuch, das empfehle ich dir sowieso, solltest du einen Antrag in Erwägung ziehen, denn hier bekommst du viele Infos rund um das Programm und bisher geförderte Projekte. Das kann dir helfen, deinen Antrag richtig auszurichten und verbessert deine Förderchancen.

Neu im Programm: NeulandsucherInnen 

In der sechsten Förderrunde gibt es eine neue Kategorie, für die du dich bewerben kannst. Neben den NeulandgewinnerInnen gibt es nun auch die Kategorie NeulandsucherInnen.

Die neue Kategorie ist für Projektvorhaben mit kleineren Fördersummen gedacht. Sie richtet sich an Engagierte, die noch keine Fördererfahrung haben und sich in kleinen Schritten an eine solche herantasten wollen. Hier kannst du dich auch bewerben, wenn du vor allem an Begleitung und Vernetzung interessiert bist, dazu gibt es gleich mehr. NeulandsucherInnen können bis zu 5.000 Euro Fördergelder für ihr Vorhaben erhalten.

Wer kann einen Antrag stellen?

Ich hatte es zu Anfang schon gesagt, Neulandgewinner ist ein etwas anderes Förderprogramm. Hier werden nicht Organisationen gefördert, sondern Menschen, die Ideen haben für ein besseres Zusammenleben auf dem Land. Gesucht werden Macherinnen und Macher, Persönlichkeiten mit einer Vision.

Das können Vereine oder Initiativen sein, genauso gut gehen aber auch Freundeskreise oder Einzelpersonen. Wichtig ist, dass das Projekt im Osten Deutschlands durchgeführt wird und zwar in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern

Wie wird gefördert?

Wie in den Programmrunden zuvor werden voraussichtlich 20 NeulandgewinnerInnen und  – in diesem Jahr neu dazugekommen – 12 NeulandsucherInnen in das Programm aufgenommen und zwei Jahre lang gefördert. Und diese Förderung umfasst deutlich mehr als die finanzielle Unterstützung. Zu ihr gehört:

Mentoring:

Alle Programmteilnehmenden erhalten ein individuelles Mentoring zur Entwicklung und Umsetzung ihres Vorhabens. Hier kannst du auch Hilfe erhalten, wenn du weitere Fördergelder brauchst.

Qualifizierung:

In Werkstätten lernst du mit und von den anderen Neulandgewinnerinnen und Neulandgewinnern. Die Themen werden bedarfsorientiert ausgewählt. Zusätzlich finden Webinare zu Fachthemen statt.

Vernetzung:

Innerhalb des Programmes werden verschiedene Vernetzungsformate zum Austausch untereinander, mit Neulandgewinnerinnen und Neulandgewinnern aus früheren Runden und mit relevanten Akteuren aus Politik und Verwaltung angeboten. Besonders der letzte Punkt kann für dich interessant sein, denn das Programm ist inzwischen gut bekannt, was sich ja auch an der Kooperation mit den Bundesländern zeigt. Akteure aus Verwaltung und Politik sind ihm gegenüber aufgeschlossen, was dir wieder ganz neue Möglichkeiten eröffnen kann.

Sichtbarkeit:

Flankierende Kommunikationsmaßnahmen schaffen Aufmerksamkeit für deine Idee.

So läuft der Antrag

Bis zur Förderung musst du verschiedene Stufen durchlaufen, das muss aber gar nicht nachteilig für dich sein, also keine Angst!

Als erstes reichst du eine Online-Bewerbung ein, die eine gute Projektskizze und einen Kostenplan enthält. Wird deine Bewerbung ausgewählt, kommt ein Auswahlgremium dich vor Ort besuchen, bei diesem Besuch kannst du dann noch einmal richtig Punkte sammeln und überzeugen. 

Hier trennen sich die Wege der Neulandgewinner und der Neulandsucher. Projekte der NeulandSucherInnen werden nach den Projektbesuchen durch ein demokratisches Votum aller Mitglieder des Vereins Neuland gewinnen e.V. ausgewählt. 

Die noch übriggebliebenen Bewerberinnen und Bewerber der Neulandgewinner stellen ihre Idee einer Jury vor, die dann letztendlich die Favortiten auswählt. Diese stellen dann einen Antrag. Das ganze Prozedere dauert eine Weile, mit dem Go für deinen Antrag kannst du ab Dezember 2022 rechnen, deine Bewerbung musst du bis zum 20. März 2022 einreichen.

Mehr Infos findest du hier .

Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

Mentoring Fördermittelanträge

Willst du lernen, wie du einen Förderantrag schreibst? Oder besser werden bei dem, was du schon tust?

Dann biete ich dir das Mentoring-Programm Fördermittelanträge an mit Leitfäden, Übungsanträgen und Einzelcoaching.

Interessiert? Hier erfährst du mehr:

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