Der Ideenwettbewerb geht in die zweite Runde

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat die zweite Runde des Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Gesucht werden Ideen aus den Bereichen Arbeitswelt, Verwaltung und Soziales, die KI-Technologien für gesellschaftlichen und sozialen Fortschritt nutzbar machen wollen. Du musst hier nicht schon direkt ein fertiges Projekt haben, eine Idee reicht. Wie genau das gehen kann, erfährst du in diesem Beitrag.

Ein kurzer Ausflug – KI???

Geht es dir so wie mir und du hast eine eher verschwommene Vorstellung von KI, mag dich vielleicht meine Recherche zu diesem Thema interessieren. Wie gesagt, ich bin wirklich keine Expertin, aber meiner Einschätzung nach geht es bei diesem Ideenwettbewerb nicht um das digitale Superhirn, die künstliche Intelligenz, die selbst-lernend die Fähigkeiten des Menschen in allen Gebieten übersteigt und irgendwann die Welt übernehmen wird. Eine solche KI  – das Science-Fiction Szenario mal vernachlässigt – wird auch starke KI genannt.

Daneben gibt es die schwache KI, die uns  bereits jetzt schon im Alltag an vielen Stellen bereits begegnet: Suchmaschinen, Spracherkennung, Siri, Spamfilter, digitale Assistenten, als dies sind Anwendungen, die sich in einem begrenzten Themenfeld lernend weiterentwickeln. Und darum – maschinelles Lernen oder das Verarbeiten natürlicher Sprache – geht es beim Ideenwettbewerb „Gemeinsam wird es KI“.

Ziel des Ideenwettbewerbs

Zurück zum Ideenwettbewerb des BMAS. Der Gedanke hinter diesem Wettbewerb ist dieser: Auf der einen Seite gibt es Menschen, die wissen, wie KI funktioniert, wofür man sie einsetzen kann und wie man sie programmiert. Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die in den verschiedensten Feldern von Arbeit, Verwaltung oder im sozialen Bereich unterwegs sind, sich dort gut auskennen und eine Idee haben, wie Abläufe mittels KI verbessert werden können.

Ob Programmierer*innen oder Start-ups, Betriebe, Verbände, Organisationen, Verwaltungen, Gewerkschaften oder Forschungseinrichtungen, der Ideenwettbewerb möchte das Wissen der verschiedensten Akteure zusammenbringen. Gemeinsam kann im Zuge des Wettbewerbes ein Grundkonzept für ein Projekt erstellt werden, das mit gemeinwohlorientierten KI-Anwendungen wirtschaftlichen Erfolg – z. B. im Sinne eines Social Entrepreneurship – anstrebt. Dafür steht auch das Motto des Wettbewerbes „Gemeinsam wird es KI“.

Mögliche Inhalte

Ich schrieb es eingangs schon, hier geht es um Inhalte aus den Bereichen Arbeit und Soziales. Deine Idee sollte innovativ sein, KI mit einbeziehen und zu einer Verbesserung beitragen. Mögliche Felder könnten zum Beispiel diese sein:

  • Arbeitswelt
  • Arbeitskultur
  • Arbeitsorganisation
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Transparenz und Erklärbarkeit von KI-Anwendungen
  • Sozialpartnerschaft und Mitbestimmung
  • Arbeitsmarkt
  • neuen Erwerbsformen (z.B. in der Plattformökonomie)
  • Fachkräftesicherung
  • Weiterbildung
  • Inklusion
  • Rehabilitation
  • Chancengerechtigkeit
  • Teilhabe

Grundsätzlich gehen auch andere Themen, sie sollten aber auf jeden Fall einen Bezug zu den Arbeitsfeldern des BMAS haben.

Die Förderung des Ideenwettbewerbes

Der Ideenwettbewerb prämiert in jeder Runde bis zu 15 Ideen mit jeweils 20.000 Euro. Das ist aber bei weitem nicht alles, der Wettbewerb fördert in dreierlei Hinsicht:

1. Matching-Plattform

Auf der Civic Innovation Platform kannst du dich mit deiner Idee registrieren und einen Partner suchen, der eine ähnliche Idee verfolgt, wie du. Ein hilfreiches Tool für all diejenigen, die keinen kompetenten Partner an der Hand haben, denn hier soll technologisches und soziales oder kreatives Know-How aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft miteinander verbunden werden. Die Civic Innovation Platform ist ein integraler Bestandteil des Ideenwettbewerbes. Nur wer sich hier mit seinem Vorschlag registriert hat, kann auch am Wettbewerb teilnehmen.

2. Preisgeld

Das Preisgeld beträgt je 20.000 Euro, diese müssen für die Weiterentwicklung der Projektidee verwendet werden und werden in drei Tranchen ausgezahlt. Ich zitiere hier mal aus der Richtlinie:

Der erste Teilbetrag von 10.000 Euro wird anlässlich der Prämierung ausgezahlt. Bedingung für die Auszahlung ist die verpflichtenden Teilnahme an einem Vernetzungsworkshop. In dem Workshop erhalten die Preisträgerinnen und Preisträger Unterstützungsangebote für die Weiterentwicklung ihrer Ideen. Die zweite Tranche in Höhe von 7.500 Euro ist ebenfalls an die verpflichtende Teilnahme der Preisträgerinnen und Preisträger an einem zweiten Workshop mit Beratungs- und Vernetzungsangeboten gebunden. In dieser Veranstaltung werden die erarbeiteten Zwischenergebnisse präsentiert und besprochen. Die Auszahlung der dritten Tranche in Höhe von2.500 Euro erfolgt bei Einreichung eines ausgearbeiteten Konzeptes über die Civic Innovation Platform.

3. Beratung und Begleitung

Im Abschnitt über das Preisgeld hast du es vielleicht schon gemerkt, außer der finanziellen Unterstützung gibt es im Ideenwettbewerb noch einige andere Angebote zur Förderung der Ideen. Neben der dort beschriebenen Beratung und Vernetzung gehören dazu Veranstaltungen und Coachings zum Beispiel zu Themen wie Data Science, Maschinelles Lernen, Datenmanagement, Datenschutz und Datensicherheit aber auch Themen wie agilem Projektmanagement, Fördermittelbeantragung und -bewirtschaftung.

So reichst du deine Idee ein

Das ganze Verfahren läuft komplett online und startet mit deiner Registrierung auf der Civic Innovation Platform. Hier stellst du deine Idee ein und suchst einen oder mehrere Partner, mit denen du deine Idee weiterentwickelst und skizzierst.

Ab August 2021 kannst du diese Skizze dann einreichen. Sollte dir das zu knapp sein – kein Problem, es folgen noch drei weitere Wettbewerbsrunden, eine in 2021 und zwei in 2022.

Zusätzlich zu deiner Skizze musst du auch eine Kooperationsvereinbarung einreichen und eine Erklärung, dass du mit dem Preisgeld dein Projekt weiterentwickelst.

Zum Ideenwettbewerb gibt es eine eigene Homepage, dort findest du alle weiteren Infos und kannst dich registrieren oder einfach mal durch die Liste der bisher eingereichten Ideen stöbern.   

Die Bewertungskriterien

Damit deine Idee auch eine gute Erfolgschance hat, solltest du die Bewertungskriterien kennen, nach denen die Ideen beurteilt werden. Diese sind

  • Bezug zu den oben genannten Themenfeldern
  • sektorübergreifende Projektpartnerschaft
  • erwarteter Mehrwert/Nutzen für das Gemeinwohl
  • geplanter Einsatz von KI-Technologie
  • innovativer Charakter und Modellhaftigkeit des Projektes
  • Nachhaltigkeit und Transfermöglichkeit

Gerne kannst du dich auch hier im Blog in der Kategorie „Antrag“ einmal umschauen, dort findest du den ein oder anderen Beitrag, der dir bei der Formulierung deiner Idee helfen kann. Ich wünsche dir viel Erfolg!


Du hast noch Fragen?

1. Finde viele weitere Fördermöglichkeiten über die Schlagwortwolke

Rechts in der Seitenleiste findest du die Schlagwortwolke. Klicke auf den Begriff, der dich interessiert und finde jede Menge weiterer Fördermöglichkeiten oder aber ein Thema, zu dem du mehr wissen willst, wie zum Beispiel Projekttransfer, Gender Mainstreaming oder die Belegliste. Probier´s aus!


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Hast du eine bestimmte Fördermöglichkeit im Kopf oder einen bestimmten Begriff, zu dem du mehr wissen willst, dann nutze die Suchfunktion. Du findest sie oben rechts im Blog, sie verbirgt sich hinter der kleinen Lupe.


3. Finde Hilfen zur Antragstellung in der Rubrik „Der Antrag“ 

In der Rubrik „Der Antrag“ findest du viele Tipps zum Schreiben deines Antrages; wie du einzelne Elemente formulierst, Projektziele festlegst, Indikatoren entwickelst oder was du zu Gender oder Nachhaltigkeit schreiben kannst und vieles mehr.

Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

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