Umwelt, Klimawandel und Nachhaltigkeit

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ist in ihrem Themenfeld die größte Förderstiftung Europas, es lohnt sich also, einen Blick auf ihre Fördermöglichkeiten zu werfen. Und die sind tatsächlich sehr umfangreich, sie reichen von neuen technischen Entwicklungen über neue Methoden und Konzepte bis hin zu Kommunikation und Bildung. Diese Bandbreite verdient einen eigenen Beitrag.  

Themenschwerpunkte der Förderung

Ich sagte es schon, die deutsche Bundesstiftung Umwelt hat ein sehr breites Förderspektrum. Grundlegende Themen ihrer Förderung sind

  • Klimawandel
  • Biodiversitätsverlust
  • Nicht nachhaltiger Umgang mit Ressourcen
  • Schädliche Emissionen

Diese vier Bereiche hat die Stiftung nochmal in insgesamt 12 Förderbereiche aufgesplittet, ich werde sie dir in diesem Beitrag vorstellen. Darüber hinaus gibt es noch eine themenoffene Fördermöglichkeit. Sie ist für Projekte gedacht, die wichtige Anliegen verfolgen, aber nicht in die 12 Förderbereiche passen.

Wer kann einen Antrag stellen?

Hier hebt sich die Deutsche Bundestiftung Umwelt etwas von anderen Stiftungen ab. Natürlich können gemeinnützige Organisationen, Vereine oder Initiativen einen Antrag stellen. Auch Gemeinden, Kommunen oder andere öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Hochschulen sind antragsberechtig, für letztere gibt es sogar Sonderkonditionen bei der Förderung.

Kleine und mittlere Unternehmen

Ohne eine Beteiligung der Wirtschaft lässt sich der Umweltschutz aber nicht effizient angehen, deshalb sind kleine und mittlere Unternehmen eine wichtige Zielgruppe der Stiftung. Nicht wenige der 12 Förderbereiche richten sich an Unternehmen und haben die Entwicklung neuer Technologien oder Produkte oder den nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen und anderen Ressourcen im Blick. Diese Inhalte werde ich im Blog nicht vertiefen. Ich nenne diese Themenfelder nur dann, wenn sie auch gemeinnützigen Organisationen Möglichkeiten bieten.

Wichtige Zielgruppe: Kinder und Jugendliche

In fast allen Förderbereichen sind Projekte, die Kinder und Jugendliche aktiv beteiligen, förderfähig. Dies gilt auch für die Themen, die sich eher an Unternehmen richten. Dahinter steht der Gedanke, dass diese Zielgruppe für eine nachhaltige Veränderung von herausragender Bedeutung ist.

Die 12 Förderbereiche

Die deutsche Bundesstiftung Umwelt hat einen sehr ausführlichen Förderleitfaden herausgegeben, den du dir downloaden kannst. Auch auf der Homepage findest du viele Infos zu den einzelnen Förderbereichen. Ich stelle sie dir hier vor, allerdings muss ich dich warnen: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt nutzt eine sehr bürokratische Sprache. Ich werde versuchen, die Formulierungen etwas runterzubrechen, damit es etwas angenehmer zu lesen ist.

Also, los geht´s mit den Förderbereichen

Nachhaltiges Handeln fördern

In diesem Themenfeld geht es darum, ein Bewusstsein für nachhaltiges Handeln zu schaffen und zu schärfen. Dazu gehört es, Prozesse, Produkte und Dienstleistungen bewerten zu können. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert Maßnahmen, die dazu Entscheidungshilfen geben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen, sehr gerne gesehen wird auch, wenn neue Methoden oder Technologien eingesetzt werden.

Hier die Auflistung aus den Richtlinien der Stiftung zu den förderfähigen Maßnahmen:.

  • Maßnahmen zur Identifikation und Entwicklung praxistauglicher Nachhaltigkeitsindikatoren;
  • Entwicklung, Optimierung und Erforschung praxisgerechter Methoden und Konzepte der Nachhaltigkeitsbewertung;
  • Maßnahmen zur Entwicklung und Stärkung von Nachhaltigkeitskompetenzen, insbesondere bei Multiplikatorinnen und Multiplikatoren;
  • neue Methoden und Ansätze zur Vermittlung systemischer Nachhaltigkeitszusammenhänge und -ziele, insbesondere in Schulen, Hochschulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen;
  • neue methodische Zugänge zur Entwicklung und Stärkung von Nachhaltigkeitsbewusstsein, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen;
  • Entwicklung und Optimierung transformativer Methoden zur Stärkung von Nachhaltigkeitshandeln und Beteiligung (z. B. Citizen Science, Reallabore);
  • Entwicklung und Erprobung digitaler Methoden und Techniken in der Nachhaltigkeitsbildung.

Nachhaltige Ernährung und nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln

In diesem Förderbereich werden auch Unternehmen angesprochen, die Lebensmittel umweltschonend und tiergerecht produzieren und verarbeiten sollen. Das lasse ich außen vor und beschränke mich auf die VerbraucherInnen. Förderfähig sind hier Maßnahmen, die das Bewusstsein für die Umwelt- und Klimaschutzwirksamkeit der Nahrungsmittelauswahl schärfen.

Hinzukommen Maßnahmen, die die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren, indem sie zum Beispiel über Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln informieren. In der Sprache der Bundesstiftung Umwelt klingt das so:

  • Projekte zur Vermeidung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung im Lebensmitteleinzelhandel sowie bei Privat- und Großverbrauchern (Einkauf, Umgang mit Haltbarkeitsinformationen, Lagerung und Verarbeitung);
  • Ansätze zur prozess- und produktspezifischen Nachhaltigkeitsbewertung in der Lebensmittelbranche und Vermittlung von Nachhaltigkeitsinformationen entlang der Wertschöpfungskette bis zum Konsumenten.

Umweltschonende Konsumgüter

In diesem Themenfeld geht es darum, langlebige Konsumgüter- die Palette reicht von Spielzeug über Textilien bis hin zu Möbeln- ressourcenschonend zu produzieren,. Und dafür ein Bewusstsein beim Verbraucher zu schaffen. Du ahnst es schon, auch hier sind wieder Unternehmen angesprochen, aber auch Verbraucherinnen, die mit ihrem Kaufverhalten auf eine positive Entwicklung Einfluss nehmen können.

In den Richtlinien der Bundesstiftung Umwelt heißt es zu den förderfähigen Maßnahmen:

  • innovative Maßnahmen zur Digitalisierung von Produktionsprozessen (z. B. in den Bereichen »Internet of Things« oder »dezentrale Fertigung«), die zu einer nachhaltigen Gestaltung von Stoff- und Energieströmen führen;
  • innovative Konzepte zur Weiter- und Wiederverwertung von gebrauchten Materialien;
  • die Bewusstseinsschaffung, Maßnahmen zur besseren Akzeptanz und besseren Bildung in Wirtschaft und Gesellschaft (insbesondere bei Kindern und Jugendlichen) zur technischen Realisierung und zur Nutzung von nachhaltig gestalteten Konsumgütern;
  • die Entwicklung von validen Entscheidungshilfen für Kauf und Nutzung von umweltschonenden Konsumgütern.

Klima- und ressourcenschonendes Bauen

Diese Überschrift klingt jetzt erstmal so, als wäre das nichts für gemeinnützige Organisationen, der Förderbereich richtet sich auch in vielen Aspekten an Unternehmen. Aber es gibt auch eine Möglichkeit für gemeinnützige Projekte, förderfähig sind

  • innovative Methoden und Konzepte für Bildung, Kommunikation, Beteiligung und Qualifizierung, insbesondere von öffentlichen und privaten Bauherren, Planungsbüros, Genehmigungsbehörden, bauschaffenden Berufen sowie Nutzerinnen und Nutzern;
  • Maßnahmen zur Vermittlung bauökologischer Zusammenhänge an Kinder, Jugendliche und Auszubildende sowie
  • die Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate bei der Planung und Umsetzung nachhaltiger öffentlicher Bauprojekte (z. B. Schulbauten, Sportstätten, Freizeitanlagen etc.).

Energie- und ressourcenschonende Quartiersentwicklung und -erneuerung

In die Quartiersentwicklung soll die Bevölkerung eingebunden werden und damit sind wir auch schon bei dem Punkt, der für gemeinnützige Organisationen interessant sein könnte. Förderfähig sind hier

  • neue Ansätze zur Beteiligung der Quartiersbevölkerung an einer energie- und ressourcenschonenden Quartiersentwicklung;
  • innovative Methoden und Konzepte für Bildung, Kommunikation und Qualifizierung.

Erneuerbare Energie, Energieeinsparung und -effizienz

Dieser Punkt darf beim Thema Nachhaltigkeit natürlich nicht fehlen! Die förderfähigen Maßnahmen richten sich besonders an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), aber auch für gemeinnützige Organisationen ist etwas dabei:

Die Entwicklung, Optimierung und Erprobung neuer Ansätze zur Informationsvermittlung, Wissenstransfer, Qualifikation sowie Aus-, Weiter- und Fortbildung unter besonderer Berücksichtigung von Kindern, Jugendlichen, Auszubildenden und Studierenden. Dazu zählen auch neue Lösungsansätze, Methoden und Formate in den Bereichen Beteiligung, Akzeptanzförderung, Konfliktlösung;

Kreislaufführung und effiziente Nutzung von umweltkritischen Metallen und mineralischen Reststoffen

Auch bei diesem Themenfeld gilt der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen ein besonderes Augenmerk der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Hier sind Maßnahmen förderfähig, die

die Kreislaufführung und effiziente Nutzung von umweltkritischen Metallen und mineralischen Reststoffen behandeln sowie handlungsorientierte Projekte für Kinder und Jugendliche zur Vermittlung von Zusammenhängen und Stärkung des Bewusstseins zu den genannten Stoffen.

Integrierte Konzepte und Maßnahmen zu Schutz und Bewirtschaftung von Grundwasser und Oberflächengewässern

Neben vielen anderen Punkten fördert die Deutsche Bundestiftung Umwelt hier

Vorhaben mit besonderem Fokus auf Kinder und Jugendliche, die zentrale Aspekte des integrierten Gewässerschutzes in innovativer und modellhafter Form in relevanten Bereichen des Bildungswesens adressieren.

Naturschutz und nachhaltige Naturnutzung in Nutzlandschaften und Schutzgebieten

Förderfähig sind neben einigen anderen Maßnahmen hier

  • neue Formen der Informations- und Wissensbereitstellung für Landnutzer, Berater und Fachbehörden unter Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure;
  • Entwicklung und Umsetzung von Biotopverbundsystemen und -strukturen und von Maßnahmen des Arten- und Biotopschutzes;
  • Konzepte und Instrumente zur Wildnisentwicklung;
  • Vorhaben mit besonderem Fokus auf Kinder und Jugendliche, die die Bearbeitung von Herausforderungen im Biodiversitätsschutz unter Nutzung innovativer und modellhafter Vermittlungsmethoden in den Mittelpunkt stellen.

Bewahrung und Sicherung national wertvoller Kulturgüter vor schädlichen Umwelteinflüssen

Man soll ja nicht meinen, was alles ein national wertvolles Kulturgut ist, ich zum Beispiel hätte nicht gedacht, dass die Stadtbegrünung der 70er Jahre dazugehört…. Aber ich bin in dem Thema zugegebenermaßen auch nicht drin. Bei dir ist das sicherlich anders, und du wirst mit diesen förderfähigen Maßnahmen direkt was anfangen können:

  • innovative Maßnahmen zur Lösung von Konflikten im Schnittbereich von Denkmal-, Natur- und Kulturlandschaftsschutz, insbesondere bezogen auf urbane Räume und energetische Nutzungsansprüche;
  • Vorhaben zum Kulturgüterschutz mit besonderem Fokus auf Kinder und Jugendliche, die Aspekte der Beteiligung und des ehrenamtlichen Engagements bzw. entsprechende innovative Methoden in den Mittelpunkt stellen.

Weitere förderfähige Themen

Der aufmerksamen Leserin wird aufgefallen sein, dass ich nur 10 der 12 Förderbereiche vorgestellt habe. Die beiden fehlenden richten sich hauptsächlich an KMU, weshalb ich sie hier weggelassen habe. Ich hatte das bereits angekündigt, auch bei den anderen Themenbereichen habe ich nur die Punkte beschrieben, die für gemeinnützige Organisationen meiner Meinung nach interessant sind.

Willst du mehr wissen, schau auf der Homepage der Deutschen Bundesstiftung Umwelt nach, dort findest du auch all die Punkte und Unterpunkte, die ich hier weggelassen habe.

Antragstellung

Es gibt keine Fristen, den Antrag kannst du jederzeit stellen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt empfiehlt, vor dem Antrag erst eine Projektskizze deines Vorhabens einzureichen. Wie du die erstellst und was dein Antrag beinhalten sollte – hierzu findest du hilfreiche Infos auf der Homepage .

Achte auf jeden Fall darauf, dass dein Projekt noch nicht begonnen wurde, sonst fördert die Stiftung nicht!

Förderhöhe

Die Stiftung fördert Projekte mit bis zu 50% der Projektkosten, bei Hochschulen können bis zu 100% der Projektausgaben gefördert werden. Gut ist, dass die sogenannten Overheadkosten mit in das Projekt eingerechnet und über einen pauschalen Gemeinkostenzuschlag auch gefördert werden können.

Von dem Antragsteller wird ein angemessener Eigenanteil erwartet, dieser kann aber in ehrenamtlicher Arbeit erbracht werden. Zur Kalkulation der Kosten gibt es ein Infoblatt, schau dir das an, hier findest du weiterführende Infos, um deinen Finanzierungsplan aufzustellen.

Fazit

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat ein wirklich breites Portfolio an Fördermöglichkeiten, allerdings wirkt sie auch anspruchsvoll. Projekte sollen innovativ sein – schau dir hierzu am besten den Beitrag auf dem Blog an – modellhaft und praxisnah.

Ich habe hier bisher noch keinen Antrag gestellt, deshalb kann ich nicht beurteilen, wie hilfreich die Mitarbeitenden der Stiftung in der Antragsbegleitung sind. Laut Homepage beraten und begleiten sie Antragstellende von der Projektskizze bis zur Umsetzung des Projektes. Wenn du da schon Erfahrungen gesammelt hat, bin ich dankbar für deine Rückmeldung!

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Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

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