Förderprogramme ‚Beteiligungstaler‘ und ‚Gut Beraten!‘

Die Allianz für Beteiligung fördert in Baden-Württemberg das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger mit zwei Förderprogrammen: Beteiligungstaler und Gut Beraten!. Was hier förderfähig ist und wie du beide Programme kombinieren kannst, erkläre ich dir in diesem Beitrag.

Die Allianz für Beteiligung

Die Allianz für Beteiligung hat sich die Stärkung von Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg auf die Fahnen geschrieben. Warum sie das tut kannst du in diesem Auszug von der Homepage lesen:

Politische Beteiligung soll mehr Gewicht bekommen. Das Bewusstsein dafür, dass gesellschaftliche Herausforderungen mit Bürgerbeteiligung besser gemeistert werden können, soll gestärkt werden, weil politische Beteiligung:

  • zu neuen Ideen und sachgerechteren Lösungen führt,
  • die Bereitschaft erhöht, an der Umsetzung mitzuarbeiten,
  • die Identifikation mit Themen und Ergebnissen fördert,
  • auch soziale Anerkennung und soziale Gerechtigkeit fördert.

Und Beteiligung ist in vielen Feldern möglich:

  • Mobilitätsangebote wie den Bürgerbus
  • Verkehrswegenetze für Fahrräder oder Fußgänger
  • Ehrenamtlich organisierte Nachbarschaftshilfe
  • Ein gemeinschaftlich getragener Dorfladen
  • Begegnungscafés
  • Kulturveranstaltungen
  • Pflege und Unterstützung im Alter
  • Quartiersgestaltung

Die Angebote der Allianz für Beteiligung

Um ihr Ziel zu erreichen, hat die Allianz für Beteiligung viele hilfreiche Angebote für Initiativen von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, aber auch für Kommunen, Ministerien und Einrichtungen des Landes. Ich werde mich in diesem Beitrag auf die Angebote für zivilgesellschaftliche Akteure beschränken. Willst du mehr zu den anderen Angeboten wissen, findest du hier Infos dazu. 

Aktuell laufen bei der Allianz für Beteiligung vier Förderprogramme, zwei davon sind für zivilgesellschaftliche Akteure: Der Beteiligungstaler und Gut Beraten!. Diese Förderprogramme werden von verschiedenen Ministerien des Landes Baden-Württemberg sowie der Baden-Württemberg Stiftung finanziert.

Neben der finanziellen Förderung bietet die Allianz aber auch jede Menge anderer Unterstützung an:

  • Akteure zu Themen und Anliegen der Bürgerbeteiligung können dem Netzwerk beitreten und sich hier austauschen, gegenseitig beraten, unterstützen und voneinander lernen,
  • Du findest hier viel Infos und Material zur Bürgerbeteiligung, wie du sie organisieren kannst, welche Methoden du nutzen kannst und so weiter. Die Allianz hat dafür Handbücher, Dokumentationen, einen newsletter und jede Menge Links auf der Seite eingestellt. 
  • Du kannst hier nach Beratern oder Moderatorinnen für deine Veranstaltung suchen, auf der Homepage werden jede Menge Akteure aus diesem Feld von der Allianz vorgestellt.
  • Regelmäßig bietet die Allianz für Beteiligung auch Seminare oder Workshops zum Thema Bürgerbeteiligung an, auf denen du dich schlau machen kannst. Die Termine findest du hier. 

Lass uns jetzt einen Blick auf die finanziellen Förderangebote werfen:

Beteiligungstaler und Gut Beraten!

Ehe ich die beiden Programme konkret beschreibe ein Wort vorab, das für beide Fördermöglichkeiten gilt.

1. Du kannst die Mittel nur im Zusammenhang mit Projekten der Bürgerbeteiligung beantragen.

2. Du kannst die beiden Programme miteinander kombinieren, die Förderung aus dem einen Programm schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, sie können sich gut ergänzen.

Der Beteiligungstaler

Der Beteiligungstaler soll Initiativen unterstützen, die ein Beteiligungsprojekt planen, aber nicht wissen, wie sie die dabei anfallenden Kosten finanzieren sollen. Die Allianz für Beteiligung fördert solche Vorhaben mit bis zu 2.000 Euro.

Wer kann einen Antrag stellen?

Antragsberechtigt sind zivilgesellschaftliche Gruppierungen aus Baden-Württemberg. Dazu gehören zum Beispiel Bürgergruppen, Arbeitskreise, Vereine, Verbände und so weiter. Die Allianz für Beteiligung möchte mit ihrer Förderung ehrenamtliche Gruppierungen stärken, deshalb können auch Initiativen ohne Rechtsform einen Antrag stellen.

Förderfähige Kosten

Mit dem Beteiligungstaler werden nur Sachkosten gefördert. Dazu gehören zum Beispiel

  • Plakate oder Flyer,
  • die Verpflegung auf der Veranstaltung,
  • Anschaffungen bis maximal 400 Euro

Wichtig ist, dass diese Kosten im Zusammenhang mit deinem Projekt stehen, sonst werden sie nicht gefördert.

Hast du Kosten für Honorare, dann prüfe, ob du diese über das Programm Gut Beraten! fördern lassen kannst, ich sagte es ja schon, die beiden Programme sind kombinierbar. Personalkosten sind in diesem Programm nicht förderfähig.

Der Antrag

Den Antrag kannst du laufend stellen, Termine gibt es nicht. Allerdings ist die Förderung zunächst bis zum 31. Juli 2020 befristet.

Zum Antrag musst du eine Stellungnahme deiner Kommune mit einreichen, bei den Antragsunterlagen findest du dazu ein Formblatt. 

Weitere Infos

Antragsformular und weitere Infos findest du auf der Homepage, dort ist auch ein Kontakt angegeben, an den du dich mit deinen Fragen wenden kannst. 

Gut Beraten!

Suchst du für dein Beteiligungsprojekt kompetente Beratung und Begleitung zur Projektinitiierung, -organisation, oder -gestaltung, so kannst du diese Kosten über das Programm Gut Beraten! fördern lassen. Bis zu 4.000 Euro gibt die Allianz für Beteiligung zu diesen Kosten dazu, allerdings darf das Beratungshonorar 800 Euro pro Tag nicht übersteigen.

Themenfelder

Im Programm Gut Beraten! hat die Allianz für Beteiligung vier Themenfelder festgelegt, die ich dir hier kurz beschreibe.

1. Integration

Hier geht es um die Frage, wie Menschen mit und ohne Migrationshintergrund vor Ort gut zusammen leben und einander bereichern können. Ausdrücklich sind hier auch Initiativen und Organisationen angesprochen, die sich nicht hauptsächlich mit dem Thema Integration beschäftigen, sich aber interkulturell öffnen möchten.

Mögliche Themen sind zum Beispiel

  • Begegnungscafés
  • Kulturveranstaltungen
  • Gründung eines Integrationsrates
  • Entwicklung eines Integrationskonzeptes

2. Mobilität

In diesem Themenfeld stehen gleich zwei Fragen im Mittelpunkt: Wie kann man Mobilität in der Stadt und im ländlichen Raum sichern und wie gelingt das möglichst klimaschonend? Die Themenvielfalt dazu ist groß, einige Beispiel wären

  • Strukturen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) verbessern, damit er stärker genutzt wird
  • Kombinationsmöglichkeiten von ÖPNV mit individuellen Transportmitteln verbessern
  • Das Fahrrad als zentrales Fortbewegungsmittel in Städten etablieren
  • Entsprechend ein Fahrradwegenetz und auch Fußgängerwege entwickeln
  • Alternative Mobilitätsformen wie E-Autos, E-Bikes oder Segways anbieten, damit Menschen sie kennenlernen und für die eigene Nutzung in Erwägung ziehen
  • Gemeinschaftliche Ansätze, in denen Fahrräder, Autos und andere Fortbewegungsmittel geteilt oder verliehen werden

3. Ländlicher Raum

Im ländlichen Raum geht es um Zukunftssicherung. Infrastruktur, Nahversorgung, soziale Fürsorge, nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen, Städte und Gemeinden sollen als lebens- und liebenswerte Orte erhalten bleiben. Die Besonderheit in diesem Themenfeld: Hier können nur Projekte aus kleinen Kommunen mit maximal 40.000 EinwohnerInnen gefördert werden.

Mögliche Themen sind zum Beispiel

  • Bürgerbus oder Dorfladen
  • Energieversorgung
  • Neue Gestaltung des Dorfplatzes
  • Hilfsangebote für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger

4. Quartiersentwicklung

Damit auch Städte nicht leer ausgehen, gibt es als letztes Themenfeld noch die Quartiersentwicklung, die das soziale, generationsübergreifende und inklusive Miteinander im Stadtteil fördert. Mögliche Themen sind hier zum Beispiel

  • Aufbau eines sozialen Treffpunktes
  • Aufbau neuer Wohnformen
  • Barrierefreies Quartier
  • Neue Mobilität
  • Gemeinsame Aktionen von Jung und Alt

Antrag

Für dieses Programm gibt es Antragsfristen, du findest sie auf der Homepage. Hier findest du auch das Antragsformular, wie beim Beteiligungstaler auch musst du hier eine Stellungnahme der Kommune beifügen. Den Berater schlägst du im Antrag gleich vor, seine Qualifikation musst du nachweisen. Wird dein Antrag bewilligt, erhältst du einen Beratungsgutschein, der sechs Monate gültig ist. 

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Projekt und freue mich auf deine Rückmeldung!

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Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

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