Projektförderung historisch-politischer Bildung

Digitale Formate sind im Moment in aller Munde, auch die Stiftung EVZ (Erinnerung, Verantwortung und Zukunft) ist da keine Ausnahme. Mit dem Programm „digital memory“ fördert sie mit recht hohen Summen digitale Projekte in der historisch-politischen Bildung. Worum genau es hier geht, erfährst du in diesem Beitrag.

Die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft

Die EVZ-Stiftung wurde 2000 gegründet und mit rund 5 Milliarden Euro ausgestattet. Ihr Zweck war es vor allem, Zahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter in der NS-Zeit zu leisten. Das war 2007 abgeschlossen, immerhin noch 358 Millionen Euro wurden als Stiftungskapital für ihre Fördertätigkeit reserviert, die sich ebenfalls mit den Themen Nationalsozialismus, Antisemitismus, Menschenrechte und Völkerverständigung beschäftigt.

Ein großes Anliegen ist ihr, eine lebendige Erinnerungskultur aufzubauen. Dazu gehört auch die aktuelle Ausschreibung. Lass uns mal genauer auf die Inhalte von digital memory schauen.

Worum geht’s bei digital memory?

Mit der Ausschreibung fördert die EVZ-Stiftung die Entwicklung und Erprobung digitaler Formate in der historisch-politischen Bildung. Passend zu dem thematischen Schwerpunkt der Stiftung sollen sich Projekte mit dem Thema Antisemitismus beschäftigen oder auf die verschiedensten Arten Zugänge zum Thema Nationalsozialismus eröffnen.

Neben diesen beiden thematischen Schwerpunkten sollen Projekte

  • Die Lern- und Kommunikationsweltern der modernen Informationsgesellschaft – sprich digitale Elemente – nutzen
  • Öffentlichkeitswirksam sein und das Potential haben, Debatten zu entfachen oder Aktionen zu starten
  • Digitale Tools und Techniken mit historischen Orten und lokaler Geschichte verbinden
  • Dazu beitragen die Demokratie zu stärken

Überflüssig zu erwähnen aber zur eleganten Überleitung zum nächsten Abschnitt tue ich es dennoch: Es geht also um digitale Elemente, und von denen listet die Stiftung in ihrer Ausschreibung einige auf. Zu deiner Inspiration gebe ich sie hier gerne wieder

Mögliche digitale Elemente

Möglich sind hier zum Beispiel

  • Social Media Kampagnen
  • Social Bots
  • Algorithmisierung
  • Community Building
  • Die Entwicklung digitaler Tools wie Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Anwendungen
  • Serious Games
  • Webdokus
  • Mappingprojekte
  • Digitales Kuratieren

Möglicherweise denkst du dir jetzt, dass du sowas doch gar nicht ohne die Hilfe von Programmierern oder anderen IT-versierten Menschen auf die Beine stellen kannst. Das hat sich die EVZ-Stiftung auch gedacht, deshalb sind bei digital memory Kooperationen mit digitalen Partnern gerne gesehen.

Wer kann einen Antrag stellen?

Die Ausschreibung digital memory läuft in Deutschland, Belarus und der Ukraine. Bewerben können sich Organisationen aus dem Bereich der formalen und non-formalen Bildung, die Erfahrung mit den Themenfeldern der EVZ-Stiftung haben. Die hatte ich zu Anfang des Beitrages genannt. Förderfähige Organisationen müssen gemeinnützig beziehungsweise in staatlicher Trägerschaft sein.

Kommen wir zur nächsten interessanten Frage, was umfasst denn die Förderung?

Wissenswertes zur Förderung

Ich schrieb es eingangs schon, die Förderung von digital memory ist ganz gut ausgestattet. Die Mindestfördersumme liegt bei 120.000 Euro, das Maximum bei 200.000 Euro. Damit kannst du sowohl Personalkosten als auch Sachkosten finanzieren.

Zur Förderquote gibt die Ausschreibung keine genauen Auskünfte, außer dass von Organisationen in staatlicher Trägerschaft ein angemessener Eigenanteil erwartet wird. Sollte das Programm für dich interessant sein, wäre das also mal genau nachzufragen. Drittmittel – also Fördermittel aus anderen Quellen wie zum Beispiel Stiftungen – sind ebenfalls möglich.

Dein Projekt sollte circa 18 Monate laufen, nach spätestens 24 Monaten sollte es aber beendet sein. Der früheste Projektstart wäre der 01. November 2021.

Wichtig ist noch, dass du in deinem Zeitplan zwei länderübergreifende Vernetzungstreffen einplanst, die die EVZ-stiftung im Rahmen des Programms durchführen wird. Die Kosten hierfür werden von ihr getragen, die brauchst du also nicht mit einplanen.

Zweistufiges Antragsverfahren und Frist

Das Antragsverfahren für digital memory läuft zweistufig, zuerst reichst du eine Skizze ein, die Frist hierfür endet am 22. Februar 2021. Bis Mitte März erhältst du dann Rückmeldung, ob du einen Antrag stellen kannst.

Ich habe mir die Skizze angeschaut, sie ist tatsächlich sehr übersichtlich und enthält im Kern nur eine Darstellung deiner Projektidee, für die du 3.000 Zeichen nutzen darfst.

Inspiration und Kontakt

Auf der Seite der EVZ kannst du dich übrigens inspirieren lassen, dort findest du einige bereits geförderte Projekte des Programms digital memory. Außerdem findest du dort auch die Kontaktdaten der Ansprechpersonen, solltest du Fragen zum Programm haben.

Die Ausschreibung für digital memory findest du hier.

Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

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