Förderung von Modellprojekten durch die Bundeszentrale für politische Bildung

Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) hat aktuell eine Förderung für Modellprojekte zur Integration von Menschen mit Fluchthintergrund oder Migrationshintergrund ausgeschrieben. Was genau hier förderfähig ist und worauf du bei deinem Antrag achten solltest erkläre ich dir in diesem Beitrag.

Hintergrund der Förderung

Integration und Teilhabe sind wichtige Themen der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB). In der Ausschreibung für die aktuelle Förderung hat sie diese Problematik noch einmal ausführlicher beschrieben. Das ist ganz hilfreich für dich, wenn du einen Antrag stellen möchtest. Hier kannst du nämlich sehen, was deinem Förderer wichtig ist und welche Themen genau er mit seiner Förderung bearbeiten will. Triffst du also bei einer Ausschreibung auf ein solches „Vorwort“, dann überspring es bloß nicht, sondern lies es aufmerksam durch und nutze die Infos für deinen Antrag. Hier das „Vorwort“ der BpB:

Die gesellschaftlichen Herausforderungen rund um das Thema Integration, gerade für die politische Bildung, haben sich in den letzten Jahren aufgefächert:

Erstens rückt die Frage in den Fokus, wie Geflüchtete, die v.a. im Jahr 2015 ankamen, ihr Recht auf Teilhabe und Partizipation verwirklichen können und damit elementare Prinzipien des Zusammenlebens in einer demokratischen Gesellschaft erfahren – nachdem viele sich inzwischen eine grundlegende Orientierung und Sprachkenntnisse erarbeitet haben, Aufenthaltsrechte teilweise geklärt(er) sind und die Integration in Bildungssysteme oder den Arbeitsmarkt ist auf dem Weg ist.

Zweitens werden Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte, die teilweise seit Generationen in Deutschland leben, mit ihren spezifischen Problemen und Bedürfnissen bezüglich Integration und Teilhabe in den Blick genommen.

Drittens betrifft die Fragestellung auch die weitere Gesamtgesellschaft. Denn zum einen sind Integration und Teilhabe wechselseitige Prozesse, und die Gesellschaft ist gefordert, Vorurteile sowie institutionelle und strukturelle Ungleichheiten abzubauen.

Zum anderen fühlen sich Teile der herkunftsdeutschen Bevölkerung zunehmend desintegriert, gerade in ländlichen Räumen. Dies äußert sich dann teilweise in Ängsten vor Überfremdung, populistischer Stimmungsmache sowie sich häufender rassistischer Gewalt und Übergriffen. Diese Gedanken und Taten stehen – auch in medialen und politischen Diskursen – einem Verständnis gegenüber, das Deutschland als Einwanderungsland und Vielfalt als Normalität sieht. Es ist daher eine wichtige Aufgabe politischer Bildung, einer weitergehenden gesellschaftlichen Spaltung entgegenzuwirken und Debatten darüber anzustoßen, welche grundlegend verbindenden Werte Deutschland ausmachen. Diese Frage rückt anlässlich des 70. Geburtstages des Grundgesetzes 2019 einmal mehr ins Zentrum.

Förderfähige Projekte

Das Themenfeld der Förderung ist damit klar, es geht um Migration, Integration und Teilhabe. Förderfähig sind Projekte, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit gesellschaftlichen Herausforderungen der Integration beschäftigen.  Dazu gehören auch solche, die über diese Themen informieren und öffentliche Debatten dazu anstoßen oder begleiten.

Die BpB legt besonderen Wert darauf, dass die Projekte langfristig wirken und ihre Projektziele klar benannt und messbar sind. Das solltest du in deinem Antrag also unbedingt beachten.

Was sind messbare Projektziele?

Wenn du deine Projektziele formulierst, achte darauf, dass du sie nicht mit deinen Projektaktivitäten verwechselst. Das geschieht sehr häufig. Einen Workshop durchzuführen ist kein Projektziel, vielmehr ist es die Aktivität, mit der du dein Ziel erreichen willst. Das Ziel könnte dann sein, Wissen oder Handlungskompetenzen zum Thema XY zu erweitern.

Wie formulierst du aber nun messbare Ziele?

SMARTe Ziele

Orientiere dich dabei am SMART-Kriterium. Das heißt, formuliere die Ziele deines Projektes so, dass sie

SPEZIFISCH – klar; eindeutig und präzise formuliert,

MESSBAR – nenne messbare Größen, die überprüfbar sind, zum Beispiel Anzahl der Teilnehmenden,

AKZEPTIERT – alle Beteiligten akzeptieren das Ziel und tragen es mit,

REALISTISCH –   dein Ziel ist machbar, aber trotzdem herausfordernd,

TERMINIERT – du gibst einen Zeitpunkt oder einen Zeitrahmen an, zu dem dein Ziel erreicht ist,

sind.

Beispiel: Bis zum 30. 06. 2020 sind 15 Geflüchtete zu Multiplikatoren der politischen Bildung ausgebildet.

Die Zielgruppe

Im Grunde sind dies Menschen jeden Alters, also Kinder, junge und erwachsene Menschen mit und ohne Migrations- oder Fluchthintergrund.

Als besondere Zielgruppe kommen hinzu,

  • Entscheidungsträger der Kommunen,
  • Ehrenamtliche und Bildungsträger im Bereich Migration/Integration/Teilhabe,
  • Multiplikator/-innen der politischen und kulturell-politischen Bildung.

Wer kann einen Antrag stellen?

Ein Blick in die Ausschreibung zeigt

Antragsberechtigt sind rechtsfähige Organisationen aus dem und mit Sitz im Bundesgebiet, die über nachgewiesene Erfahrungen und Kompetenzen in der Entwicklung und Umsetzung von Projekten der politischen Bildung im Themenfeld Migration, Integration, Teilhabe verfügen.

Von Vorteil sind Erfahrungen mit den oben genannten Zielgruppen.

Anträge von (post-)migrantischen Organisationen werden besonders begrüßt.

Beispiele für förderfähige Maßnahmen

In ihrer Ausschreibung hat die BpB einen ganzen Katalog an Maßnahmen genannt, die förderfähig wären. Lass dich davon inspirieren, kombiniere sie oder entwickel etwas komplett Eigenes. Beachte aber, dass dein Projekt innovativ ist. Was das für dein Projekt bedeutet, kannst du im Beitrag ‚So wird mein Projekt innovativ‘ nachlesen.

Hier nun die Liste der BpB aus der Ausschreibung

  • Maßnahmen, die sich den Chancen und Herausforderungen einer Migrationsgesellschaft mit steigenden Flüchtlingszahlen widmen und sich Integration als einem gesamtgesellschaftlichen Prozess annähern,

  • Maßnahmen, die sich gegen Stereotypisierung, Diskriminierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit richten,

  • Maßnahmen, die sich für Empowerment und gesellschaftliche Teilhabe einsetzen oder die Geflüchtete zu Multiplikator/-innen der politischen Bildung ausbilden,

  • Maßnahmen, die Erfahrungen politischer Selbstwirksamkeit ermöglichen sowie Maßnahmen, die mit Mitteln kultureller politischer Bildung auf eine Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit abzielen,

  • Maßnahmen, die mit medienpädagogischen Ansätzen arbeiten und in Richtung einer vielfältigen Medienlandschaft wirken,

  • Maßnahmen, die sich an die Gesamtgesellschaft richten und die Themenfelder Migration/Integration bearbeiten, auch international vergleichend,

  • Maßnahmen, die sich an die Beteiligten lokaler Aushandlungsprozesse zu den Themen Migration, Integration und Teilhabe richten (Verantwortliche in Kommunen und Städten, ehrenamtlich Engagierte, Vertreter/-innen von Migrantenselbstorganisationen),

  • Maßnahmen, die auf Partizipation Zugewanderter in Parteien, Gremien und Ehrenämtern abzielen,

  • Maßnahmen, die politischen Bildner/-innen Handlungskompetenzen im Umgang mit Rassismus, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus etc. in diversen Gruppen vermitteln, Maßnahmen, die im ländlichen Raum mit seinen besonderen Herausforderungen in diesem Themenfeld stattfinden,

  • Maßnahmen, die sich damit auseinandersetzen, welche Werte Deutschland ausmachen und verbinden,

  • Maßnahmen mit Herangehensweisen, die einen niedrigschwelligen Zugang zu politischer Bildung ermöglichen

Für alle Maßnahmen gilt, sie müssen außerhalb des Schul- bzw. Hochschulunterrichts stattfinden.

Außerdem sollten sie auf andere Bildungsträger übertragbar sein und mit ihren Ergebnissen dazu beitragen, Methoden und Konzeptionen im Themenfeld Migration – Integration – Teilhabe zu erproben, weiter zu entwickeln oder zu überprüfen.

Förderhöhe, Fristen und sonstige Details

Förderhöhe

Die Förderhöhe beträgt mindestens 20.000 und höchstens 70.000 Euro. Sach- und Personalkosten des Projektes sind förderfähig, zusätzlich gibt es eine Verwaltungskostenpauschale von bis zu 5% der Projektkosten.

Förderdauer

Dein Projekt kann frühestens zum 01.07. begonnen werden, sollte mindestens 12 Monate dauern und muss bis zum 31.12.2020 beendet sein.

Antragstellung, Frist und Beratungsmöglichkeit

Der Antrag muss bis zum 30.04.2020 per Post oder per Mail bei der BpB eingegangen sein. Das Antragsformular findest du auf der Homepage der BpB 

Dort gibt´s auch den Text der Ausschreibung und weitere Infos.

Ab dem 01 April kannst du dich montags bis freitags zwischen 9.00 und 12.00 Uhr unter 0228/99 515-1678 mit Fragen zur Ausschreibung an die BpB wenden. Per Mail geht das auch schon früher: ausschreibung-zuwendungen@bpb.de

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Wer schreibt hier?

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Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

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