Eine wunderbare Fördermöglichkeit für kleinere Projekte

Dieser Beitrag informiert dich über die Förderaktion, er zeigt dir, welche Projekte du hier beantragen kannst und wie du das machen solltest. Die Förderaktion „Noch viel mehr vor“ von Aktion Mensch ist eine wunderbare Fördermöglichkeit für Projekte mit einem Finanzbedarf zwischen 2.500 und 5.000 €.

Nachtrag Januar 2019: zum 01.01.2019 hat Aktion Mensch die Fördersystematik verändert, die Aktion "Noch viel mehr vor" ist unter diesem Namen nicht mehr zu finden, sie fällt nun unter die Mikroförderung. Der Antragsaufwand wurde deutlich reduziert, von daher ist sie nun auch interessant, wenn dein Förderbedarf unter 2.500 € liegt.

Es ist dir natürlich unbenommen, auch kleinere Summen hier zu beantragen. Unter 2.500 € empfehle ich dir, bei den örtlichen Banken nachzufragen. In der Regel sind die Bewilligungschancen dort auch ganz gut, der Antragsaufwand ist dort jedoch geringer. Keine Sorge, auch der Antrag für die Aktion „Noch viel mehr vor“ ist überschaubar.

Wer wird gefördert?

Die Förderaktion richtet sich an regionale Projekte und Initiativen, ihr Charme: Eigenmittel sind gerne gesehen, aber keine Voraussetzung bei dieser Förderung. Das bedeutet, dass hier eine 100%-Finanzierung möglich ist. Bist du also aus einer Initiative oder einem Verein, der keine eigenen Mittel hat, dann ist das dein Förderprogramm! Voraussetzung ist wie bei allen Förderprogrammen von Aktion Mensch, dass deine Organisation gemeinnützig ist. Auch Kirchengemeinden oder Ordensgemeinschaften können hier beantragen.

Welche Zielgruppen sind möglich?

Interessant sind auch die Zielgruppen des Programms. Das sind natürlich Menschen mit Behinderungen, schließlich sind wir hier bei Aktion Mensch. Genauso kannst du aber Projekte für Kinder und Jugendliche beantragen für Geflüchtete oder für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten. Die letzte Gruppe schränkt Aktion Mensch ein, hierzu zählen Menschen ohne Wohnung, mit gewaltgeprägten Lebensumständen oder nach Entlassung aus einer geschlossenen Einrichtung.

Senioren gehören nicht zur Zielgruppe von Aktion Mensch, planst du hier ein Projekt ist die deutsche Fernsehlotterie/Stiftung deutsches Hilfswerk der richtige Förderer für dich. Projekte mit Senioren sind bei dieser Förderaktion nur dann förderfähig, wenn sie generationsübergreifend sind.

Die möglichen Themen

Damit wären wir auch schon bei den förderfähigen Inhalten. Auch hier bietet dir die Aktion „Noch viel mehr vor“ ein breites Spektrum mit folgenden Aktionsfeldern:

Freizeit:

Du kannst eine Serie von Workshops zum Töpfern, Schmuck gestalten, Zeitung schreiben, Nähen, Holzarbeiten, Fahrradwerkstatt und anderes mehr anbieten. Oder du organisierst Freizeitwochen für Daheimgebliebene in den Sommerferien oder ein Café als Treffpunkt für eine bestimmte Zielgruppe.

Gesellschaftliches Engagement:

Hier kannst du Menschen mit Behinderungen, Geflüchtete oder Kinder und Jugendliche zum ehrenamtlichen Engagement ermutigen. Oder du willst eine ehrenamtliche Gruppe in deinem Stadtviertel aufbauen. Vielleicht brauchst du eine Honorarkraft, um das Projekt zu steuern, über die Aktion „Noch viel mehr vor“ kannst du sie finanzieren.

Gesundheit:

Wie wäre es mit einem Projekt, in dem du mit Kindern gemeinsam kochst, sie zu einer gesunden Ernährung führst? Und vielleicht auch die Eltern einbindest? Das Thema Bewegung zählt hier genauso dazu.

Kunst und Kultur:

Das muss ich wahrscheinlich nicht groß erklären. Lesepaten, Kunstprojekte mit Kindern oder anderen Zielgruppen, Kulturpaten, die gemeinsam mit ihrem „Patenkind“ kulturelle Veranstaltungen besuchen, alles das fällt unter diesen Punkt

Medien:

Einen gemeinsamen Film drehen, eine Radiowerkstatt oder ein Projekt zur Mediennutzung sind Beispiele für dieses Aktionsfeld.

Öffentlichkeitswirksame Aktionen: Möchtest du einen Flashmob organisieren um auf eine besondere Problematik aufmerksam zu machen? Brauchst du dafür noch einen Chorleiter, der mit euch übt? Oder einen Tanztrainer? Flyer, ein Banner oder andere Materialien? Das kannst du hier beantragen.

Persönlichkeitsentwicklung und Bildung:

Persönlichkeitsentwicklung ist ein Thema, das in den meisten der bisher genannten Aktionsfelder mitschwingt, hier wird es noch einmal explizit genannt. Denkbar wäre hier zum Beispiel ein Projekt mit Ausbildungspaten für Jugendliche. Oder kombiniert mit dem Thema Sport ein erlebnispädagogisches Angebot für Kinder und/oder Jugendliche, das ihr Selbstvertrauen stärkt.

Sport

Beim Thema Inklusion darf Sport natürlich nicht fehlen, wobei Inklusion hier alle Menschen umfasst, die am Rande der Gesellschaft stehen.

Der Mehrwert

Für alle Aktionen gilt, sie sollten nicht dir und deiner Organisation nutzen, sondern für die Zielgruppe etwas bewegen, einen echten Mehrwert haben. Oder in den Worten von Aktion Mensch: Es werden Projekte gefördert, die zur Inklusion beitragen, die Brücken zwischen Kulturen, Milieus und Generationen schlagen und mit denen individuelle Potenziale gestärkt werden.

Willst du also eine neue Badmintongruppe anbieten, weil diese Sparte in deinem Verein noch fehlt, wird das nicht ausreichen. Wendest du dich damit aber an eine besondere Zielgruppe, Menschen mit Behinderungen, Geflüchtete oder Kinder und bringst einen über den Sport hinausgehenden Mehrwert mit ein, dann ist dies das richtige Förderprogramm für dich.

Die förderfähigen Kosten

Förderfähig sind in diesem Programm Sachkosten und Honorarkosten. Bestehendes Personal wird also nicht gefördert, es sei denn, es ist als Honorarkraft angestellt. Unter die Sachkosten fällt grob gesagt alles, was nicht zu den Personalkosten gehört. Das sind unter anderem

  • Materialkosten – Stifte, Spiele, Werkmaterial, Ausstattung und Ausrüstung usw.
  • Kosten der Öffentlichkeitsarbeit – Flyer, Plakate, Artikel in eigenen Publikationen
  • Fahrtkosten und Eintrittsgelder
  • Mietkosten für Räumlichkeiten
  • Verpflegungskosten soweit das Projekt das beinhaltet

Kosten sind nur dann förderfähig, wenn sie direkt durch das Projekt ausgelöst werden und dem Projekt zuzuordnen sind.

Ein wichtiger Punkt fehlt noch:

Der Förderzeitraum

Bei der Aktion „Noch viel mehr vor“ beträgt er maximal 12 Monate. Du kannst eine Aktion beantragen, die nur einen Tag dauert oder drei Wochen, nach 12 Monaten ist aber Schluss. Alle Kosten, die dann noch anfallen, sind nicht mehr förderfähig. Das Gute bei dieser Förderaktion: eine erneute Förderung im Folgejahr ist nicht ausgeschlossen. Ist dein Projekt erfolgreich gelaufen, kannst du also noch einmal eine Förderung beantragen.

Sonst noch wichtig:

Du darfst dein Projekt vor der Antragstellung noch nicht begonnen haben. Bereits begonnene Projekte werden von Aktion Mensch nicht gefördert. Was heißt aber nun begonnen? Es heißt, dass dein Projekt in der Form, wie du es bei Aktion Mensch beantragst, noch nicht läuft. Es wird nicht beworben, du hast noch keine Verträge abgeschlossen, Materialien bestellt oder gar Rechnungen bezahlt. Um bei dem Beispiel der Badmintonabteilung zu bleiben – wenn schon seit Jahren eine Badmintongruppe in deinem Verein besteht, und du jetzt Gelder zu weiteren Finanzierung suchst, kannst du hier keinen Antrag stellen.

ABER: Wenn du deine Badmintongruppe anders konzipierst, eine neue Zielgruppe ins Visier nimmst, mit einem neuen Kooperationspartner startest, um diese Zielgruppe zu erreichen oder andere grundsätzliche Veränderungen angehst, hast du ein neues Projekt begonnen, das du wiederum bei der Förderaktion „Noch viel mehr vor“ beantragen kannst.

Starten vor der Bewilligung

Aktion Mensch stellt es dir frei, dein Projekt zu beginnen, sobald du den Antrag eingereicht hast. Das ist förderunschädlich und beeinträchtigt deine Förderchancen nicht. Allerdings trägst du das Risiko, wenn wider Erwarten dein Antrag abgelehnt wird. Dann hast du ein begonnenes Projekt, das auch bei anderen Förderern schwierig zu beantragen ist und bleibst womöglich auf den Kosten sitzen. Empfehlenswert ist diese Variante also nur, wenn deine Organisation das Projekt im Zweifel auch aus eigenen Mitteln stemmen kann.

Die Förderchancen bei Aktion Mensch sind gut, wenn dein Antrag schlüssig geschrieben ist und deine Projektidee in das Programm passt. Allerdings musst du mit 3-5 Monaten Bearbeitungszeit rechnen, ehe du eine Bewilligung erhältst.

Wo stelle ich den Antrag?

Der Antrag wird komplett online gestellt. Gehört deine Organisation einem Wohlfahrtsverband (Caritas, Diakonie, AWO usw.) an, stellt du ihn ganz normal online, er geht dann aber zunächst zu deinem Dachverband und wird dort noch einmal geprüft. Möglicherweise bekommst du hier eine Rückmeldung und kannst nochmal nachbessern, ehe der Antrag von dort an Aktion Mensch weitergeleitet wird. Gehört deine Aktion keinem Dachverband an, entfällt dieser Schritt für dich, dein Antrag geht dann direkt an Aktion Mensch.

Dem Antrag musst du die notwendigen Anlagen beifügen, das System sagt dir, welche genau das in deinem Fall sind.

Nun musst du noch die schriftliche Bestätigung unterschrieben von den vertretungsberechtigten Personen einreichen, das geht nur postalisch. Dann hast du alles erledigt.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Hat dir dieser Artikel geholfen? Dann freu ich mich über einen Kommentar!

Wer schreibt hier?

Bild Monika Vog

Schön, dass du hier bist.

Mein Name ist Monika Vog,

ich bin Fundraiserin und Fördermittelexpertin für gemeinnützige Projekte und Aktionen.

In meinem Blog dreht sich alles um diese Fragen:

  • Wie finde ich aus den unzähligen Fördermöglichkeiten die passende Förderung für mein Vorhaben?
  • Wie schreibe ich einen überzeugenden Antrag?
  • Was muss ich beim Verwendungsnachweis beachten?

Willst du mehr über mich und den Blog foerdermittel-wissenswert wissen, kannst du hier weiterlesen.

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